Filmkritik: Watercolors
Watercolors ist eine wunderschöne und tragische Schwulen-Romanze zwischen zwei Teenagern, die tiefe Gefühle füreinander empfinden.
Watercolors zeigt die Liebesgeschichte zwischen zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Watercolors zeichnet eine wunderschöne Liebesszene aus
Falls Sie Brokeback Mountain gesehen haben, dann wissen Sie, dass nur zwei Männer eine wirklich schöne Romanze herbeizaubern können. Wenn Sie sich Watercolors ansehen, dann werden Sie wissen, wovon ich gerade spreche. Daniel (Tye Olson) und Carter (Kyle Clare) sind ein viel versprechender Künstler und ein viel versprechender Schwimmer, die in Sachen Romantik und Ästhetik keinem Heteropärchen nachstehen. Ganz im Gegenteil, das was sie zeigen, ist pure Poesie der Liebe, der durch eine Liebesszene im Regen die Kröne aufgesetzt wird.
Watercolors ist ein Schwulenfilm, in dem die Liebe zwischen zwei Jungen kein Geschlecht kennt. Sie ist nicht homosexuell, nicht heterosexuell, sondern eine Romanze zweier Wesen, die sich lieben. Leider nur in ihrem Märchen, welches durch die reale Welt zerstört wird. Welches vom homophoben Umfeld und einer unglücklichen Verkettung der Ereignisse zerstört wird.
Doch kehren wir erneut zu ihrer ersten Liebesszene, ihrem ersten Sex zurück, der zustande kommt, nachdem Daniel, der von seinen Mitschülern zusammengeschlagen wurde, von Carter getröstet wird. Beide ziehen sich ganz aus, legen sich langsam ins Bett, wo sie sich küssen und intim berühren. Es folgt sehr zärtlicher, mitfühlender und romantischer Sex, von dem eigentlich nicht viel gezeigt wird, obwohl dem Zuschauer sonnenklar ist, was geschieht.
Der Zauber der Liebesszene wird gerade dadurch geschaffen, indem nicht zu viel nacktes Fleisch gezeigt wird. Durch den Regen, der mitten im Wohnzimmer auf beide niederfällt, wird die Szene zum Wunderbaren erhoben. Wie in Angel Heart, wo Mickey Rourke und Lisa Bonet ähnlichen Sex haben. Es fehlt lediglich an Zungenküssen und frontaler Nacktheit, was die Szene nur noch einzigartiger macht.
Watercolors könnte nicht romantischer sein.
Die Kunst steht in Watercolors im zweiten Mittelpunkt
Schon zu Anfang, als Carter den Unterwäschekatalog für Männer findet, ist klar, dass der schüchterne Daniel auf Jungs steht. Etwas später wird es dann eindeutig, als er Carter im Schlaf auszieht und ein Nacktporträt malt. Diese Szenen spielen für ihre innige Beziehung die Schlüsselrolle. Oder wie sich Daniels Kunstlehrerin ausdrückte: "Erst jetzt, wo du dein Modell gewechselt hast, kam deine Genialität gänzlich zum Ausdruck."
Es stimmt, dass sich Daniel zu einem Klassemaler entwickelt, weil er den nackten Carter malen darf. Diesen malt er täglich, auf unterschiedliche Weisen, so wie Cate Winnslet von Leonardo di Caprio in Titanic gemalt wurde. Doch Daniel lässt noch mehr Sinnlichkeit, mehr Bewunderung in seine Werke einfließen, so wie nur ein Mann den anderen malen kann. auch diese Szenen sind sehr schön, spontan und romantisch. Auch für Zuschauer, die eben keine wahren Liebhaber von Schwulenromanzen sind.
Watercolors spricht ein heikles Thema an
Die schauspielerische Leistung der Hauptakteure lässt zwar ein wenig zu wünschen übrig, doch auch dadurch wird dem Film Echtheit und Aufrichtigkeit verliehen. Ein schöner und gleichzeitig tragischer Streifen, der außerdem durch den Umstand überzeugt, wie die Homosexualität des Sohnes von der Mutter aufgenommen wird: "Ich habe keinen Grund, wieso ich mich für dich schämen sollte."
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