Menopause = Libidoverlust?

27.08.2009 | Katie M.

Geht die Menopause mit dem Libidoverlust einher? Wir sagen NEIN!

 

 

Viele Frauen glauben, dass die Menopause mit dem Libidoverlust einhergeht. Liegt darin die Ursache für ihren Libidoverlust? (jlp)
Viele Frauen glauben, dass die Menopause mit dem Libidoverlust einhergeht. Liegt darin die Ursache für ihren Libidoverlust? (jlp)

 

Viele Menschen, sowohl Männer als auch Frauen, sind der Überzeugung, dass mit den Jahren, wenn die Menopause bei der Frau einsetzt und ihre fruchtbaren Jahre vorbei sind, sich langsam der Libidoverlust breitmacht. Aber diese Überzeugung stimmt in keiner Weise, denn meistens ist der Sex in jenem Alter besser und entspannter, da die Möglichkeit, schwanger zu werden, nicht mehr gegeben ist. Außerdem brauchen sich die Partner keine Sorgen mehr zu machen, von den Kindern beim Sex erwischt zu werden, da diese schon längst das heimische Nest verlassen haben.

Andererseits stimmt es zwar, dass die Frau bestimmte körperliche Veränderungen durchlebt, die auch ihre Libido beeinträchtigen, diese Veränderungen sind jedoch nicht die einzige Ursache für den Libidoverlust. Die Libido kann auch wegen Medikamenten, einer Krankheit, Stress oder einem negativen Selbstbild vermindert werden.

Libidoverlust wegen reduzierten Östrogenhaushalts?

In der Menopause produziert der Körper weniger Östrogen, weswegen die allgemeine Überzeugung vorherrscht, dass dadurch der Libidoverlust zu erklären sei. Anhand unterschiedlicher Studien wurden solche Annahmen widerlegt. Die Hauptursache für den Libidoverlust sind die Einstellung jedes Einzelnen gegenüber der Sexualität und das Allgemeinbefinden. Ein reduzierter Östrogenhaushalt ist nicht die Hauptursache für den Libidoverlust! Die Forscher sind jedoch zum interessanten Schluss gekommen, dass bei Frauen, die glauben, die Menopause bedeute auch gleichzeitig den Libidoverlust, die Libido dann auch tatsächlich als etwas vermindert empfunden wurde.

 

Der Libidoverlust ist nicht altersbedingt. (jlp)
Der Libidoverlust ist nicht altersbedingt. (jlp)

Durch Testosteron Libido steigern?

In der Postmenopause nehmen viele Frauen Testosteron, welches auf Rezept zu erhalten ist. Testosteron hat nämlich eine wohltuende Wirkung auf bestimmte Symptome der Menopause, wie zum Beispiel Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche. Neben der lindernden Wirkung sorgt Testosteron außerdem für ein besseres Allgemeinbefinden und steigert die Libido. Die Einnahme von Testosteron hat aber auch negative Nebenwirkungen, unter anderem erhöht sie das Krebsrisiko.

Wie auch immer, es kann keine einheitliche und allgemein geltende Regel aufgestellt werden, die den Libidoverlust in der Postmenopause entweder bekräftigen oder ganz ausschließen würde. Es konnte nämlich noch keine eindeutige Beziehung zwischen der Menopause und dem Libidoverlust bewiesen werden, aller Wahrscheinlichkeit nach sind für den Libidoverlust eher alle anderen Faktoren verantwortlich als die körperlichen Veränderungen, die die Menopause mit sich bringt. Aus diesem Grund gibt es keinen Grund, wieso eine Frau im reifen Alter ihre Sexualität nicht voll und ganz genießen sollte.

 

Übersetzungen

SLO | HRV | ENG | DEU | RUS

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