Erotische Filme: The Reader

18.08.2010 | Antonio B

Kate Winslet als Ilsa, die sadistische Naziheldin, in The Reader? Nein, nur eine Frau, die lesen lernte.

 

 

The Reader, Kate Winslet

In The Reader spielt Kate Winslet eine ehemalige Naziaufseherin, die es genießt, Geschichten vorgelesen zu bekommen.

 

Kate Winslet kennt in The Reader keine Hemmungen

The Reader beginnt wie Der letzte Tango in Paris, nur mit dem Unterschied, dass hier alles in Berlin passiert und die Hauptdarsteller mit ihrem Tun an Pädophilie beziehungsweise Inzest erinnern. Sie, Kate Winslet, ist 30 Jahre alt. Er, David Kross, ist zarte 15. Da die Szenen in The Reader trotzdem sehr mutig und heiß sind, bekommt man als Zuschauer ein unangenehmes Gefühl. Als ob man eine Mutter und ihren Sohn, eine Lehrerin und ihren Schüler, als ob man eine reife Frau und ein Kind beobachten würde, die allesamt der Polizei gemeldet werden müssten. Na ja, Nicole Kidman, die zuerst für die Hauptrolle gedacht war, ging in Birth noch weiter, als sie sich ein Bad mit einem 10-Jährigen genehmigte.

 

The Reader, Stephen Daldry

Der Regisseur Stephen Daldry hat mit der Besetzung der Hauptrolle ins Schwarze getroffen.

 

Kate Winslet in The Reader wieder nackt!

Andererseits wäre es aber schon an der Zeit, dass Kate Winslet einen Film dreht, in dem sie sich nicht auszieht und keinen Sex hat. Anscheinend weiß sie nicht, wie so was geht. Sie zieht sich nämlich auch in Filmen aus, wo das überhaupt nicht nötig wäre, wo nackte Haut nur als Provokationsmittel gebraucht wird. Wie zum Beispiel in Titanic, wo Romantik weit an erster Stelle stand. In The Reader sind die Nacktszenen mit Kate Winslet wiederum überflüssig, der Zuschauer bettelt schon sehnlichst darum, sie möge sich endlich anziehen und den Jüngling in Ruhe lassen. Deswegen fällt auch die Hälfte des Filmes sonderbar und unnatürlich aus, sodass man sich schon fragt, wann denn endlich etwas passieren wird. Wann hören die Klischees auf und endlich eine Geschichte erzählt wird. Die Nacktszenen in The Reader dienen wirklich nur der Provokation, wenn diese nämlich einen anderen Effekt erzielen sollten, dann hätte man das auch so machen können wie in Tagebuch eines Skandals.

 

The Reader

The Reader ist voll von direkten und expliziten Sexszenen zwischen Kate Winslet und dem jungen David Kross.

 

Kate Winslet in The Reader eine Naziaufseherin

Natürlich gewinnt der Film sofort an Qualität, als es sich herausstellt, dass Kate Winslet in Wirklichkeit Aufseherin in einem Konzentrationslager war und für den Tod zahlreicher Juden verantwortlich sein soll. Auf einmal machen dann auch die vorherigen Sexszenen mit David Kross Sinn, der ihr Romane vorlesen musste. Wie die Scheherezade, nur mit dem Unterschied, dass er nicht dem Sultan vorliest, sondern einer vereinsamten alten Frau, die in jungen Jahren etwas Ähnliches auch in ihrer Nazizeit tat. Wie die kultige Ilsa, nur mit dem Unterschied, dass es bei ihr beim Vorlesen blieb und sie sich nur die schwächsten Opfer aussuchte. So ist es, Kate Winslet führt den Jüngling an der Nase herum, während er nur Sex im Kopf hat. Wenn sie ihm befehlen würde, jemanden zu töten, würde er auch das tun. Nur um an ihren Körper heranzukommen. Wenn man also The Reader mit Naziploitation gleichsetzen würde, läge man damit gar nicht mal so falsch, da die anfänglichen Szenen schon etwas zu lange dauern. So lange, dass sich der Zuschauer später, als die wirkliche Handlung einsetzt, nur schwer der interessanten Geschichte der ehemaligen Naziaufseherin, die wegen ihrer Kriegsverbrechen vor Gericht steht, in Ruhe überlässt.

 

Kate Winslet

Kate Winslet zog sich für ihre Filme schon zu oft aus.

 

Die Nacktszenen schlecht für The Reader

Sie haben Recht, The Reader ist ein Film, in dem der Sex alles zunichte macht. Ein Film, der wegen des Sexes nicht so verstanden wird, wie er es sollte. Nicht einmal im letzten Drittel, als dieser in eine erstklassige und feinfühlige Romanze umschlägt, wo der erwachsene David Kross (Anwalt) seiner Liebe Kassetten ins Gefängnis schickt. Kate Winslet spielte ihre Rolle hervorragend, aber leider nicht annähernd so gut wie in Zeiten des Aufruhrs, wo sie viel überzeugender rüberkam. In The Reader ist sie wieder nackt und sie zeigt, dass sie auf die Regeln pfeift. Das ist unter anderem an ihren unrasierten Achselhöhlen zu erkennen, weil sich die Geschichte in den 50ern des vorigen Jahrhunderts abspielt. Das ist aber nicht genug, um überzeugend zu sein. Man muss ihr jedoch anerkennen, dass ihr an Mut wirklich nicht fehlte. Wie auch immer, The Reader ist kein schlechter Film, man fragt sich aber trotzdem, ob er  so viel Aufsehen erregt hätte, wenn die vielen Sexszenen am Anfang ausgelassen worden wären. Und mit solchen Zweifeln im Gemüt kann wirklich von keinem guten Film die Rede sein.

 

 


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