Was wissen Sie eigentlich über die Sterilisation?
Sei es die Sterilisation der Frau oder des Mannes, dieser Entschluss muss in jedem Fall gründlich durchdacht werden.

Die Entscheidung für eine Sterilisation ist nicht leicht, sie muss gut überlegt sein. (jlp)
Die Sterilisation ist ein Eingriff, für den sich hauptsächlich Frauen entscheiden, die keine Kinder mehr wollen. Die Sterilisation kann vollkommen konträre Konsequenzen nach sich ziehen. Dieser Eingriff kann einerseits eine starke psychische Verwirrung verursachen, andererseits berichten viele Menschen davon, dass man danach viel entspannter ist und dadurch auch die Sexualität spontaner und befriedigender erlebt.

Manche Menschen sehen in der Sterilisation die Möglichkeit für ein lockeres Sexualleben. (jlp)
Sterilisation des Mannes – Vasektomie
Was ist eine Vasektomie?
Die Vasektomie ist ein kleiner chirurgischer Eingriff, bei dem der Mann sterilisiert wird. Dabei werden beide Samenleiter durchtrennt, unterbunden oder teilweise entfernt. Der Eingriff dauert ungefähr 15 Minuten und wird ambulant durchgeführt. Es reicht schon eine örtliche Betäubung. Bei Männern ist die Sterilisation viel einfacher durchzuführen, deshalb wäre es auch besser, wenn sich mehr Männer anstelle der Frauen dazu entschließen würden.
Nebenwirkungen der Vasektomie
Nach einer Vasektomie treten nur selten Nebenwirkungen auf. Es besteht die Möglichkeit, dass die Vasektomie das Prostatakrebsrisiko geringfügig erhöht. Je mehr Zeit nach dem Eingriff vergeht, desto größer ist das Prostatakrebsrisiko. Die häufigste Komplikation der Vasektomie ist eine Blutung bzw. ein Bluterguss. Bei einem größeren Bluterguss werden Schmerzmittel und Bettruhe verordnet, ein Krankenhausaufenthalt ist nur in äußersten Fällen erforderlich. Die Vasektomie verursacht keine späteren Komplikationen.

Männer glauben noch immer, dass sie durch die Sterilisation ihre Männlichkeit verlieren. (jlp)
Fruchtbarkeit und Sexualität nach einer Vasektomie
Eine Refertilisierung ist kompliziert. Ob die Vasektomie erfolgreich rückgängig gemacht werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Art des eigentlichen Eingriffes, des eventuellen Gebrauches mikrochirurgischer Verfahren und der Zeit, die seit der Vasektomie vergangen ist. Der Mann kommt auch weiterhin zum Orgasmus wie bisher, im Samenerguss gibt es bloß keine Spermien mehr. Nach dem operativen Eingriff vergehen normalerweise einige Monate, bevor im Samenerguss keine Spermien mehr vorhanden sind, deswegen muss man einige Zeit lang noch zusätzlich verhüten. Die Sterilisation des Mannes gilt als erfolgreich, wenn zwei Tests, die im Abstand von vier Wochen gemacht werden und mit denen geprüft wird, ob Spermien im Samenerguss vorhanden sind, negativ sind.

Viele entscheiden sich deswegen für eine Sterilisation, weil sie bereits eine große Familie haben. (jlp)
Sterilisation der Frau
Vorgang der Sterilisation der Frau
Die Eileiter der Frau werden durchtrennt. Damit wird verhindert, dass die Eizelle vom Eierstock zur Gebärmutter wandert. Die Sterilisation der Frau ist komplizierter und wird unter Betäubung durchgeführt. Danach muss sie zwei Tage im Krankenhaus bleiben. Für die meisten Frauen ist das der letzte Ausweg, da für sie keine andere Verhütungsmöglichkeit infrage kommt.
Medizinische Gründe für die Sterilisation der Frau
Für die Sterilisation gibt es auch eine medizinische Indikation. Sie liegt dann vor, wenn das die einzige Möglichkeit der Frau ist, wenn sie z. B. an Bluthochdruck leidet oder schwer herzkrank ist. In solchen Fällen werden die Kosten der Sterilisation von der Krankenkasse übernommen. Ärzte raten heute nach dem dritten Kaiserschnitt zu einer Sterilisation. Da aber das moderne chirurgische Nahtmaterial sehr hochwertig ist und die Narben fester, schöner und robuster sind, kann eine Frau auch mehrmals schwanger werden, wenn sie es möchte.

Kraft Gesetzes sind Männer und Frauen hinsichtlich der Sterilisation gleichgestellt. (jlp)
Was geschieht mit dem weiblichen Körper nach der Sterilisation?
Die Eizelle, die bis zur Ovulation heranreift, gelangt in die Bauchhöhle und verfällt. Wenige Frauen werden nach dem Eingriff von stärkeren Regelschmerzen geplagt. Nach der Sterilisation haben Frauen nach wie vor Menstruationszyklen, da ihr Hormonzyklus auch weiterhin unverändert ist.
Die Chancen einer späteren Refertilisierung stehen relativ schlecht (ungefähr bei 20 %).
Wer kann sich für eine Sterilisation entscheiden?
In Deutschland gibt es kein Gesetz, das die Sterilisation volljähriger und einwilligungsfähiger Personen gesondert regelt. Wie bei jedem anderen Eingriff müssen die Betroffenen gut darüber aufgeklärt sein und in den Eingriff einwilligen. Es gilt der Grundsatz, dass der Chirurg von der Ernsthaftigkeit des Entschlusses des Patienten überzeugt sein muss. Kein Arzt ist dazu verpflichtet, eine Sterilisation durchzuführen. Die Entscheidung für eine Sterilisation ist nämlich eine der schwierigsten Entscheidungen, die ein Mensch in seinem Leben fällt, da die Fähigkeit zur Befruchtung und Empfängnis eine der wichtigsten menschlichen Funktionen ist. Viele bereuen ihre Entscheidung.

Auch nach der Sterilisation besteht mit biomedizinischer Hilfe weiterhin die Möglichkeit der Befruchtung. (jlp)
Trotz Sterilisation besteht die Möglichkeit einer Schwangerschaft
In der Vergangenheit war die Sterilisation ein Entschluss fürs Leben, der nicht rückgängig gemacht werden konnte. Diese Zeiten sind vorbei, da eine Frau heutzutage auch nach der Sterilisation immer noch schwanger werden kann, und zwar mit biomedizinischer Hilfe. Man kann Spermien aus den Hoden des Mannes entnehmen und im Labor eine Eizelle heranreifen lassen und sie befruchten, erneut in einem Reagenzglas. Es ist auch möglich, die Durchgängigkeit der Eileiter wieder herzustellen, was jedoch ein ziemlich schwieriger und riskanter Eingriff ist.
Wenn wir über Verhütung sprechen, dürfen wir nicht vergessen, dass wir uns beim Geschlechtsverkehr vor einer ungewollten Schwangerschaft und Geschlechtskrankheiten schützen sollten. Eine Sterilisation bietet lediglich Schutz vor einer Schwangerschaft, jedoch nicht vor Geschlechtskrankheiten.























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