Ein Gel gegen die HIV-Übertragung
Mit dem neuen Gel gegen die HIV-Übertragung können Frauen selbst vorbeugende Maßnahmen treffen.
Jetzt können auch Frauen selbst etwas gegen die HIV-Übertragung tun. (PhotoXpress)
Wissenschaftler haben in Südafrika ein vaginales Gel getestet, welches die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung um ganze 50 % senkt. Obwohl das Kondom weiterhin das effizienteste Mittel gegen die HIV-Übertragung bleibt, gibt es weiterhin unzählige Männer, die diesen Schutz aus Gummi ablehnen. Aus diesem Grund ist es noch besonders wichtig, ein Mittel zu entwickeln, welches Frauen alleine benutzen können.
Tenofovir senkt die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung
Das vaginale Gel enthält Tenofovir, einen mikrobiziden Arzneistoff gegen HIV. Mikrobizide sind chemische Substanzen, die Mikroben (Viren und Bakterien) abtöten, weswegen sie beim Schutz gegen eine HIV-Übertragung besonders effizient sind.
Die Studie zeigte, dass Tenofovir die HIV-Übertragung in den ersten 12 Monaten um 50 % und nach 30 Monaten immerhin noch um 39 % senkt. Interessanterweise sind die Bestandteile und die Produktion des Gels gegen die HIV-Übertragung sehr billig sind, den Worten eines Forschers nach kosten sie „nicht mehr als ein paar Cent“, während eine monatliche Dosis des Medikamentes gegen Aids zwischen 275 und 2.500 EUR kostet.
Die Forschungsarbeiten wurden in der südafrikanischen Stadt Durban und auf dem Land durchgeführt. An der Studie nahmen 889 Frauen teil, denen Kondome, Beratung und das Gel kostenlos zur Verfügung standen. Nach einem Zeitraum von drei Jahren waren 98 Frauen mit HIV infiziert, darunter haben 38 von ihnen das Gel benutzt.
Ein Hilfsmittel gegen die HIV-Übertragung in den Händen der Frau
Die Wissenschaftler, die am Projekt mitgearbeitet haben, sind der Meinung, dass das Gel eine sehr wichtige Entdeckung darstellt, da es der Frau zum ersten Mal in der Geschichte ermöglicht, selbst etwas für den Schutz gegen HIV zu tun. Eine weitere positive Nebenwirkung des Gels ist der erhöhte Schutz gegen den Genitalherpes, der die Wahrscheinlichkeit einer HIV-Übertragung erhöht. Obwohl die Forschungsergebnisse zeigen, dass das Gel noch lange keine ideale Lösung im Kampf gegen HIV darstellt, bedeutet es zumindest einen weiteren Schritt im Kampf gegen den tödlichen Virus.































