Vaginismus

9.09.2008 |

Tadej Pačnik

Erschrecken Sie sich jedes mal vor der Penetration und ihr Partner kann nicht in Sie eindringen? Empfinden Sie dabei Schmerzen oder bekommen sogar Scheidenkrämpfe? Es könnte sein, dass Sie an Vaginismus leiden. Lesen Sie hier mehr darüber …

 

 

Vaginismus ist die weibliche Entsprechung der männlichen Impotenz. Die Frau spannt vor jeder Penetration durch einen Penis, Finger, Sexspielzeug oder sogar bei einer gynäkologischen Untersuchung unbewusst die Scheidenmuskeln an. Wenn Sie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr haben, müssen Sie das Ihrem Gynäkologen erwähnen. Der wird Sie untersuchen und feststellen, ob es sich um ein körperliches Leiden handelt. Das sind meist Scheidenentzündungen. Wenn Ihre Probleme psychischen Ursprungs sind, brauchen Sie die Hilfe eines Therapeuten.
Manche Frauen leiden an Vaginismus schon seit ihrer Jugend, bei anderen entwickelt er sich erst nach Jahren normalen Geschlechtsverkehrs. Es handelt sich dabei oft  um Angst vor dem Geschlechtsverkehr. Nach Meinung der Psychoanalytiker gibt es dafür mehrere Ursachen. Eine davon ist die Angst vor Empfängnis, weil Frauen in ihrem Partner ihren Vater sehen und sich so vor einer Blutschändung schützen. Auch die Angst vor mit der Penetration und der Entbindung verbundenen Schmerzen gehört zu den Ursachen für Vaginismus. Die Dominierung durch den Mann gehört auch zu den Ängsten bzw. den Ursachen.

 


Friedman (1962) beschreibt drei Typen von Frauen, die zu Vaginismus neigen:

  • Dornröschen (eine väterliche Beziehung zu ihrem Partner und zahlreiche Schuldgefühle)
  • Brunhilde (sie empfinden Sexualität als Kampf zwischen den Geschlechtern, der Oberherrschaft der Männer muss Widerstand geleistet werden)
  • Bienenkönigin (Frauen, die Sexualität als etwas Schmutziges und Sündiges ansehen, sie fürchten sich vor Schmerzen beim Koitus, wollen aber grundsätzlich Kinder haben)

 

Oft liegt die Schuld für die Entwicklung von Vaginismus auch beim Partner. Partner von Frauen mit Vaginismus sind oft impotent, leiden an anderen sexuellen Störungen, sind unsicher, passiv und unerfahren. Sie wälzen die Schuld für alle ihre Probleme auf die Partnerin ab. Natürlich ist eine solche Situation nur eine der möglichen Ursachen für Vaginismus.

 

Behandlung von Vaginismus 

 


Vaginismus ist gut behandelbar. Die Behandlung besteht aus einer Psychotherapie und praktischen Übungen. Eine der Methoden, die auch bei uns benutzt wird, wurde 1974 von Kaplan entwickelt, es folgt eine kurze Beschreibung. Die Frau informiert sich intensiv über die Anatomie ihrer Geschlechtsorgane, vorauf sie selbst ihre Scheide betrachtet und erforscht. Sie versucht in ihre Scheide einen Finger einzuführen, dann zwei usw. Sie kann sich auch mit Dildos oder anderen Hilfsmitteln helfen. Wenn sie diese Phase hinter sich hat, wird in der nächsten ihr Partner mit eingebunden. Am Anfang führt sie seine Hand, damit sie keine Angst verspürt. In der darauf folgenden Phase reiben sie ihre Geschlechtsteile aneinander, erreichen aber den Höhepunkt ohne Eindringen, nur mithilfe der Hände. Am Schluss folgt die Penetration, die von der Frau kontrolliert wird (sie ist oben). Dabei empfiehlt sich der Gebrauch eines Gleitmittels, der Mann darf sich nicht viel bewegen. Diese Methode hat sich als sehr erfolgreich erwiesen. Mehr darüber, wie sie gemeinsam den Vaginismus bezwingen können, erfahren sie mithilfe der Videos auf unseren Mitgliederseiten. Über Vaginismus spricht Dr. Slavko Ziherl.

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Kommentare

Lenny, 25/11/08 11:43
ich mag die fotos net, haha; netter artikel! mehr dazu

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