Die häufigsten Beschwerden im Klimakterium

7.11.2009 | J. P.

Hier finden Sie alles Wissenswerte über das Klimakterium: seine Ursachen, die typischen Beschwerden und die gängigen Behandlungsmethoden.

 

 

Das Klimakterium bringt für ganze 80 % der Frauen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und andere unangenehme Beschwerden mit sich. (jlp)

Das Klimakterium bringt für ganze 80 % der Frauen Hitzewallungen, Schweißausbrüche und andere unangenehme Beschwerden mit sich. (jlp)

Wieso kommt es im Klimakterium zu Beschwerden?

Als Klimakterium wird der Zeitraum vor und nach der Menopause, also der letzten Regelblutung, bezeichnet. In diesen 5 bis 10 Jahren treten bei manchen Frauen verschiedene Beschwerden auf, die auf den graduellen Abbau der Geschlechtshormone – der eigentliche körperliche Vorgang während des Klimakteriums – zurückzuführen sind. Genauer gesehen werden die Beschwerden im Klimakterium also durch den Funktionsverlust der Eierstöcke verursacht, die mit dem fortschreitenden Alter der Frau immer weniger Östrogen und Progesteron bilden.

Kurz- und langfristige Beschwerden im Klimakterium

Zu den frühen oder kurzfristigen Beschwerden des Klimakteriums zählen Hitzewallungen, nächtliche Schweißausbrüche, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Stimmungstiefs, Konzentrationsstörungen und Vergesslichkeit. Einschätzungen von Experten zufolge leiden ganze 80 % der Frauen im Klimakterium an unangenehmen Schweißanfällen bei Tag oder bei Nacht. Die langfristigen Beschwerden treten erst im späteren Verlauf des Klimakteriums auf, ungefähr 2 bis 5 Jahre nach der Menopause. Als Folge des Hormonmangels wird die Scheide empfindlicher, Juckreiz und Brenngefühl sind zu spüren, vor allem während des Geschlechtsverkehrs. Außerdem kann bei Frauen im Klimakterium der Urintrakt betroffen sein, was sich durch stärkeren Harndrang und ein unangenehmes, brennendes Gefühl beim Wasserlassen äußert. Fachsprachlich werden diese Beschwerden als urogenitale Atrophie bezeichnet. Mehr darüber können Sie im zweiten Teil des Artikels nachlesen.

Die Hormonumstellung im Klimakterium verursacht Beschwerden der Scheide

In der Scheide als einem Teil der Gebärorgane sind Östrogenrezeptoren vorhanden. Vor der Menopause ist das Vaginalmilieu sauer (niedriger pH-Wert). In ihm vollzieht sich die Umwandlung des Glykogens aus den Körperzellen in Milchsäure, die die Scheide vor Infektionen schützt und die Vermehrung von krankheitserregenden Bakterien verhindert. Wenn, wie vor dem Klimakterium, genug Östrogen produziert wird, ist die Schleimhaut ausreichend durchblutet und die Frau hat keine Beschwerden bezüglich des physiologischen Ausflusses. Eine ausreichende Östrogenversorgung stellt auch eine ausreichende Befeuchtung der Vagina und eine angemessene Empfindlichkeit gegenüber mechanischen Reizen sicher. Mit Auftreten des Klimakteriums fällt der Östrogenspiegel im Körper und die Säurehaltigkeit der Vagina nimmt ab. Folglich kommt es zum Befall durch verschiedene Bakterien, neben harmlosen Laktobazillen vor allem auch durch Streptokokken und Staphylokokken. Als Folge der verminderten lokalen Abwehr kann nun ein grünlicher Ausfluss auftreten, begleitet von Schwächegefühl und anderen Beschwerden.

 

Wenn auch Sie im Lebensabschnitt des Klimakteriums angekommen sind, suchen Sie Hilfe bei Ihrem Frauenarzt, der die Beschwerden lindern kann. (jlp)

Wenn auch Sie im Lebensabschnitt des Klimakteriums angekommen sind, suchen Sie Hilfe bei Ihrem Frauenarzt, der die Beschwerden lindern kann. (jlp)

Wie werden die Beschwerden von Frauen im Klimakterium behandelt?

Allen Frauen, die sich im Klimakterium befinden und die beschriebenen Beschwerden entdecken, ist dringendst ein Besuch beim Gynäkologen anzuraten. Die durchs Klimakterium ausgelösten Beschwerden werden umso erfolgreicher behandelt werden können, je früher man mit der Therapie anfängt. Heutzutage gilt die Hormonersatztherapie als vollkommen sicher, sie hat keine größeren Nebenwirkungen und eine relativ hohe Erfolgsquote. Um die Beschwerden im Klimakterium erträglicher zu machen, verschreibt der Arzt im Rahmen der Hormonersatztherapie die kleinstmögliche Konzentration an Hormonen, sodass die Behandlung der Beschwerden effektiv ist und ein uneingeschränkter Alltag trotzt Klimakterium ermöglicht wird. Der Wirkstoff wird oral in Form von Tabletten eingenommen, bei Frauen, die bereits Pillen zur Blutdrucksenkung einnehmen müssen, werden zur Therapie gegen die Beschwerden im Klimakterium jedoch Pflaster verschrieben.

Was erwartet die Frau im Klimakterium beim Gynäkologen? Wie wird die Behandlung der Beschwerden festgelegt?

Bevor der Frauenarzt zu einer Therapie gegen die oben genannten Beschwerden rät, fallen Untersuchungen, wie die Blutdruckmessung und die Ermittlung des Körpergewichts, an. Danach werden verschiedene chronische Erkrankungen ausgeschlossen: Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Fettwerte im Blut sowie Leber- und Immunsystemerkrankungen. Im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung wird ein Abstrich des Gebärmutterhalses gemacht und die inneren Genitalien werden abgetastet. So werden, letztlich auch mit Hilfe des Ultraschallgerätes, verschiedene gynäkologische Erkrankungen wie Myome, Endometriose, Hyperplasie der Gebärmutterschleimhaut, krankhafte Blutungen aus der Gebärmutter und Krebserkrankungen ausgeschlossen, da im Falle solcher Krankheitsbildern eine Hormontherapie nicht angewendet werden darf. Aus demselben Grund wird sichergestellt, dass die Patientin nicht schwanger ist. Außerdem werden die Brüste untersucht und es wird auf die Notwendigkeit der regelmäßigen Selbstuntersuchungen und der mammografischen Untersuchung alle zwei Jahre hingewiesen. Befinden auch Sie sich im Klimakterium und leiden an den genannten Beschwerden, werden Sie also zuerst auf Ihren Gesundheitszustand hin untersucht und dann entscheidet der Arzt, ob die Hormonersatztherapie für Sie infrage kommt. Die Kontrolluntersuchung erfolgt in ein paar Monaten, die nächste Vorsorgeuntersuchung dann immer jährlich.

 



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