Eine Penisbeschneidung ist sinnlos
Weltweit wird an sehr vielen Kindern auf Wunsch ihrer Eltern eine Penisbeschneidung durchgeführt. Was spricht für und was gegen eine Penisbeschneidung?
In einigen Ländern wollte man mit der Penisbeschneidung die Masturbation verhindern. (PhotoXpress)
Gründe für die Penisbeschneidung
Beschnittene Männer haben weniger Probleme mit der Intimhygiene. Der Penis ist immer trocken und unter der Vorhaut kann sich kein Smegma ansammeln. Folglich hat das auch Vorteile für die Partnerin, da so Scheideninfektionen wegen unzureichender Hygiene des Mannes seltener sind. Die beschnittenen Männer sind weniger anfällig für einige Geschlechtskrankheiten, es kommt sogar seltener zu HIV-Übertragungen. Neben medizinischen Gründen gibt es auch ästhetische, manche finden den Penis ohne Vorhaut schöner. Außerdem gibt es noch viele andere Gründe, von der Tradition, religiösen Überzeugung bis zum Aberglauben, es gibt sogar Fälle, wo die Penisbeschneidung eingeführt wurde, um die Masturbation zu verhindern (USA).
Gründe gegen die Penisbeschneidung
Der wichtigste Grund gegen die Penisbeschneidung ist die Tatsache, dass es zu wenige Gründe für die Penisbeschneidung gibt. Alle oben genannten Gründe sind zwar zutreffend, für einen medizinischen Eingriff jedoch nicht triftig genug. Das ist ähnlich, als wenn man die Mandeln entfernen, die Weisheitszähne ziehen oder eine Blinddarmoperation beim Neugeborenen nur deshalb durchführen würde, weil die Möglichkeit besteht, dass sie einmal Beschwerden hervorrufen. Diese Organe sind zwar blind endende Fortsätze, deren Funktion wir nicht kennen, aber trotzdem würde uns nie in den Sinn kommen, sie einfach so zu entfernen. Außerdem hat die Vorhaut eine wichtige Funktion und ist nicht völlig unentbehrlich. Der zweite Grund gegen die Penisbeschneidung ist ethischer Natur.
Ein Kind hat des Recht selber über den eigenen Körper zu entscheiden. Bei der Penisbeschneidung verletzen die Eltern jedoch dieses Recht, da sie nach seiner Meinung nicht fragen. Wenn der Eingriff korrekt und mit Lokalanästhesie durchgeführt wird, ist er relativ schmerzfrei. Trotzdem kommt die Frage auf, ob die Eltern überhaupt das Recht dazu haben. Das letzte Argument betrifft die Ästhetik. Manche finden den Penis ohne Vorhaut einfach nicht schön.
Für manche ist die Penisbeschneidung ein schönes Ritual und für andere eine unmenschliche Folterung. (PhotoXpress)
Würden Sie als Erwachsener einer Penisbeschneidung unterziehen lassen? Warum also Kinder kastrieren?
Es gibt nur wenige Männer, die sich als Erwachsene beschneiden lassen würden. Die Wunde heilt länger und bei jeder Erektion tritt ein starker Schmerz auf. Diejenigen, die es tun, haben ausschließlich ernste gesundheitliche Gründe dafür oder sie machen es aus tiefer religiöser Überzeugung. Wenn wir kurz darüber nachdenken, erkennen wir schnell, dass das Kind noch keinen tiefen Glauben in sich trägt, deswegen kann man nicht wissen, ob er sich beschneiden lassen würde. Auch wenn die Religion eine nackte Eichel diktiert, um Gnade zu erfahren, kann man warten, bis das Kind groß genug ist um selber zu entscheiden, ob es eine solche Gnade überhaupt erfahren will. Falls die Penisbeschneidung aus medizinischen Gründen erforderlich ist, benötigt man keine Zustimmung des Kindes. Das Gleiche gilt für die Erwachsenen.
Im Grunde genommen werden alle Bescheidungen wegen der Eltern durchgeführt, wegen derer religiösen oder wissenschaftlichen Überzeugungen. Dagegen widersetzen sich Menschen, die den Eltern ihre Entscheidungsmacht aufgrund der Übereinkunft über die Kinder- bzw. Menschenrechte absprechen. Für manche ist die Penisbeschneidung ein schönes Ritual und für andere eine unmenschliche Folterung. Es handelt sich eigentlich um dasselbe wie bei der Frauenbeschneidung, jedoch ist diese für die meisten inakzeptabel. Wenn es sich um eine Frau handelt, wird das Entfernen eines Körperteiles als Amputation oder eher als Verstümmelung bezeichnet. Bei den Männern ist das nicht der Fall. Obwohl es im Grunde das Gleiche ist. Die Vorhaut ist ein Teil vom Penis. Und wenn wir einen Teil vom Penis abschneiden, handelt es sich um Kastration, obwohl ohne Folgen. Und außer einigen gläubigen Manschen sind wir alle Gegner der Kastration.
Den Kampf gegen HIV gewinnen wir nicht, indem wir den Menschen ein Stück Haut abschneiden und sagen, jetzt bist du geschützt, hab Sex. Die Hygiene des Mannes wird nicht verbessert, indem man einen Teil des Penis abschneidet. Im Grunde ist das eine extrem abartige Denkensweise, bei der man die Ursachen mit den Folgen verwechselt. Und wenn Sie glauben, Gott kümmert es, wie der Penis ihres Kindes aussieht, müssen Sie einmal gründlich über Gott nachdenken. Wenn die partielle Kastration Ihres Kindes der einzige Weg ist, einer Tradition oder einer ethnische Gruppe anzugehören, denken Sie ein zweites Mal über ihre Zugehörigkeit nach. Wenn Sie meinen, dass der Penis Ihres Kindes ohne die Eichel schöner aussieht, fragen Sie sich, was Sie das überhaupt angeht.































