Seien Sie bei der Wahl des Sexualpartners äußerst vorsichtig!

14.03.2010 | J. P.

Worauf muss man bei der Wahl des Sexualpartners achten, um sich vor einer Geschlechtskrankheit zu schützen?

 

 

Wenn man bei der Wahl des Sexualpartners unvorsichtig vorgeht, bürdet man sich eine Geschlechtskrankheit auf. (jlp)
Wenn man bei der Wahl des Sexualpartners unvorsichtig vorgeht, bürdet man sich eine Geschlechtskrankheit auf. (jlp)

 

"Viele lassen bei der Wahl des Sexualpartners das Risiko einfach außer Acht!"

Forscher von den Universitäten aus Florida und Pittsburgh fanden heraus, dass der Charakter und das Benehmen eines potenziellen Sexualpartners zur Erkennung des Risikos einer möglichen Infizierung mit einer Geschlechtskrankheit beitragen. Stephanie A. S. Staras, Epidemiologieprofessorin an der University of Florida, meinte dazu, dass die Logik dahinter sehr einfach sei. Um sich mit einer Geschlechtskrankheit zu infizieren, müsse man Sex mit einem Sexualpartner haben, der selber schon infiziert ist. Solche Menschen, die Sexualpartner wählen, von denen ein hohes Infizierungsrisiko ausgehe, stünden also auch vor einem hohen Risiko, selbst infiziert zu werden, wenn Sie sich nicht entsprechend schützten. "Viele lassen Wahl des Sexualpartners das Risiko einfach außer Acht!" meint Staras und fügt dem noch hinzu, dass die Wahrscheinlichkeit, dass jemand an einer Geschlechtskrankheit leide, von seinen Charakterzügen und von seinem Benehmen abhänge.

Auf welche Risikoeigenschaften sollte man bei der Wahl des Sexualpartners achten?

Die Studie umfasste die sexuelle Aktivität, die Charakteristika der Sexualpartner und die Diagnosen von Geschlechtskrankheit von 412 Personen im Alter zwischen 15 und 24. Die Forscher von der University of Florida kategorisierten die befragten Personen in bestimmte Risikogruppen, und zwar aufgrund von fünf Risikoeigenschaften ihrer ehemaligen Sexualpartner: 1) Konsum von Alkohol, Marihuana oder anderer Drogen, 2) Altersunterschied von mehr als 5 Jahren, 3) Einer der ehemaligen Sexualpartner war mal inhaftiert, 4) Einer der ehemaligen Sexualpartner hatte innerhalb des vergangenen Jahres auch Sex mit jemand anderem und 5) Einer der ehemaligen Sexualpartner wurde innerhalb des vergangenen Jahres aufgrund von einer Geschlechtskrankheit behandelt. Die Forscher erstellten dadurch eine Liste der negativen Eigenschaften von Sexualpartnern und verglichen sie mit den tatsächlichen sexuellen Gewohnheiten der an der Studie teilnehmenden Personen. Sie konzentrierten sich dabei vor allem auf das Praktizieren von Safer Sex und auf die Anzahl der Sexualpartner.

 

Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass ein Alkoholiker nicht gerade der beste Partner ist, auch wenn er noch so gut aussehen sollte. (jlp)
Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass ein Alkoholiker nicht gerade der beste Partner ist, auch wenn er noch so gut aussehen sollte. (jlp)

 

Die Eigenschaften der Sexualpartner spielen die wichtigste Rolle

Unter den Teilnehmenden, die aufgrund der Eigenschaften ihrer ehemaligen Sexualpartner zur Hochrisikogruppe gezählt wurden, war die Hälfte davon mit einer Geschlechtskrankheit infiziert. Von denen, die jedoch aufgrund ihres risikofreudigen Sexuallebens zur Hochrisikogruppe gezählt wurden, lag der Prozentsatz der Infizierten unter 40. Die Eigenschaften der Sexualpartner sind es also, die eine wichtigere Rolle spielen als Safer Sex und unser eigenes sexuelles Bewusstsein. Solche, deren Sexualpartner alle fünf Risikoeigenschaften aufwiesen, stehen vor einem dreifach höheren Risiko, mit einer Geschlechtskrankheit infiziert zu werden, als alle anderen. Die Eigenschaften, die am besten auf eine Infizierungsmöglichkeit schließen lassen, sind der Altersunterschied von mehr als 5 Jahren und eine frühere Infizierung des ehemaligen Sexualpartners.

 

Bei der Wahl des Sexualpartners sollte es unter Umständen auch eine Rolle spielen, mit wie vielen Menschen dieser schon geschlafen hat. (jlp)
Bei der Wahl des Sexualpartners sollte es unter Umständen auch eine Rolle spielen, mit wie vielen Menschen dieser schon geschlafen hat. (jlp)

 

Die Wahl des Sexualpartners auch für Versicherungsgesellschaften wichtig

Durch die angesprochenen Findungen fällt es Versicherungsgesellschaften leichter, ihre Versicherten in die richtigen Risikoklassen einzustufen. In den USA fragte man bei den Versicherungsgesellschaften bis dato nämlich nur über die sexuellen Gewohnheiten der Versicherten nach und ließ die sexuellen Gewohnheiten und Eigenschaften ihrer Sexualpartner häufig außer Acht.

Schlussfolgern Sie nicht zu früh

Einige Wissenschaftler, unter anderem auch Richard A. Crosby von der University of Kentucky, machen darauf aufmerksam, dass die in die Studie der University of Florida einbezogenen Risikoeigenschaften bloß Verallgemeinerungen seien, die nicht als zuverlässige Indikatoren verstanden werden dürfen, ob jemand an einer Geschlechtskrankheit leidet oder nicht. Was diese so genannten Risikoeigenschaften seiner Meinung nach jedoch tun, ist, dass sie neuen und unbegründeten Vorurteilen Boden zum Gedeihen geben.

 

Übersetzungen

SLO | HRV | ENG | DEU | RUS

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