Der Koitus interruptus funktioniert!

5.01.2011 | Z. J.

Der Koitus interruptus gilt als eine der ältesten Verhütungsmethoden in der Geschichte der Menschheit.

 

 

Koitus interruptus

Koitus interruptus oder doch lieber die Pille? (PhotoXpress)

 

Mehr über den Koitus Interruptus finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!

 

Viele Frauen blicken oft eher mit Distanz auf Bekannte, die auf den Koitus interruptus als gängige Verhütungsmethode schwören. Einer Vielzahl von Forschungen nach gilt der Koitus interruptus im Durchschnitt als 81-prozentig sicher, es gibt jedoch aber auch andere Forschungsergebnisse, die mit ihren eigenen Findungen aufhorchen. Nach einer kürzlich von der Amerikanerin Rachel K. Jones durchgeführten Studie soll der Koitus interruptus als Verhütungsmethode sogar fast so sicher sein wie das Kondom, wenn man sie nur  wirklich richtig anwenden würde. Ihren Findungen nach soll der Koitus interruptus bei richtiger und minutiöser Anwendung nämlich gar zu 96 Prozent sicher sein.

Warum vertraut man dem Koitus interruptus nicht wirklich?

Der Koitus interruptus hat seine Wurzeln in der Bibel und soll auch vom Propheten Mohammed gutgeheißen worden sein. Die katholische Kirche gab dem Koitus interruptus ihren Segen natürlich nicht, da jener Maxime nach Geschlechtsverkehr ausschließlich zur Fortpflanzung gefrönt werden müsse.

Warum entscheiden sich dann dennoch so viele im Zuge des Verhütens zum Koitus interruptus? Vielleicht haben Sie im Moment der Lust kein Kondom zur Hand oder reagieren gar allergisch auf Latex oder auf das Spermizid. Vielleicht halten gewisse Frauen aber auch den Gebrauch eines Diaphragmas für zu kompliziert oder vertragen die Pille nicht, usw.

Die Medikalisierung von Sex

Das Gebären und das Aufziehen von Kindern ruhten schon immer auf den Schultern der Frauen, darum ist es verständlich, warum sich vor allem Feministinnen für eine Verhütung aussprachen, im Zuge jener die Kontrolle wirklich in Frauenhänden liege. Die Kontrolle liegt leider jedoch nicht exklusiv in der Befugnis von Frauen, sondern in denn Händen der Ärzte und der Pharmaindustrie. Die Medikalisierung der Schwangerschaft und des Gebärens wurde dadurch auch auf das Geschehen vor dem eigentlichen Geschlechtsakt ausgeweitet.

Wenn Frauen heutzutage ihren Gynäkologen aufsuchen, wird ihnen nicht nur die Pille verschrieben. Dazu bekommen sie in der Regel noch ein Rezept für Vaginaltabletten, die den pH-Wert der Scheide wieder ins Lot rücken sollen, nach dem ihn die Pille „versäuerte“. Da die Pille auch die Austrocknung der Vagina als Nebenwirkung hervorruft, empfehlen Frauenärzte noch nach Gleitmitteln zu greifen, damit beim Geschlechtsverkehr die Vaginalschleimhaut nicht gereizt wird. Dieses Beispiel gilt als Paradebeispiel für die Medikalisierung von Sex.

Nimmt man das als Leitlinie, so ist es einfacher nachzuvollziehen, warum sich viele Paare für den Koitus interruptus zum Verhüten entscheiden, vor allem dann, wenn man noch zusätzlich davon ausgeht, dass das Spermizid, mit dem Kondome in der Regel überzogen sind, Vielen eine mehrtätige Auszeit von Sex bescheren kann. Und wenn man Rachel K. Jones glauben kann, ist der Koitus interruptus bei wirklich richtiger Anwendung gar zu 96 Prozent sicher.

 

Mehr über den Coitus Interruptus finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!

 

 



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