Sind Endorphine wirklich wunderkräftig?

14.06.2010 | T. F.

Endorphine bzw. Glückshormone sind körpereigene Peptide mit morphinähnlicher Wirkung, die im Körper ein Gefühl der Euphorie und Lustgefühle verursachen.

 

 

Endorphine.

Bei sportlicher Aktivität werden Endorphine freigesetzt. (PhotoXpress)

 

Die meisten Endorphine werden beim Geschlechtsverkehr, bei körperlicher Aktivität, beim Musikhören, beim Verzehr von Schokolade und Chilli freigesetzt.

Was sind Endorphine?

Endorphine oder Glückshormone sind Schmerzregulatoren und eine Naturdroge. Das Wort Endorphin wird aus "endogen", was "innerlich" bedeutet, und "Morphin" zusammengesetzt, womit in der Medizin Schmerzen behandelt werden. Endorphine gehören zu den endogenen Opiaten, da ihre Wirkung opiumähnlich ist. Der Unterschied liegt nur darin, dass Endorphine im Körper durch das Nervensystem entstehen, die Opiumsubstanz wird aber aus dem Schlafmohn gewonnen. Endorphine sind Naturanalgetika, die schmerzlindernd und Entzündungsberuhigend wirken. Endorphine werden eigentlich vom Körper ständig gebildet. Bei körperlicher Anstrengung bewirken Endorphine eine Steigerung der Ausdauer und des Zufriedenheitsgrades, womit auch die Sportbesessenheit erklärt werden kann. Außerdem wird der Endorphinspiegel bei Studenten in der Prüfungszeit und bei Soldaten an der Front erhöht.

Wann werden Endorphine gebildet?

Endorphine entstehen im Körper ununterbrochen. Ihre Menge wird beim Geschlechtsverkehr und beim Orgasmus zusätzlich erhöht, was sehr angenehme Gefühle hervorruft. Endorphine werden außerdem beim Sport und bei allen Aktivitäten, die wir als angenehm empfinden, gebildet. Wenn diese Aktivitäten auf einmal unterbrochen werden, kann es zur sog. Abstinenzkrise kommen.

Wie stark ist die Wirkung der Endorphine?

Über die Intensität der Endorphine zeugt der Verlauf der Geburt, wenn Frauen starke Schmerzen empfinden, jedoch ohne Schmerzmittel entbinden. Der Körper reguliert die Schmerzstufe mit natürlichen (körpereigenen) Schmerzmitteln - Endorphinen. Während der Geburt steigt der Endorphinspiegel und erreicht seinen Höhepunkt kurz nach der Geburt, damit sich die Frau nicht auszuruhen braucht, sondern sofort für das Kind sorgen kann. Endorphine regeln zudem die Muttermilchproduktion und sorgen dafür, dass die Mutter eine Verbindung zum Kind aufbauen kann.

Ärzte sind davonüberzeugt, dass der Endorphinspiegel mit den Jahren sinkt, weswegen es umso wichtiger ist, einen gesunden Lebensstil zu entwickeln. Der Mensch sollte fit sein und solche Aktivitäten ausüben, die endorphinfördernd sind: sexuelle und sportliche Aktivität, Musik hören ...

Dr. Thomas Davis machte den überaus ungewöhnlichen Vergleich der Endorphine mit der vielseitigen Funktionalität eines Schweizer Messers.

 



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