Kastration kehrt in die moderne Gesellschaft zurück
Die Kastration des Mannes hat eine lange Geschichte. Nun kehrt sie wieder. Was ist eine Kastration, wann wird sie durchgeführt und welche Folgen hat sie?
Bei einer Kastration werden die Hoden, der Penis oder beides entfernt. (jlp)
Motivation für die Kastration
Die Kastration ist ein Eingriff, bei dem die Hoden, der Penis oder beides teilweise oder ganz entfernt werden. Es gibt verschiedene Ursachen für die Kastration, wir unterscheiden zwischen den unfreien und persönlichen Ursachen.
Äußere Motivation für die Kastration des Mannes
Die häufigsten Ursachen für die Kastration der Hoden sind der Hoden- und Prostatakrebs. Beim Prostatakrebs muss der Testosteronspiegel gesenkt werden. Das erreicht man einfach durch die Hodenentfernung. Heute wird anstatt dieses Eingriffs eine medikamentöse Behandlung gewählt, mit der die Testosteronproduktion verhindert wird. Beim Hodenkrebs wird nur der betroffene Hoden entfernt. Die zweithäufigste Ursache für die Hodenentfernung ist eine Hodenverletzung, die bei Autounfällen, körperlichen Angriffen oder beim Sport verursacht werden kann. Die Chirurgen versuchen zwar ihr Bestes, um die Hoden zu erhalten, bei schweren Verletzungen ist jedoch die Kastration die einzige Möglichkeit. Verletzungen sind mit extremen Schmerzen verbunden und Schmerzen treten nur selten ohne einen offensichtlichen Grund auf. Im Laufe der Geschichte wurde mit der Kastration der Sieg über einen Feind bestätigt oder als Verhörmethode angewandt. In der Türkei waren alle Sklaven oder Kriegsgefangenen, die einen Harem bewachten, kastriert. Die Kastration war auch oft die Vergeltung für eine Erniedrigung oder Vergewaltigung. Viele Staaten in den USA haben die Kastration als Strafe für Sexualstraftäter schon eingeführt, und auch in Europa wird darüber diskutiert. Dabei handelt es sich meistens um die chemische Kastration.
Innere Motivation für die Kastration des Mannes
Die Teilung auf die innere und äußere Motivation ist zwar nicht die beste, sie dient jedoch ihrem Zweck. Die erste Ursache für die Kastration sind nämlich psychische Krankheiten. Meistens handelt es sich um Selbstkastration oder Verstümmelung eigener Organe. Der Auslöser dafür können verschiedene psychische Krankheiten, Obsessionen oder kompulsive Störungen sein. Auch einige „normale“ Männer hegen den Wunsch nach Kastration, verwirklichen ihn aber nicht. Hier kommt auch der extreme Wunsch nach Dominanz oder Sklaverei in Frage. Manche Menschen entscheiden sich für die Kastration wegen ihrer religiösen Überzeugungen, weil sie die heiligen Schriften wortwörtlich verstehen oder wegen eines Initiationsverfahrens. Andere entscheiden sich für diesen Eingriff, weil sie glauben, dass sie so leichter ihre Wut oder den Sexualtrieb kontrollieren könnten. Einige finden ihre Geschlechtsorgane einfach so störend, dass sie sie loswerden wollen. Solche Menschen möchten sich aus ästhetischen Gründen einen Körperteil entfernen lassen, das müssen jedoch nicht unbedingt die Hoden sein. Die andere mögliche Ursache ist die Transsexualität, einige möchten einfach zum „dritten“ Geschlecht gehören, dem Geschlecht ohne sichtbare Geschlechtsorgane. Viele Männer entscheiden sich für eine Selbstkastration, weil sie ihren Sexualtrieb nicht zügeln können und sie sonst ihre Familie, Arbeit usw. verlieren würden.
Kastrationsfolgen
Um die Kastrationsfolgen verstehen zu können, müssen wir die Funktionsweise der Hormone verstehen. Testosteron, das männliche Sexualhormon, wird nämlich in den Hoden produziert. Im Körper des Mannes sammelt sich Unterhautfettgewebe an, er verliert an der Muskelmasse, bekommt einen Busen und die Körperhaare werden dünner. Der Mann ist früher erschöpft, sein Körpergeruch verändert sich und die Gefahr von Osteoporose und Diabetes wird größer. Seine kognitiven Fähigkeiten verändern sich, es kommt zu Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen und Hitzewallungen, die bei Frauen in ihren Wechseljahren auftreten. Sehr vereinfacht können wir sagen, dass der männliche Körper überall, wo es möglich ist, mehr und mehr dem weiblichen Körper ähnlich sieht. Es gibt aber auch einige positive Auswirkungen der Kastration des Mannes, die Haare auf dem Kopf fangen nämlich meist wieder an zu wachsen, auch wenn der Mann schon eine Glatze hatte. Bei den meisten Männern kommt es auch zu einer innigen psychischen Veränderung, sie sind weniger aggressiv und ihre Anspannung ist weg, was sie aber erst jetzt bemerken, wo sie nicht mehr da ist. Die größten Schwierigkeiten treten jedoch im Sexualleben auf. Einige haben keine Erektion mehr, bei anderen ist sie nur noch teilweise möglich. Der Mann kommt nur selten zum Orgasmus und wenn doch, ist er weniger intensiv. Die Ejakulation bleibt aus, bis auf die wenige Prostataflüssigkeit. Das Verlangen nach Sex nimmt ab oder verschwindet ganz.































