Die häufigsten Beschwerden im Klimakterium (Teil 2)
Aufgrund des gestörten Hormongleichgewichts treten bei vielen Frauen im Klimakterium ernst zu nehmende Beschwerden auf.
Auch im Klimakterium haben Sie das Recht auf ein schmerzfreies Leben ohne Beschwerden. (jlp)
Die stärksten Beschwerden treten nach 2 bis 5 Jahren nach Anfang des Klimakteriums auf
Bei der urogenitalen Atrophie handelt es sich um Beschwerden, auf die sich jede Frau ab einem gewissen Alter einstellen muss. Auch wenn sich die Frau mitten im Klimakterium befindet und bisher noch über keine Beschwerden geklagt hat, kann es passieren, dass die Scheide plötzlich sehr empfindlich wird. Die häufigsten Beschwerden in dieser Phase des Klimakteriums sind daher Juckreiz und ein unangenehmes Brennen im Intimbereich. Beim Geschlechtsverkehr sind diese vaginalen Veränderungen am stärksten spürbar, da der Feuchtigkeitsgrad der Vaginalschleimhaut im Klimakterium abnimmt. Folglich kommt es beim Geschlechtsakt zu Beschwerden, die sehr unangenehm sind und sogar Schmerzen verursachen können. Wegen der verringerten Säurehaltigkeit im Vaginalbereich können sich im Inneren der Scheide Bakterien vermehren, die bei einer Schwächung der natürlichen Körperabwehr einen grünen Ausfluss und andere Beschwerden, wie zum Beispiel ein dauerhaftes Unwohlsein, verursachen können. Aufgrund des Mangels an Geschlechtshormonen sind auch die Harnorgane geschädigt, weshalb viele Frauen im Klimakterium an verstärktem Harndrang und einem unangenehmen und brennenden Gefühl beim Wasserlassen leiden. Bei einigen Frauen wird dadurch oft auch die Nachtruhe gestört.
Die Beschwerden im Klimakterium sollten dem Arzt vorgestellt werden
Manche Frauen besprechen die beschriebenen Beschwerden nicht mit ihrem Arzt, weil sie sich schämen oder sie einen solchen Zustand im Klimakterium als normal ansehen. Ähnlich wie mit dem Ergrauen oder der Faltenbildung beim Älterwerden finden sie sich im Klimakterium mit den zahlreichen Beschwerden der Vagina und der Harnwege einfach ab. Doch die urogenitale Atrophie ist eine Erkrankung, deren Symptome gemildert werden können und die bei richtiger Behandlung der Beschwerden vollkommen heilbar ist. Deshalb raten wir allen Frauen, die Anzeichen einer urogenitalen Atrophie bei sich entdecken, sich vom Gynäkologen so schnell wie möglich untersuchen zu lassen, egal ob sie sich im Klimakterium befinden oder nicht.
Obwohl das Klimakterium ein Lebensabschnitt ist, in dem viele Frauen an bestimmten Beschwerden leiden, müssen Sie den unangenehmen Zustand nicht kampflos hinnehmen. (jlp)
Wie sieht die Behandlung von durchs Klimakterium ausgelösten Beschwerden aus?
Ihr Frauenarzt wird zuerst wissen wollen, welche Beschwerden Sie festgestellt haben, woraufhin er einen Test zur Ermittlung der Säurehaltigkeit der Scheide machen wird. Bei der Untersuchung von Frauen im Klimakterium achten Gynäkologen vor allem auf die Vaginalschleimhaut, die bei auffälliger Dünnheit, Bleiche und punktartigen Blutungen auf einen Krankheitszustand hindeutet. Mithilfe des Ultraschalls wird außerdem die Gebärmutterschleimhaut untersucht, die ebenso nicht zu dünn sein darf. Der Frauenarzt wird daraufhin feststellen, ob Erkrankungen vorliegen, die die bei Beschwerden im Klimakterium übliche Östrogentherapie ausschließen würden. Dabei handelt es sich vor allem um Brustkrebs, Krebs der Gebärmutterschleimhaut, ungeklärte Blutungen aus den Gebärorganen, venöse oder arterielle Thrombolie, Lebererkrankungen, Porphyrie und unbehandelte arterielle Hypertonie. Mit Rücksicht auf das Gespräch und die Untersuchung wird der Arzt die geeignetste Behandlungsmethode für Ihre Beschwerden festlegen. Bei Patientinnen im Klimakterium wirkt die vaginale Östrogentherapie üblicherweise am effektivsten.
Es gibt verschieden Möglichkeiten, die Beschwerden im Klimakterium zu behandeln
Die vaginale Östrogentablette enthält 17β-Estradiol, ein natürliches Hormon, das dem körpereigenen Östrogen am ähnlichsten ist. Es ist wichtig, die Dosis genau abzumessen, deshalb liegt ein Applikator bei, mit dem die Tablette sicher und einfach tief in die Scheide eingeführt werden kann, bevor man ihn aus Gründen der Hygiene entsorgt. In den ersten zwei Wochen der Therapie gegen die Beschwerden im Klimakterium wird die Pille jeden Tag vor dem Zu-Bett-Gehen verabreicht, nach 14 Tagen nur noch zweimal pro Woche. Die Behandlung kann zwar sehr lange dauern, in den meisten Fällen sind der Rückgang der Beschwerden und die vollständige Heilung jedoch relativ schnell zu verzeichnen. Weniger geeignet zur Behandlung von Beschwerden des Klimakteriums sind laut Meinung vieler Ärzte und Patientinnen Östrogencremes, weil sie trotz genauer Anleitungen inkonsequent eingenommen und meist zu früh abgesetzt werden. Außerdem ist die Dosierung der Cremes schwieriger, weswegen es bei deren lokaler Anwendung häufiger zu Nebenwirkungen kommt. Diese sind zum Beispiel Blutungen aus der Schleimhaut und die Verdickung der Gebärmutterschleimhaut, die wiederum zu Krebserkrankungen führen kann. Die neueste Therapiemöglichkeit bei Beschwerden im Klimakterium sind Östrogenringe, die um den Gebärmutterhals gelegt über drei Monate kleine Östrogeneinheiten in die Scheide freisetzen. Die Frau wird dadurch weder bei der Arbeit noch beim Geschlechtsverkehr gestört.































