Eine Reise durch die Geschichte der Empfängnisverhütung für die Frau
Empfängnisverhütung für die Frau sah früher Kakaostäbchen, Desinfektionsmittel, Stricknadeln und schmutzige Kartoffeln vor!
Heutzutage gibt es eine sehr große Auswahl von Empfängnisverhütung für die Frau, das war jedoch nicht immer so. (PhotoXpress)
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Die ersten Einlagen waren unzuverlässig und unangenehm
Im Jahr 1838 kam es zu einem Wendepunkt für die Empfängnisverhütung für die Frau. Der Berliner Arzt F. K. Wilde brachte als Erster eine Art Einlage für die Frau auf den Markt. Diese war jedoch etwas unhandlich, unangenehm und unzuverlässig, deshalb erzielte sie noch keinen Durchbruch. Bis zum Jahr 1881, als sein Standesgenosse Mensing die Initiative ergriff und einen umfangreichen Artikel veröffentlichte, in dem er genau den Zweck dieser Einlage beschrieb. Es ging um ein neues und verbessertes Modell, das den Muttermund gut verschloss und das Eindringen von Sperma verhinderte. Weil Herr Messing negative Resonanz befürchtete, verwendete er ein Pseudonym. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass die Zeit reif und Deutschland für den Beginn der weiblichen Verhütung und den Diaphragmaprototyp fortgeschritten genug war.
Geschichte der Empfängnisverhütung für die Frau: Kakaostäbchen
Dann erschien der englische Apotheker Riedel auf der Bildfläche, der spezielle Stäbchen aus Kakao und Chinin erfand. Die Frauen mussten sich diese Stäbchen kurz vor der Penetration in die Vagina einsetzen, um nicht schwanger zu werden. Die Stäbchen waren zwar gefragt, aber auch unzuverlässig. Trotzdem hat er damit auf eine neue Möglichkeit der Empfängnisverhütung aufmerksam gemacht – die chemische Verhütung. Die kannten bereits die alten Ägypter, doch Riedell machte den Anfang in der modernen Gesellschaft. Danach tauchten verschiedene Ärzte, Apotheker und sogar Scharlatane auf, die verschiedene Mittel und Gebräue erfanden und testeten, die sich die Frauen dann auf alle möglichen Weisen in die Vagina einsetzten oder sich damit eincremten. Sie benutzten verschiedene Stäbchen, Salben, Fette, Flüssigkeiten und Pulver, deren Hauptzweck es war, die flinken Spermien abzutöten. Sie haben Recht, Ende des achtzehnten Jahrhunderts begannen die Anschläge aufs Sperma. Die Folgen waren jedoch bloß verschiedene Schleimhautentzündungen oder sogar Dauerschäden, zu denen es durch Vergiftungen kam.
Die Empfängnisverhütung für die Frau war der Grund für die sexuelle Emanzipation, ihretwegen wurden sie auch nicht mehr als Gebärmaschinen angesehen. (PhotoXpress)
Geschichte der Empfängnisverhütung für die Frau: Scheidenspülung
Der amerikanische Arzt Charles Knowlton hatte eine viel wirkungsvollere und harmlosere Idee. Er sagte, die Frau solle gleich nach der Penetration ihre Scheide mit saurer Flüssigkeit, einem Desinfektionsmittel oder sogar einfachem Wasser ausspülen. Dieses Verfahren kannten zwar schon die alten Römer, Knowlton war aber derjenige, der es popularisierte und zum Trend machte. Zuerst hat er die Spülung mit chemischen Mitteln befürwortet, fand aber später heraus, dass Wasser ausreicht, da es sich eigentlich um eine praktische Spermareinigung handelt. Gerade wegen dieser Entdeckung standen die Scharlatane ohne Arbeit da und die Zahl der infizierten Frauen ist rapide gesunken. Ein Problem bestand jedoch weiterhin. Einige schwangere Frauen wollten nämlich ihre Schwangerschaft unbedingt abbrechen und benutzten deshalb gefährliche Präparate um eine spontane Abtreibung auszulösen. Einige gingen sogar so weit, dass sie sich spitze Stricknadeln oder schmutzige Kartoffeln in die Vagina steckten.
Geschichte der Empfängnisverhütung für die Frau: Geburtenzahl musste gesenkt werden
Am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts war ganz Europa in Panik wegen der zu hohen Geburtenzahlen. Deswegen wollte man alles Notwendige daran setzen, um die Zahl der Schwangerschaften drastisch zu senken und so schnell wie möglich eine wirksame Empfängnisverhütung für die Frau zu entwickeln. Zum Beispiel schrieb der englische Philosoph James Mill schon im Jahr 1821, es sei ein großes Problem, die Zahl der Geburten einzugrenzen. Hundert Jahre später war die Situation natürlich vollkommen anders, Sex und die automatisch resultierende Schwangerschaft waren nicht mehr untrennbar miteinander verbunden. Die Schwangerschaft wurde zur freien Entscheidung jedes Einzelnen und man fing an, sie zu planen. Das bedeutet, dass sich der Sexualtrieb auf eine ähnliche Weise wie im alten römischen Reich vom Trieb zur Erhaltung der Gattung getrennt hat. Auch damals hat man zu viele Geburten verhindern wollen. Es kam zu einer sexuellen Revolution, die in den Vierzigern Frankreich eroberte und dafür sorgte, dass Frauen nicht mehr als Gebärmaschinen angesehen wurden. Die Folge davon war auch die weibliche Emanzipation im Bereich der Sexualität, da jetzt auch die Frauen den Sex genießen konnten, ohne sich Gedanken über eine Schwangerschaft machen zu müssen. Sie liegen richtig, das war der Durchbruch der Pille.
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