Frauen mit Turner-Syndrom haben oft keine Lust auf Sex
Das Ullrich-Turner-Syndrom ist eine schwere genetische Störung bei Frauen, mit der eine von 2.500 Frauen geboren wird.
Das Ullrich-Turner-Syndrom ist eine genetische Störung, von der Frauen betroffen sind. (PhotoXpress)
Menschen streben seit jeher nach Individualität, sie wollen sich von anderen abheben und anders sein. Um dieses Ziel zu erreichen, gehen sie manchmal sogar in Extreme. Trotz des gewaltigen menschlichen Verlangens nach Individualität fällt es uns oft sehr schwer, die Vielfalt zu akzeptieren, mit der uns die Natur überrascht. Heute sprechen wir über eine von diesen natürlichen Besonderheiten, dem Ullrich-Turner-Syndrom.
Was ist das Ullrich-Turner-Syndrom?
Das Ullrich-Turner-Syndrom ist eine genetische Störung, von der Frauen betroffen sind. Frauen, die am Ullrich-Turner-Syndrom leiden, haben nur ein X-Chromosom anstatt der üblichen zwei X-Chromosomen bei Frauen bzw. einem X- und einem Y-Chromosom bei Männern. Oft fehlt das zweite Chromosom oder es ist beschädigt. Eines von 2.500 Mädchen wird mit dieser Störung geboren.
Wie äußert sich das Ullrich-Turner-Syndrom?
Die weiblichen Geschlechtsmerkmale sind vorhanden, jedoch nicht ausgeprägt. Mädchen, die bereits bei der Geburt offensichtliche Anzeichen für dieses Syndrom aufweisen, werden sofort einem Bluttest unterzogen. Bei anderen wird dieser Test erst später gemacht, wenn deutlich wird, dass ihre Entwicklung nicht erwartungsgemäß verläuft. Ob und welche Symptome auftreten, hängt davon ab, wie sehr das X-Chromosom beschädigt bzw. ob es überhaupt vorhanden ist. Dass etwas nicht stimmt, merkt frau spätestens dann, wenn die Menstruation ausbleibt (Amenorrhoe). Die Geschlechtsreife tritt nicht zum erwarteten Zeitpunkt ein. Weil die Eierstöcke nicht richtig entwickelt sind und ihre Funktion früh nachlässt, ist die Unfruchtbarkeit eines der markantesten Symptome. Weitere körperliche Eigenschaften von Frauen, die am Ullrich-Turner-Syndrom leiden, sind Schwellungen an den Händen und Füßen, Gehörverlust, Gewichtzunahme, wenig entwickelte Brüste, breiter Brustkorb, kurzer Oberkörper, kleinere Finger, Diabetes und Bluthochdruck. Es können auch Herz- und Nierenleiden auftreten. Frauen mit dem Ullrich-Turner-Syndrom erreichen im Durchschnitt eine Körpergröße von ca. 140 Zentimeter. Viele von ihnen leiden auch unter Gelenk- oder besser gesagt Ellbogenproblemen, die sich dadurch äußern, dass sie ihre Arme nicht neben dem Körper ausstrecken können und sich die Arme beim Strecken nach außen drehen.
Behandlung von Ullrich-Turner-Syndrom
Wann die Diagnose gestellt werden kann, hängt davon ab, wie ausgeprägt die Symptome sind. Bei manchen Menschen kann die Diagnose bei der Geburt gestellt werden und bei anderen erst in der Adoleszenz, als die Symptome auftreten. Weil es sich um eine genetische Störung handelt, gibt es keine Therapie. Es ist jedoch möglich, einige Symptome zu behandeln. Das Körperwachstum wird durch die Einnahme von Wachstumshormonen angeregt. Eine Hormonersatztherapie mit Östrogen fördert die Entwicklung von sekundären Geschlechtsmerkmalen, die Unfruchtbarkeit bleibt jedoch trotzdem bestehen. Bei 30 % der Mädchen, die am Ullrich-Turner-Syndrom leiden, fehlt das X-Chromosom nur in einigen Zellen, deswegen weisen sie weniger Symptome auf, da es trotzdem genug Zellen mit beiden X-Chromosomen gibt. Das Ullrich-Turner-Syndrom an sich bedingt keine psychischen Probleme, sie können jedoch trotzdem als eine Folge auftreten, da viele betroffenen Mädchen ein niedriges Selbstwertgefühl und kein Selbstbewusstsein haben. Außerdem müssen sie sich mit der Unfruchtbarkeit auseinandersetzen. Das Ullrich-Turner-Syndrom kann nicht vererbt werden.
Das Ullrich-Turner-Syndrom und die Sexualität
Über medizinische Aspekte zu reden ist eine Sache. Die Folgen, mit denen sich der Betroffene alltäglich auseinandersetzen muss, vor allem in Bezug auf die Sexualität, sind jedoch ein Thema, das zu selten auf der Tagesordnung steht. Das Ullrich-Turner-Syndrom hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Sexualität, kann sie aber trotzdem stark prägen. Das Ullrich-Turner-Syndrom beeinflusst die Gesundheit im Zusammenhang mit der Sexualität. Die Folgen dieser Probleme können dann auch die Partnerschaft in Mitleidenschaft ziehen. Manche Frauen haben gar kein Interesse an der Sexualität. Es ist wichtig, dass sie das überwinden, da die Sexualität dabei hilft, viele andere Probleme in Verbindung mit dem Ullrich-Turner-Syndrom zu lösen. Das kann man unter anderem mit körperlicher Betätigung schaffen, da diese auch das seelische Befinden positiv beeinflusst und damit die sexuelle Lust steigert. Beim Sport werden Endorphine ausgeschüttet, was ebenfalls für mehr Offenheit sorgt. Wenn man Sport treibt, erscheint auch das eigene Spiegelbild schöner und attraktiver. Im Leben muss man eben immer das Beste aus dem machen, was man hat.






























