Eine Scheideninfektion kommt auch ohne Sex vor!

13.03.2010 | Izabela M

Viele Scheideninfektionen werden nicht durch Sex hervorgerufen und treffen vor allem Frauen.

 

 

Scheideninfektionen und Infektionen der Harnwege zählen zu den häufigsten gynäkologischen Leiden. (jlp)

Scheideninfektionen und Infektionen der Harnwege zählen zu den häufigsten gynäkologischen Leiden. (jlp)

 

In der Scheide befinden sich verschiedenste Mikroorganismen und Bakterien. Sie sorgen in der Regel für ein Gleichgewicht untereinander und hindern einander daran, sich übermäßig zu vermehren. Manchmal schafft es eine der Arten jedoch an überhand zu gewinnen, was zu unangenehmen Scheideninfektionen führt. Mikroorganismen, die zum Beispiel im Darm nicht gefährlich sind, können in der Vagina zu schweren Reizungen führen, wenn sie sich dorthin verirren sollten. Solche Arten von Scheideninfektionen können bei Frauen aufkeimen, die sexuell aktiv sind, sowie auch bei Frauen, die enthaltsam leben. Scheideninfektionen und Infektionen der Harnwege zählen diesbezüglich zu den häufigsten gynäkologischen Leiden.

 

Eine Scheideninfektion hängt nicht davon ab, ob eine Frau sexuell aktiv ist oder nicht. (jlp)

Eine Scheideninfektion hängt nicht davon ab, ob eine Frau sexuell aktiv ist oder nicht. (jlp)

 

Scheideninfektion Nr. 1: Bakterielle Vaginose

Im Fall von bakterieller Vaginose handelt es sich um eine Scheideninfektion, die in der Regel bei sexuell aktiven Frauen vorkommt. Diese Art von Scheideninfektion wird nicht direkt durch Geschlechtsverkehr übertragen, sondern durch sexuelle Handlungen, die zu einem bakteriellen Ungleichgewicht im Inneren der Scheide führen. Bei bakterieller Vaginose handelt es sich um eine untypische Besiedlung der Vagina mit sogenannten Anaerobiern. Im Zuge der bakteriellen Vaginose kommt es zu einem dünnflüssigen weißen oder gräulichen Ausfluss, der mit "fischartigem" Geruch verbunden ist, sowie zum Juckreiz oder zu einem brennenden Gefühl. Bakterielle Vaginose wird durch Einnahme von Antibiotika behandelt oder durch das Auftragen einer antibiotischen Salbe oder eines Gels im Inneren der Scheide.

Scheideninfektion Nr. 2: Zystitis

Als Zystitis wird eine Infektion der Harnblase bezeichnet. Die häufigste Ursache dafür sind Darmbakterien, wobei Escherichia coli für bis zu 95 Prozent aller Fälle verantwortlich sind. Typische Symptome sind häufiger Harndrang mit geringem Urinausfluss, Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sowie Blasenkrämpfe. Die Infektion beeinträchtigt das komplette Entleeren der Harnblase und die Bakterien können sich dadurch im zurückgebliebenen Urin weiter vermehren. Bakterien, die in die Harnblase gelangen, sind Eindringlinge aus dem äußeren Bereich der Harnröhre. Da die weibliche Harnröhre kürzer ist als die männliche, kommt die Zystitis als Scheideninfektion häufig bei Frauen vor und kann durch Geschlechtsverkehr noch akuter werden. Die Infektion der Harnblase klingt oft von alleine ab, wenn der Zustand jedoch länger dauert, ist eine Behandlung mit Antibiotika vonnöten. Bleibt die Infektion der Harnblase unbehandelt, kann sie sich auf die Nieren ausweiten. Frauen, die besonders für Zystitis anfällig sind, ist vor und nach dem Geschlechtsverkehr zum Wasserlassen zu raten, um potenziell gefährliche Ansammlungen von Bakterien auszuscheiden.

 

Bakterielles Ungleichgewicht kann zu einer sehr lästigen Entzündung der Harnblase führen. (jlp)

Bakterielles Ungleichgewicht kann zu einer sehr lästigen Entzündung der Harnblase führen. (jlp)

 

Scheideninfektion Nr. 3: Flitterwochen-Zystitis

Die Flitterwochen-Zystitis keimt oft am Anfang einer neuen Beziehung oder nach einem sexuell sehr aktiven Zeitraum auf, auf den ein Zeitraum von Abstinenz folgt. Die Symptome gleichen jenen bei der gewöhnlichen Zystitis, da diese Erkrankung jedoch oft bei jungvermählten Frauen aufkeimte, die vor der Ehe enthaltsam lebten, wurde ihr die Bezeichnung Flitterwochen-Zystitis verliehen. Flitterwochen-Zystitis wird häufig durch Bakterien hervorgerufen, die durch den Penis mit der Harnröhre in Berührung kommen.

Scheideninfektion Nr. 4: Kandidose (Pilzinfektion)

Bei Kandidose handelt es sich um eine Scheideninfektion durch Pilze der Gattung Candida, die bei Frauen jeden Alters vorkommen kann, ungeachtet dessen, ob sie sexuell aktiv sind oder nicht. Die Kandidose tritt in der Scheide, im Darm, im Mund, an der Vulva und auf der Haut auf. Breitet sich die Scheideninfektion zu sehr aus, so kommen folgende Symptome zum Vorschein. Am häufigsten kommt ein dickflüssiger weißer Ausfluss vor, verbunden mit Juckreiz und einem brennenden Gefühl in der Scheide. Der Hefepilz Candida albicans kann durch bestimmte Antibiotika, bestimmte Verhütungspillen sowie durch die Schwangerschaft gut gedeihen. Die Kandidose kann auch durch Stress oder durch Medikamente, die für AIDS- oder für Diabietespatienten bestimmt sind, hervorgerufen werden. Auch Männer können in bestimmten Fällen beim Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Partnerin an einer Entzündung der Peniseichel zu leiden anfangen. Kandidose wird mit entsprechenden Medikamenten, entsprechenden Vaginalzäpfchen oder mit Vaginalsalben behandelt. Zur Prävention können auch dem Partner einer infizierten Frau Medikamente verschrieben werden. Ein gutes Hausmittel gegen Kandidose ist natürlicher Joghurt mit Bakterien der Spezies Lactobacillus acidophilus. Dabei ist zu beachten, dass ein Paar Tropfen des Yoghurts in die Scheide einzuführen sind, wo sie etwa 2 Stunden lang gelassen werden sollten. Bis die Behandlung abgeschlossen ist, sollte man auch auf Oralsex verzichten.

 

Kandidose kann auch Männer befallen, darum wird zur Vorbeugung zu einem Kondom geraten. (jlp)

Kandidose kann auch Männer befallen, darum wird zur Vorbeugung zu einem Kondom geraten. (jlp)

 

Wie beugt man Scheideninfektionen und Infektionen der Harnwege vor?

Entsprechende Hygiene ist natürlich Trumpf, um einer Scheideninfektion vorzubeugen. Wischen Sie Ihren Schambereich nach der Notdurft von vorne nach hinten ab, damit die Bakterien aus dem Darmbereich nicht in die Scheide gelangen. Meiden Sie parfümierte Produkte zur Intimpflege. Am besten wäre es, Baumwollunterwäsche zu tragen. Experten raten auch davon ab, die Scheide mit Wasser oder mit Deos zu reinigen.

 



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