Das psychische Befinden nach einer Abtreibung

13.04.2010 | T. B.

Es gibt sehr verschiedene psychische Reaktionen auf eine Abtreibung, die sich vom Bedauern bis zur Erleichterung erstrecken.

 

 

Auch wenn wir gegen die Abtreibung sind, sollten Frauen die Möglichkeit haben, die Abtreibung in einer Einrichtung durchführen zu lassen, wo sie fachgemäß gemacht wird. (PhotoXpress)

Auch wenn wir gegen die Abtreibung sind, sollten Frauen die Möglichkeit haben, die Abtreibung in einer Einrichtung durchführen zu lassen, wo sie fachgemäß gemacht wird. (PhotoXpress)

 

Das psychische Befinden der Frau nach einer Abtreibung

Menschen reagieren sehr unterschiedlich auf eine Abtreibung, obwohl von der betroffenen Person meistens erwartet (oder sogar verlangt) wird, dass sie leidet, ein schlechtes Gewissen hat oder sich sogar schämt. Eine Frau empfindet nach der Abtreibung meistens Bedauern oder Erleichterung. Auch wenn sie niemandem von der Abtreibung erzählt, kann sie trotzdem vom vorherrschenden gesellschaftlichen Klima geprägt werden, das ihr vorschreibt, wegen der Abtreibung Schuldgefühle haben zu müssen. Ungeachtet dessen fällt die Entscheidung für eine Abtreibung einem sehr schwer, da man dabei in einen großen Zwiespalt zwischen Intuition und Verstand gerät. Es stimmt zwar, dass es für keine Frau leicht ist, sich für eine Abtreibung zu entscheiden, nach der Abtreibung sind aber trotzdem viele erleichtert. Die Einstellung der Gesellschaft gegenüber der Abtreibung trägt oft mehr dazu bei, dass sich die Frau schlecht fühlt, als die Abtreibung an sich. Auch die soziale und finanzielle Situation, die oft die Hauptgründe für eine Abtreibung sind, haben einen großen Einfluss auf das psychische Befinden. Wichtige Faktoren sind auch das Alter der Frau und die Unterstützung seitens ihrer Familie, ihres Partners und ihrer Freunde.

Was kann man gegen die körperlichen Folgen der Abtreibung tun?

Auf eine Abtreibung muss man gut vorbereitet sein. Sowohl psychisch als auch körperlich. Dabei können Ihnen natürlich auch Ärzte helfen. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen, Sie haben nämlich ein Recht darauf, eine Entscheidung zu treffen, die auf allen Fakten beruht. So können Sie sich auch leichter darauf vorbereiten. Nicht nur auf den Eingriff, sondern auch auf die Tage danach. Um schneller zu genesen, sollten Sie nach der Abtreibung viel Flüssigkeit trinken, sich ein paar Tage frei nehmen, körperliche Anstrengungen vermeiden, dem Körper Nährstoffe zuführen, Vitamine einnehmen, auf die Ernährung achten und den Körper nicht noch zusätzlich mit der Verdauung von schwerem Essen belasten. Versuchen Sie so viel wie möglich zu schlafen, dabei erholen sich nämlich sowohl Ihr Körper als auch Ihre Seele. Sie sollten ungefähr zwei Wochen nichts in die Vagina einführen, auch keine Tampons. Heben Sie keine schweren Lasten. Nehmen Sie keine warmen Bäder und besuchen Sie keine öffentlichen Schwimmbäder, da Sie dadurch die Gefahr einer Infektion vergrößern.

Abtreibung und Fruchtbarkeit

Nur wenige unfruchtbare Frauen können nicht schwanger werden, weil sie mehrere Abtreibungen hinter sich haben. Oder anders gesagt, die Anzahl der Abtreibungen hat nur selten einen Einfluss darauf, ob eine Frau später schwanger werden kann.

Auch wenn wir gegen die Abtreibung sind (aus moralischen oder anderen Gründen), sollten Frauen die Möglichkeit haben, die Abtreibung in einer Einrichtung durchführen zu lassen, wo sie fachgemäß gemacht wird. Anderenfalls kann eine Abtreibung nämlich noch viel mehr Schaden anrichten. Die Frau kann deswegen erkranken oder sogar sterben. Eine Frau, die sich für eine Abtreibung entscheidet, wird das machen lassen, koste es, was es wolle. Viele fragen sich wahrscheinlich, warum die Gesellschaft diejenigen, die "verantwortungs- und gewissenlos" sind, mit Samthandschuhen anfassen sollte. Deswegen, weil wir uns durch die Evolution wenigstens etwas weiterentwickelt haben sollten als unsere Affenvorfahren. Menschen, die der Meinung sind, dass Frauen, die sich für eine Abtreibung entscheiden, trotz der Seelenqualen, die sie ohnehin durchleiden, noch zusätzlich leiden müssten, sind wirklich die letzten, die was zu sagen haben sollten. Man sollte nämlich lieber das Gewissen dieser Menschen infrage stellen als das Gewissen derjenigen, die eine Abtreibung machen lassen.

 



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