Ausreichend geschützt trotz Latexallergie

29.12.2010 | T. B.

Welche Kondome kommen bei einer Latexallergie infrage und sind diese auch für Nichtallergiker geeignet?

 

 

Latexallergie

Für Menschen mit einer Latexallergie ist es manchmal schwer, einen geeigneten Schutz zu finden.

 

Mehr über die Latexallergie finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!

 

Latexfreie Kondome bieten nicht den gleichen Schutz wie Kondome aus Latex, deshalb gelten sie nur für Menschen mit Latexallergie als empfehlenswerte Alternative. Wer an einer Latexallergie leidet, kann zurzeit zwischen fünf latexfreien Kondomarten wählen.

Warum kommt es zur Latexallergie?

Die Hintergründe, die zur Entwicklung einer Latexallergie führen, können nicht genau bestimmt werden. Sie ist vererbbar, kann aber auch die Folge verschiedener Operationen sein, vor allem am Nervensystem, bei denen der Patient längere Zeit mit Handschuhen aus Latex in Berührung ist. Auch andere Begebenheiten, die einen häufigen Gebrauch von Latex voraussetzen, können als Ursache gewertet werden. Darauf lassen Angaben über die Verbreitung der Latexallergie schließen: Generell kann sie bei 1 bis 6 % der Menschen festgestellt werden, während bei Arbeitskräften im Gesundheitswesen der Prozentsatz auf 8 bis 12 % ansteigt.

Was sind die Anzeichen einer Latexallergie?

Eine allergische Reaktion kann schon nach wenigen Minuten oder erst nach einigen Stunden nach dem Kontakt mit dem Material eintreten. Mildere Auswirkungen der Latexallergie auf den Körper sind Juckreiz sowie eine trockene und brennende Haut. Bei einer stärkeren Reaktion treten die gleichen Symptome auf, sie sind jedoch ausgeprägter und dauern länger an. Außerdem breiten sich die Schmerzen und das Unwohlsein auf andere Körperregionen aus. Eine sehr stark ausgeprägte Latexallergie kann zu Atemproblemen führen. Kommt es im Verlauf der allergischen Reaktion zu einem anaphylaktischen Schock, können die Folgen sogar verheerend sein.

Wie kann man sich bei einer Latexallergie am besten schützen?

Für Menschen mit einer Latexallergie bieten zum Beispiel Kondome aus Polyurethan viele Vorteile. Anders als die meisten Kondome aus Latex sind diese dünner und geruchlos beziehungsweise geruchsarm. Außerdem können sie in Verbindung mit Gleitmitteln auf Ölbasis, wie zum Beispiel Vaseline, verwendet werden, da sie durch sie nicht beschädigt werden können. Ein entscheidender Nachteil im Vergleich zu Latexkondomen hingegen ist die geringere Elastizität. Weil sich der Stoff weniger stark dehnen lässt, kann das Kondom schneller reißen. Studien über die Wirksamkeit des Materials beim Schutz gegen Geschlechtskrankheiten sind noch nicht abgeschlossen. Da viele Betroffene mit Latexallergie Bedenken in Bezug auf die Dehnbarkeit der Polyurethan-Kondome haben, können Kondome aus Polyisopren Abhilfe schaffen. Sie sind genauso belastbar und wirksam wie Latexkondome. Außerdem sind sie dehnbarer und deshalb weniger reißgefährdet als die aus Polyurethan, auch wenn sie nicht so dünn sind. Nostalgiker und Naturfreunde, mit oder ohne Latexallergie, schwören dagegen auf Kondome aus tierischen Membranen. Sie sind das älteste bekannte Verhütungsmittel, schützen jedoch nicht vor Geschlechtskrankheiten. Einige finden vor allem ihren Geruch anziehend, da er sie an den Stallgeruch erinnert.

 

Mehr über die Latexallergie finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!

 

 


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