Die Verhütung mit dem Diaphragma ist wieder im Kommen
Als gesündere Alternative zur Verhütung mit der Pille erlebt das Diaphragma seinen zweiten Frühling.
Das Diaphragma wird in Deutschland wieder häufiger zur Verhütung angewandt.
Wie wirkt das Diaphragma bei der Verhütung?
Beim Diaphragma handelt es sich um eine Gummikappe mit rundlicher Form und einem mit Gummi bezogenen Ring im Rand. Das Diaphragma passt sich nach dem Einsetzen dem Gebärmutterhals an. Bei der Verhütung durch ein Diaphragma wird so der Eintritt der Samenflüssigkeit in die Gebärmutter verhindert. Es kann sich beim Sex verschieben, da es nicht fest fixiert wird, deshalb sollte neben der Verhütung mit einem Diaphragma auf das Innere des Diaphragmas ein Spermizid aufgetragen werden. Dadurch werden die Spermien abgetötet, die den Schutz des Diaphragmas möglicherweise umgehen. Auf den ersten Blick sieht das Diaphragma zu groß für die Scheide aus und ungeeignet zur Verhütung, doch wenn es an den Rändern zusammengedrückt wird, bekommt es eine längliche Form und kann ohne Schwierigkeiten in die Scheide eingesetzt werden. Das schnelle Einsetzen setzt etwas Übung voraus. Wenn es erst einmal eingesetzt ist, darf es für die Frau nicht mehr spürbar sein. So weiß man, dass es richtig sitzt. Die Größe des Diaphragmas ist unterschiedlich, welches für Sie das richtige ist, muss von einem Gynäkologen festgestellt werden.
So ist das Diaphragma richtig eingesetzt und kann zur Verhütung verwendet werden.
Wie sicher ist die Verhütung mit einem Diaphragma?
Bei richtiger Anwendung und der Kombination mit einem Spermizid liegt die Misserfolgsrate bei der Verhütung mit dem Diaphragma zwischen 4 bis 8 Prozent.
Wie wendet man das Diaphragma zur Verhütung an?
Man kann das Diaphragma mehrere Stunden, bevor die Wirkung der Verhütung einsetzen soll, also vor dem Geschlechtsverkehr, einsetzen. Wenn zwischen dem Zeitpunkt des Einsetzens und des Geschlechtsverkehrs jedoch mehr als 3 Stunden liegen, muss neues Spermizid angebracht werden. Dasselbe gilt bei wiederholtem Geschlechtsverkehr. Das Diaphragma muss dafür nicht aus der Scheide entfernt werden, manchen Paaren dient das zusätzliche Beschmieren mit dem Verhütungsgel sogar als Vorspiel. Nach dem Geschlechtsverkehr ist es wichtig, das Diaphragma wenigstens noch 6 Stunden in der Scheide zu lassen, denn nur so wird eine erfolgreiche Verhütung ermöglicht. Es wird verhindert, dass eventuell verbleibende Spermien überleben und zur Eizelle gelangen. Weil die Möglichkeit von Abschürfungen oder des toxischen Schocksyndroms besteht, muss das Diaphragma spätestens nach 24 Stunden wieder aus der Scheide gezogen werden. Um das Diaphragma zu entfernen, muss man mit dem Zeigefinger unter den vorderen Rand des Diaphragmas fassen und es aus der Scheide herausziehen. Danach muss das Diaphragma mit milder Seife unter warmem Wasser abgespült, getrocknet und zur Aufbewahrung in das Schächtelchen, in dem es gekauft wurde, gegeben werden. Auch regelmäßige Kontrollen sind wichtig, um eventuelle Löcher festzustellen. Dafür wird das Diaphragma gegen das Licht gehalten.
Das Diaphragma kann 3 Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingesetzt werden, aber es muss spätestens nach 24 Stunden entfernt werden. (jlp)
Die Verhütung mit dem Diaphragma erfordert Vorsicht
Nach dem Einsetzen muss überprüft werden, ob das Diaphragma den Gebärmutterhals überdeckt. Besondere Vorsicht ist bei Frauen mit langen Fingernägeln geboten, denn, wenn das Diaphragma beim Entfernen beschädigt wird, ist die Wirkung der Verhütung nicht mehr gegeben. Jedes Jahr ist außerdem eine Untersuchung beim Gynäkologen erforderlich.
Ist die Verhütung mit dem Diaphragma störend beim Geschlechtsverkehr?
In der Regel behindert das Diaphragma den Geschlechtsverkehr nicht, doch viele Frauen geben an, dass das Einsetzen und Entfernen sehr unangenehm sind. Einige Paare können sich mit dem eigenartigen Geschmack des Spermizides nicht anfreunden, da er beim Oralverkehr störend sein kann. Beim Sex kann es vorkommen, dass der Partner das Diaphragma mit seinen Fingern oder mit seinem Glied berührt.
Um eine ausreichende Verhütung zu gewährleisten, werden Verhütungsgels oder Cremes innen auf das Diaphragma aufgetragen. (jlp)
Die Vorteile der Verhütung mit dem Diaphragma
Zu den Vorteilen der Verhütung mit dem Diaphragma gehören sicher die wenigen Nebenwirkungen, die das Diaphragma hat, und die Tatsache, dass es die Fruchtbarkeit nicht beeinträchtigt. Außerdem wird durch die Verhütung mit dem Diaphragma das Risiko, am Gebärmutterhalskrebs zu erkranken, vermindert und der Schutz vor einigen Geschlechtskrankheiten erhöht.
Nachteile der Verhütung mit dem Diaphragma
Wenn man sich für die Verhütung mit dem Diaphragma entscheiden, muss man auf die Spontanität beim Sex verzichten, denn man muss schon im Voraus wissen, ob und wann es zum Verkehr kommt. Außerdem ist die Anwendung am Anfang unangenehm und es erfordert ein wenig Übung, bis man das Diaphragma ohne Probleme einsetzen kann. Für die Anpassung des Diaphragmas ist ein Besuch beim Gynäkologen notwendig. Bei einigen Frauen erhöht das Diaphragma das Risiko einer Harnweginfektion und es schützt nicht vor einigen Geschlechtskrankheiten, wie zum Beispiel vor dem HIV-Virus oder Herpes.


































