Andropause - die männlichen Wechseljahre
Jeder weiß über die Wechseljahre bei Frauen Bescheid. Aber was wissen Sie von den Wechseljahren bei den Männern? Ist Ihnen die Andropause ein Begriff?
Ein Mann in der Andropause braucht den Rückhalt seiner Partnerin und Familie. (PhotoXpress)
Was bedeutet das Wort "Andropause"?
Das Wort Andropause stammt aus dem Griechischen und bedeutet »andros« (Mann, Mensch) und "pausis" (Ende). Das Wort Andropause wird analog zum Begriff Menopause gebraucht. Die Menopause bedeutet das Aufhören der Regelblutung in den Wechseljahren der Frau. Die Bezeichnung Andropause ist zwar am meisten verbreitet, jedoch bleibt weiterhin umstritten.
Wann stellt sich beim Mann die Andropause ein?
Die Andropause tritt bei 30-40% der Männer im Alter von 45 bis 55 Jahren auf. Die ersten Zeichen treten nach dem 30. Lebensjahr auf. Dabei handelt es sich nicht um die Midlife-Crisis, sondern um eine hormonelle Veränderung, die außerdem die Gefühlswelt des Mannes beeinflusst. Im Alterungsprozess produziert der männliche Körper immer weniger Androgene. Die Andropause bei Männern und die Menopause bei Frauen sind ziemlich ähnlich, man sprich aber immer nur von der Frau und von ihren Beschwerden, die mit der Menopause verbunden sind. Vielleicht hat man die Männer ausgelassen, weil sie angeblich in der Zeit der Andropause an ihrer Männlichkeit verlieren?
Anzeichen für die Andropause
Die Libido lässt nach, die Erektion wird schwächer oder tritt nicht mehr auf, man fühlt sich ausgeschöpft - das passiert bei 80 % der männlichen Population. Die weiteren Anzeichen sind noch Reizbarkeit, Willenlosigkeit, Depression (bei 70 %), Nervosität, Knochenmarkverlust, Muskel- und Gelenkschmerzen, kein Interesse am Sex, unregelmäßige Morgenerektionen, unregelmäßiger Herzschlag, häufiges Urinieren, Osteoporose, Stress, Ärger, Erinnerungsschwäche, Verwirrtheit und Gewichtszunahme. Manche Männer werden androgyner, sie werden "mütterlich", beseelt, freundlicher, liebevoller und sinnlicher.
Was tun, wenn die Andropause eintritt?
Die meisten Männer finden sich sehr schwer mit den Problemen der Andropause ab. Ihre männliche Energie wird schwächer und deswegen reden sie nicht gern davon. Gerade das Gespräch mit dem Arzt, der Partnerin oder dem Freund ist dabei sehr wichtig, wenn man sich mit den Problemen der Andropause richtig auseinandersetzen möchte.
Deswegen sollten Sie Sport treiben, sich gesund und regelmäßig ernähren, keinen Alkohol trinken und mit dem Rauchen aufhören. Die ersten Erfolgszeichen werden schnell zu bemerken sein.
Die Symptome der Andropause sehen jenen der Menopause bei der Frau sehr ähnlich. (PhotoXpress)
Welchen Einfluss hat die Andropause auf die Beziehung?
Oft passiert es, dass die Partner gleichzeitig ins Klimakterium kommen. Das kann für die Beziehung sehr stressig oder sogar destruktiv sein. Die Veränderungen im Sexualleben werden offensichtlich. Erektionen werden nicht mehr so häufig, vorhersehbar oder stark. Der Mann kann sich bedroht fühlen, wenn die Partnerin im Bett verspielter wird oder höhere Ansprüche stellt, denn er befürchtet, dass er mit ihr wird nicht mehr Schritt halten können. Wenn die Kommunikation in der Beziehung schon zuvor zu Wünschen übrig ließ, ist es nun höchste Zeit, die Kommunikation auf die richtigen Bahnen zu lenken. Wenn es trotzdem nicht geht, wäre es gut, die Hilfe eines Therapeuten zu suchen. So werden Sie Lösungen finden können, die das A und O für eine gute Beziehung sind.
Die Andropause ist nicht gleich Midlife-Crisis
Die Midlife-Crisis entsteht aus emotionalen Gründen: Die Kinder verlassen das Zuhause, die Eltern sterben, Freunde erleben Herzanfälle, der tägliche Stress wird unerträglich. Ganz im Gegenteil ist die Andropause ein hormoneller Zustand, die zwar emotionale Folgen haben kann, die aber kein Auslöser der Andropause sind.
Andropause tritt später auf
Die Midlife-Crisis beginnt meistens zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr, die Andropause zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr.
Warum kommt die Andropause überhaupt vor?
Gesellschaftliche Gründe für die Andropause
Kindheit, Erziehung, beruflicher Erfolg können das Auftreten der Andropause beeinflussen, obwohl das etwas paradox erscheint. Oft wird das Auftreten der Andropause von einem Ereignis ausgelöst. Die Midlife-Crisis folgt meistens unmittelbar nach einem Erfolgserlebnis.
Die Libido während der Andropause
Bei Männern in der Midlife-Crisis steigt das sexuelle Verlangen normalerweise. Der Sex kann eine vorübergehende Lösung für Probleme sein. Das stimmt aber für die Andropause nicht: die Libido und die Erektion werden schwächer.































