Flitterwochenkrankheit

6.12.2010 | T. B.

Die Flitterwochenkrankheit ist eine akute Entzündung der Harnblase, die die Folge von häufigem und langem Sex sein kann. Erfahren Sie mehr über die Flitterwochenkrankheit!

 

 

Flitterwochenkrankheit, Zystitis

Wenn die Flitterwochenkrankheit häufig wiederkehrt, sollten Sie Vorsorgemaßnahmen treffen. (PhotoXpress)

 

Mehr über Gynäkologische Probleme finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!

 

Was ist die Flitterwochenkrankheit?

Trotz des Namens hat die Flitterwochenkrankheit nichts Romantisches an sich. Zu ihrem Namen kam sie wahrscheinlich wegen der Tatsache, dass die Flitterwochenkrankheit bzw. die Harnwegsinfektion oft in den Flitterwochen vorkam, in der Paare in der Vergangenheit zum ersten Mal Sex hatten. Der Auslöser ist meistens ein heftiges Stoßen mit dem Penis gegen die Blase, wodurch schädliche Organismen in die Blase eingebracht und diese überreizt wird und es zur Entzündung kommt. Ihr Partner muss dabei nicht unbedingt der Träger dieser Organismen sein, er kann einfach diejenigen, die die Frau schon in sich trägt, mit dem Penis zur Blase schieben. Die Flitterwochenkrankheit kommt öfter bei Frauen vor, die noch keine Kinder haben.

Was verursacht die Flitterwochenkrankheit?

Der häufigste Erreger ist die E. Coli Bakterie. Die Flitterwochenkrankheit kann auch durch das Eindringen eines ungewaschenen Fingers oder Penis in die Vagina, die davor im Anus waren, verursacht werden. Auch Geschlechtskrankheiten wie z. B. Herpes oder antiseptische Mittel in Bädern können der Auslöser sein. Die Flitterwochenkrankheit kann auch bei einigen Arten der Krebsbehandlung, wie der Strahlentherapie, auftreten oder durch Diabetes ausgelöst werden - viel Glukose im Urin fördert nämlich die Vermehrung von Bakterien.

Wie schützt man sich vor der Flitterwochenkrankheit?

Vorsicht ist besser als Nachsicht. Eine Vorsorgemöglichkeit ist Preiselbeersaft, der den Urin säuerlicher und damit gefährlicher für irgendwelche Fremdkörper macht. Mit ausreichend Flüssigkeit im Körper (Kaffee sollte jedoch vermieden werden) muss man häufiger Wasser lassen, wodurch die Harnwege gereinigt werden. Wenn sich die Flitterwochenkrankheit wiederholt, sollte man umso vorsichtiger sein.

Ein erhöhtes Risiko, sich mit der Flitterwochenkrankheit anzustecken, ist außerdem durch verschiedene Verhütungsmittel, wie dem Diaphragma und Spermiziden, die auch auf Kondomen zu finden sind, häufigen Geschlechtsverkehr bei mangelnder Feuchtigkeit oder häufiger Partnerwechsel. Die Flitterwochenkrankheit macht auch vor Schwangeren nicht halt, vor allem in den ersten Monaten, in denen sich die Harnröhre wegen des Progesterons erweitert und somit Infektionen schneller übertragen werden. Der Druck der wachsenden Gebärmutter auf die Blase kann dazu führen, dass sich kleine Urinmengen in der Blase anstauen. Die Blase wird so zum Nährboden für die Entstehung von Bakterien, die zu einer Harnwegsinfektion führen.

Welche sind die Symptome für die Flitterwochenkrankheit?

Die Inkubationszeit der Flitterwochenkrankheit beträgt ein bis zwei Tage. Es kommen folgende Symptome vor: ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen, ein häufiger Drang zum Urinieren, Blut im Urin, Schmerzen über dem Schambein und im Unterleib, die auch in den Lendenbereich ausstrahlen können, erhöhte Körpertemperatur und Schüttelfrost.

Wie wird die Flitterwochenkrankheit behandelt?

Bei der Flitterwochenkrankheit wird eine Therapie mit Antibiotika und Schmerzmitteln verschrieben. Es wird zu Enthaltsamkeit geraten, bis die Flitterwochenkrankheit geheilt ist. Auch viel Wasser zu trinken, kann helfen, die Infektion wegzuspülen. Ein warmes Bad ohne Schaum sorgt für eine zusätzliche Entspannung der Schmerzbereiche. Es ist ratsam, sich daran zu gewöhnen, nach dem Sex die Blase zu entleeren. Manchen Frauen bereitet das zwar Probleme, da sie gleich nach dem Sex nur schwer die Muskeln entspannen können. Und bei Frauen in der Menopause kann ein sinkender Östrogenspiegel die Ursache für ihre Schwierigkeiten mit dem Urinieren sein. Verändern Sie Ihr Sexualleben, versuchen Sie Gleitmittel zu verwenden. Falls die Beschwerden nicht abklingen, suchen Sie Ihren Frauenarzt auf.

 

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