Die Billings-Methode zur natürlichen Familienplanung
Die nach dem australischen Neurologen John Billings benannte Methode ist eher als zur Empfängnisverhütung für Paare mit Kinderwunsch geeignet.
Die Vorzüge der Billings-Methode sollten gut studiert werden. (jlp)
Worum handelt es sich bei der Billings-Methode?
Der australische Neurologe John Billings stellte fest, dass sich der Muttermundschleim kurz vor dem Eisprung verändert. Während der unfruchtbaren Tage der Frau ist der Muttermundschleim dickflüssig. John Billings stellte fest, dass der Muttermundschleim flüssiger wird, je näher die fruchtbaren Tage rücken. Befindet sich die Frau in der fruchtbarsten Phase ihres Zyklus, so wird der Muttermundschleim zäher und lässt sich zwischen den Fingern zu Fäden ziehen. Der Muttermundschleim wird dadurch durchlässiger für die Spermien, die somit leichter zum Ei vordringen können. Nach der Billings-Methode sollte also aufgrund der Beobachtung der Konsistenz des Muttermundschleims möglich sein, die fruchtbaren Tage der Frau zu bestimmen, da nach der Billings-Methode der Muttermundschleim sogleich nach Ablauf der fruchtbaren Tage ganz verschwinden soll.
Die Billings-Methode kann Paaren mit Kinderwunsch das Eingrenzen der fruchtbaren Tage erleichtern. (jlp)
Ist die Billings-Methode auch eine sichere Verhütungsmethode?
Da viele Frauen durch ihren ganzen Zyklus hindurch die Präsenz von Muttermundschleim beobachten können, keimen in Bezug auf das Verschwinden des Muttermundschleims nach dem Ablauf der fruchtbaren Tage einige Zweifel auf. Der Muttermundschleim formt sich nämlich oft auch in Schüben, was beim Stützen auf die Billings-Methode zur falschen Annahme führen könnte, dass die fruchtbaren Tage innerhalb des bestimmten Zyklus der Frau schon vorbei wären. Wendet man also die Billings-Methode zur Empfängnisverhütung an, geht man das Risiko ein, den Zeitraum des Eisprungs falsch einzuschätzen und nimmt dadurch eine ungewollte Schwangerschaft in Kauf.
Führen Sie ihren Zykluskalender regelmäßig und vergessen Sie nicht darauf, auch Ihre Beobachtungen bezüglich des Muttermundschleims einzutragen. (jlp)
Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft
Auf dem sogenannten Pearl-Index (benannt nach dem Biologen Raymond Pearl), das angibt, wie oft es zur Schwangerschaft kommt, wenn 100 sexuell aktive Frauen ein Jahr lang eine bestimmte Methode zur Empfängnisverhütung nutzen, liegt die Billings-Methode bei etwa 15. Das bedeutet, dass die Billings-Methode auf 100 Frauen, die ein ganzes Jahr lang nach der Billings-Methode verhüten würden, in etwa 15 Fällen zur Schwangerschaft führen soll.
Wozu nützt also die Billings-Methode?
Eher als zur Empfängnisverhütung ist die Billings-Methode geeigneter für jene Paare, die auf eine Schwangerschaft aus sind. Durch die Beobachtung der Konsistenz des Muttermundschleims können Paare die furchtbare Zeit eingrenzen, um eine gewollte Schwangerschaft leichter planen zu können, auch in Bezug auf die Qualität des Spermas des Mannes. Die Spermien brauchen in der Regel nämlich durchschnittlich 3 Tage, um zur entsprechenden Reife zu gelangen.
Sofern sie mit einer anderen, geeigneten Verhütungsmethode kombiniert wird, kann die Billings-Methode trotzdem ihren Teil zur Empfängnisverhütung beitragen. (jlp)
Die Billings-Methode kann aber auch kombiniert werden
Die Billings-Methode kann aber trotzdem ihren Teil zur Empfängnisverhütung beitragen, sofern sie mit einer anderen, geeigneten Verhütungsmethode kombiniert wird. Durch das Kombinieren der Billings-Methode mit der sogenannten Temperaturmethode entsteht nämlich die sogenannte symptothermale Methode, die unter optimalen Bedingungen, in Verbindung mit entsprechender Erfahrung und angemessenem Wissen der Frau über das Funktionieren ihres Körpers und das Ablaufen ihrer Zyklen, auf dem Pearl-Index bei 0,5 liegen kann, also beim gleichen Wert wie die Antibabypille.
Die Billings-Methode gründet also auf viel Erfahrung und Disziplin, darum weisen wir Sie nochmals darauf hin, dass die beste Verhütungsmethode, auch zum Schutz vor Geschlechtskrankheiten, immer noch die sach- und fachgerechte Anwendung eines Kondoms ist.


































