Schädliche Stoffe in Kosmetikartikeln

7.09.2009 | T. B.

Lesen Sie, welche Produkte der Kosmetikindustrie schädliche Stoffe beinhalten und wie Sie sich schützen können.

 

 

Schädliche Stoffe in Kosmetikprodukten können die Ursache von Unfruchtbarkeit bei Männern sein. (jlp)

Schädliche Stoffe in Kosmetikprodukten können die Ursache von Unfruchtbarkeit bei Männern sein. (jlp)

 

In Haarshampoos, Spielzeug, Haarsprays und anderen kosmetischen Pflegeprodukten sind oft schädliche Stoffe enthalten, die die Entwicklung des Embryos im Mutterleib beeinträchtigen können. Diese gefährlichen Substanzen werden Phthalate genannt und können ein verringertes Gewicht des Kindes nach der Geburt, gegebenenfalls den Kindstod und andere langwierige gesundheitliche Probleme zur Folge haben. Oft treten Herzerkrankungen auf. Phthalate stellen besonders für Schwangere und Jungen eine ernst zu nehmende Gefahr dar. Anhand unterschiedlicher Studien wurde bewiesen, dass diese Stoffe eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung der männlichen Reproduktionsorgane haben. Sie verursachen zahlreiche angeborene Fehlbildungen bei Jungen und eine lebenslange Funktionsstörung des Fortpflanzungsapparates. Die schädlichen Stoffe können sich negativ auf die Spermienzahl auswirken, es können sich aber auch schwerwiegende Deformationen der Geschlechtsorgane bilden, die sogar zur Entwicklung von Krebsgeschwüren führen können.

 

Schwangere sollten ihren Körper verstärkt vor schädlichen Stoffen schützen, denn durch die Verbindung mit der Plazenta ist auch das ungeborene Kind in Gefahr. (jlp)

Schwangere sollten ihren Körper verstärkt vor schädlichen Stoffen schützen, denn durch die Verbindung mit der Plazenta ist auch das ungeborene Kind in Gefahr. (jlp)

In welchen Produkten werden die schädlichen Stoffe verarbeitet

Phthalate sind eine Stoffgruppe, die für die Herstellung von Polyvinylchlorid (PVC) verwendet wird. Die schädlichen Stoffe werden schon seit den dreißiger Jahren zu Industriezwecken eingesetzt, indem sie Hautpflegeprodukten zugesetzt und zur Erhaltung der Elastizität von Nagellacken oder zur Duftintensivierung benutzt werden. Die Auswirkungen der Substanzen auf den menschlichen Körper sind sehr unterschiedlich. 84 % der amerikanischen Population sind mit mindestens 6 verschiedenen Stoffen aus der Phthalat-Gruppe kontaminiert. Die Aufnahme in den Körper kann auf verschiedene Weise verlaufen: durch den Verdauungstrakt, durch die Atemwege, durch die Haut und sogar bei intravenöser Medikamentenversorgung. Es sind die alltäglichen Situationen, in denen wir mit den Schadstoffen in Berührung kommen: das Einatmen von industrieverseuchter Luft, das Arbeiten mit Klebstoffen, Lackanstrichen, Wandfarbe, Plastik und Gummi, das Verlegen von Parkett und anderen Bodenbelegen, beim Benutzen von Waschmitteln, bei der täglichen Körperhygiene und Pflege mit Deodorants, Parfums, Körperlotionen, Haarshampoos, Handseifen und bei der Anwendung von Insektensprays. Nicht selten kommen sie auch in der Landwirtschaft vor, sogar in den Abwässern sowie dem Trinkwasser wurden Spuren gefunden. Die schädlichen Stoffe werden außerdem Kunststoffen beigemengt, damit sie elastischer werden. In Europa ist die Verarbeitung von Phthalaten bereits seit 2005 verboten. Noch immer sind sie aber zuhauf in Kosmetikprodukten, Deodorants, Parfums, Nagellackentfernern, Haarsprays, einigen Hautpflegeprodukten, Anti-Cellulitis-Cremes, Körper-Peelings, Lotionen usw. vorhanden. Am stärksten schadstoffbelastet sind Parfums. Den schädlichen Stoffen sind Verbraucher nicht nur durch Umwelteinflüsse und Nahrungsmittel ausgesetzt, sondern auch beim Kontakt mit Baumaterialien, Möbelstücken, Kleidung, Schuhen und im Innern von Transportmitteln.

 

Wie schädlich die chemischen Stoffe wirklich sind, muss noch herausgefunden werden. Bis dahin ist jedoch Vorsicht geboten. (jlp)

Wie schädlich die chemischen Stoffe wirklich sind, muss noch herausgefunden werden. Bis dahin ist jedoch Vorsicht geboten. (jlp)

Wieso sind die Stoffe so schädlich?

In einer Studie wurde 201 Neugeborenen das Blut abgenommen und analysiert. Bei 88 Kindern davon betrug das Geburtsgewicht weniger als 2500 Gramm. 70 % der Kinder mit verringertem Geburtsgewicht hatten erhöhte Werte verschiedener Chemikalien im Blut. Es ist also höchst empfehlenswert, Kinder in der Embryophase so gut wie möglich vor Chemikalien zu schützen. Der Studie zufolge übertragen sich die schädlichen Stoffe auf den Fötus auch über die Plazenta, während beim Neugeborenen eine Kontamination durch die Einnahme der Muttermilch stattfindet. Erhöht wird das Risiko durch das Füttern mit einer Kunststoffflasche, da die Phthalate chemisch nicht an das PVC gebunden sind und sich bei jeder Anwendung vom Produkt lösen können. Auch Baby-Kosmetikartikel und minderwertiges Spielzeug können deshalb schädlich sein. Ist ein Organismus den Stoffen ausgesetzt gewesen, sind nachweislich verschiedene Hormonfunktionen im Körper gestört. Es bleibt jedoch nicht bei der Beeinflussung der Hormonsysteme, sondern auch die Schilddrüsenfunktion und das Immunsystem werden beeinträchtigt. Durch das systematische kumulative Vergiften werden außerdem das Gehirn und das Nervensystem geschädigt und es kommt zu Allergien.

Laut Professor Charles Tyler sind bisherige Studien nur ein Indiz, das auf den Zusammenhang zwischen der Anwendung bestimmter Chemikalien und die Fehlentwicklungen bei Neugeborenen schließen lässt. Es fehlen nämlich weitere Studien, die einen eindeutigen Einfluss dieser schädlichen Stoffe auf den Gesundheitszustand der Konsumenten bestätigen würden.

 



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