Entbindung durch Kaiserschnitt - Wann und wieso?

5.01.2010 | J. P.

Heutzutage ziehen viele Frauen die Entbindung per Kaiserschnitt einer natürlichen Geburt vor. Hier erfahren Sie die Hintergründe.

 

 

Sowohl die vaginale Entbindung als auch der Kaiserschnitt haben ihre Vor- und Nachteile.

Sowohl die vaginale Entbindung als auch der Kaiserschnitt haben ihre Vor- und Nachteile.

 

Wie verläuft die Entbindung per Kaiserschnitt?

Mit dem Begriff Kaiserschnitt (lat. Sectio Caesarea) wird die Entbindung des Kindes, des Mutterkuchens und der Fruchthülle durch einen chirurgischen Schnitt in die Bauch- und Gebärmutterwand der Gebärenden bezeichnet. Man bezieht sich damit angeblich auf die Geburt von Julius Cäsar, der dem Geschichtsschreiber Plinius zufolge auf diese Weise entbunden wurde, wofür es jedoch keine stichhaltigen Beweise gibt. Es handelst sich um eine Operation, bei der die Bauch- und Gebärmutterwand der Patientin geöffnet werden, das Kind entnommen wird und daraufhin die Bauchschichten wieder verschlossen werden. Früher wurde der Kaiserschnitt ausschließlich bei medizinischen Notfällen durchgeführt. Weil heutzutage die Frau die Art und Weise der Entbindung bis zu einem gewissen Maße selbst bestimmen kann, kommt es jedoch sehr häufig vor, dass der Kaiserschnitt ausdrücklich gewünscht wird, auch wenn keine medizinischen Gründe dafür vorliegen. Deshalb kommt in Deutschland fast ein Drittel aller Kinder per Kaiserschnitt zur Welt, während die vaginale Entbindung an Popularität verliert.

Wann entscheidet man sich gegen eine natürliche Entbindung und für einen Kaiserschnitt?

Neben den persönlichen Gründen der werdenden Mutter, die den Wunschkaiserschnitt zufolge haben, entscheidet sich die Ärzte für einen Kaiserschnitt, wenn die Entbindung auf natürlichem Wege die Gesundheit der Gebärenden, des Kindes oder beider gefährden würde, wenn die sofortige Schwangerschaftsbeendigung notwendig ist oder die natürliche Entbindung zu lange dauern würde. Man unterscheidet zwischen einem primären Kaiserschnitt und einem sekundären Kaiserschnitt, beziehungsweise dem geplanten Kaiserschnitt und dem Notkaiserschnitt. Für den geplanten Kaiserschnitt wird sich auf Grund verschiedener medizinischer Gegebenheiten schon im Laufe der Schwangerschaft entschieden. In diesem Fall werden 1-2 Stunden vor der Entbindung die Wehen durch Medikamentenzufuhr künstlich herbeigeführt, weil so einer verstärkten Blutung während des Kaiserschnitts vorgebeugt wird und das Neugeborene auf den Entbindungsvorgang vorbereitet wird. Zur Anästhesie werden vorwiegend örtliche Betäubungen angewendet und der Schnitt verläuft horizontal unterhalb der Schamhaargrenze, damit spätere Narben weniger sichtbar sind. Ein häufiger Grund, die Endbindung per Kaiserschnitt schon vor Beginn der Wehen durchzuführen, ist auch ein schlechter Gesundheitszustand der Schwangeren, die zum Beispiel unter einer aktiven Herpesinfektion, starken Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes, … leidet. Diese Krankheitsbilder müssen jedoch nicht zwangsläufig einen Kaiserschnitt zur Folge haben. Der sekundäre Kaiserschnitt wird dann angewendet, wenn es während der natürlichen Entbindung zu Komplikationen kommt und diese so schnell wie möglich abgeschlossen werden muss. Dabei ist eine allgemeine Anästhesie üblich, die in Verbindung mit einem vertikalen Schnitt in die Bauchwand schnell und zeitsparend ist.

 

Die Entbindung per Kaiserschnitt rettet im Notfall leben. Die Risiken im Vergleich zu einer natürlichen Geburt sind jedoch etwa 3-mal größer.

Die Entbindung per Kaiserschnitt rettet im Notfall leben. Die Risiken im Vergleich zu einer natürlichen Geburt sind jedoch etwa 3-mal größer.

 

Was sind die Ursachen für eine Entbindung per Kaiserschnitt?

Häufige Gründe, die dafür sprechen, einen Kaiserschnitt anstelle einer natürlichen Entbindung durchzuführen, sind: 1) Bei nicht geplatzter Fruchtblase rutscht die Nabelschnur ab und legt sich beispielsweise um den Hals des Kindes, 2) Die Plazenta verdeckt den Muttermund und vereitelt den Eintritt des Kindes in den Geburtskanal, 3) Das Ungeborene befindet sich in einer ungeeigneten Lage für die Entbindung (z. B. quer), 4) Der Kopf des Kindes ist zu groß und passt nicht durch das Becken der Mutter, 5) Eine fetale Notlage tritt auf (lebensbedrohlicher Zustand des Kindes, der durch Pulsschlag-Messungen während der Entbindung festgestellt wird), 6) Es haben sich fetale Anomalien gebildet (der Fötus hat sich nicht richtig entwickelt), 7) Es kommt zu einer Dystokie (gestörter Entbindungsverlauf), 8) In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft sind häufiger Blutungen aufgetreten, 9) Der Geburtsvorgang dauert sehr lange, was die Mutter zusehends erschöpft, 10) Ein wiederholter Kaiserschnitt (ohne Indikation zum Versuch einer vaginalen Endbindung) und 11) Die Gebärmutter wurde bereits operiert und ist dadurch geschwächt.

 

Über mögliche Komplikationen bei einer operativen Entbindung und dem Genesungsprozess nach einem Kaiserschnitt erfahren Sie mehr im 2. Teil des Artikels.

 


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