Erotische Filme: Queer as folk
Queer as folk ist der Titel einer Fernsehserie über das äußerst erotische Leben von fünf schwulen Freunden und zwei Lesbierinnen – einmalig!
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Queer as folk war zuerst eine englische Serie, die in zwei Staffeln gedreht wurde. Die Amerikaner haben diese zwei in Koproduktion mit Kanada neu verfilmt und um drei weitere Staffeln verlängert. Die meisten Dreharbeiten fanden wegen der niedrigeren Steuern in Kanada statt, während sich die Geschichten in der Liberty Avenue von Pittsburgh, Pennsylvania abspielen. Allein schon der Name (Avenue der Freiheit) deutet auf ein schwulen- und lesbenfreundliches Umfeld hin. Die Szenen, die sich tatsächlich auf der Liberrty Avenue abspielen, wurden im Church and Wellesley (The Gay Village) in Toronto gedreht.
Queer as folk ist ein Syntagma und abgeleitet aus der in Teilen Nordenglands gebräuchlichen Redewendung there’s nought so Queer as folk, was so etwa wie es gibt nichts Seltsameres als Leute bedeutet.
Eine bunte Besetzung
Am Ende jeder Serie wurde die Mitteilung eingeblendet, dass Queer as folk lediglich das Leben einer bestimmten Gruppe von Homosexuellen zeigt und nicht repräsentativ für die gesamte homosexuelle Population verstanden werden soll ("Queer as Folk is a celebration of the lives and passions of a group of gay friends. It is not meant to reflect all of gay society"). Queer as folk erzählt die Geschichte von fünf schwulen Freunden, eines lesbischen Paares und einer stolzen PFLAG-Mutter. Jede Figur stellt einen anderen „Archetyp“ eines Schwulen dar: der unwiderstehliche Brian Kinney spielt einen erfolgreichen leitenden Angestellten einer Werbeagentur, der sich niemals verliebt.
Michael ist das Muttersöhnchen, er ist in seinen besten Freund Brian verliebt und hat wenig Erfolg in seinem Sexual- und Liebesleben. Emmett ist das stereotype Bild eines Schwulen, er weist jene „typischen“ unnatürlichen Gesten auf, ist naiv, gutherzig und auf seine eigene Weise sehr ethisch. Ted ist der zynische Buchhalter, der eigentlich sehr romantisch ist. Justin ist ein Siebzehnjähriger, der sich in Brian verliebt und mit ihm die ganze Zeit eine Jo-Jo-Beziehung führt. Er ist auch der einzige Mann, in den sich der beziehungsschüchterne Brian verliebt. Neben den Männern gibt es in Queer as folk auch einige wichtige Frauen. Als Erstes das lesbische Pärchen Lindsay, mit der Brian ein Kind hat, und Melanie. Hinzu kommt noch Debbie, die humorreiche und stolze Mutter von Michael. Im Verlauf der Geschichte kommen noch andere Figuren hinzu, die wichtigste unter ihnen ist bestimmt Ben, Michaels Lebenspartner.
Queer as folk ist kritisch, aber auch erotisch
Auf den ersten, oberflächlichen Blick zeigt Queer as folk das homosexuelle Leben sehr einseitig: vor allem viel Sex ohne jegliche Verpflichtungen, ein klein wenig Diskrimination und kleinere romantische Zwischenfälle. Doch bei genauerem Hinsehen schafft es Queer as folk auf eine sehr intelligente, humorvolle, verführerische und feinfühlige Weise eine bunte Palette an Themen aus dem homosexuellen Leben darzustellen. Queer as folk spricht über das Coming-out, die gleichgeschlechtliche Hochzeit, die künstliche Befruchtung, den Drogenmissbrauch, die Adoption, die Gewalt gegenüber Schwulen, Safer Sex, HIV, die Prostitution, homosexuelle Priester, die Diskrimination am Arbeitsplatz, Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Familie, u.v.m.
Queer as folk mag es bunt
Die Geschichten der unterschiedlichen Figuren und ihrer Familien in Queer as folk vermischen sich ständig miteinander, obwohl irgendwie die ganze Zeit im Mittelpunkt des Geschehens Brian, die Sexmaschine, und sein 13 Jahre jüngerer Freund Justin stehen. Abends gehen die Freunde in den Schwulenklub Babylon, während sie sich tagsüber im Fitnessstudio, der Sauna oder in Woody’s treffen, im Restaurant, wo Michaels Mutter Debbie und später auch noch Justin arbeiten. Bei der Arbeit lernt der Zuschauer auch die anderen Figuren der bunten Clique kennen.
In dieser Hinsicht fällt wiederum Brian aus dem Rahmen, der nicht selten bei der Arbeit Zeit für Sex findet, und Melanie, die als Anwältin aus rechtlicher Sicht das Leben der homosexuellen Gemeinschaft darstellt. Die schauspielerischen Leistungen sind erstklassig, die Dialoge sind witzig und intelligent. Gale Harold hat in seiner Rolle des schwulen Brian die (heterosexuellen) Zuschauerinnen bestimmt mehr begeistert als in seinen anderen heterosexuellen Rollen. Die Serie ist voll von heißen erotischen Szenen, die einzigartig gespielt und mit sehr viel Gefühl gedreht wurden. Queer as folk kann zudem mit sehr guter Musik aufwarten.
Queer as folk hat für jeden etwas
Das Interessante an Queer as folk ist die Tatsache, dass die Serie auch unter nicht schwulen Zuschauern und alten Omas sehr beliebt war und dass sie so manchen Schwulen zum Coming-out ermutigte. Queer as folk half in gewisser Weise auch Robert Gant, der Michaels Partner Ben spielt. Die Schauspieler sprachen anfangs nicht über ihre sexuelle Orientierung, doch später haben auch sie das Geheimnis über ihre Person gelüftet.
Queer as folk ist unbestritten eine Fernsehserie, die sich nicht nur Schwule und diejenigen, die Schwule nicht verstehen, ansehen sollten, sondern auch alle anderen, da es nur wenige Serien gibt, die es über fünf Staffeln schaffen würden, gesellschaftskritische Frische, ein Feingefühl für die zwischenmenschlichen Beziehungen und intelligenten Humor aufrechtzuerhalten, und dies alles zusätzlich mit wirklich erotischen Sexszenen geschmackvoll zu würzen.
Die Erstausstrahlung von Queer as folk fand in den USA im Jahr 2000 statt, während die Serie in Deutschland zum ersten Mal 2006 auf ProSieben zu sehen war.
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