Tödliche Kombination: HPV und Krebs

12.02.2010 | T. P.

Sind Sie sich auch wirklich der großen Gefahr von HPV bewusst? Es gibt mehr HPV-Infizierte als Sie glauben.

 

 

HPV ruft verschiedene Krebsarten hervor. (jlp)
HPV ruft verschiedene Krebsarten hervor. (jlp)

 

Die Anzahl von Infizierten mit HPV ist enorm

Es gibt mehr als 100 Arten humaner Papilomaviren (HPV) und etwa 30 Arten davon rufen Genitalwarzen hervor. Die Viren werden durch Hautkontakt übertragen, darum kann man ihnen mit Kondomen oder anderen Mitteln, die wir in der Regel zur Verhütung beim Geschlechtsverkehr anwenden, nicht Einhalt gebieten. In den USA wird geschätzt, dass zwischen 1998 und 2003 etwa 25.000 Menschen aufgrund der Infizierung mit HPV an Krebs erkrankten. Am meisten ist der Gebärmutterhalskrebs verbreitet, dem folgen Analkrebs, Krebs an äußeren Genitalien und auch Kehlkopfkrebs. Meistens bricht Krebs im Zuge der Infizierung mit verschiedenen von etwa 15 hochgradig gefährlichen HPV-Genotypen aus. HPV 16 und HPV 18 sind zum Beispiel für etwa 70 bis 86 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Bei der Mehrheit der Fälle klingen die Infektionen nach etwa 8 bis 12 Monaten spontan ab, in etwa 10 bis 20 % der Fälle entwickelt sich jedoch eine persistierende (fortdauernde) HPV-Infektion. Im Zuge solcher Infektionen ist das Risiko von Vorkrebsveränderungen und Krebsausbruch sehr hoch. Es gibt kein Mittel zur Bekämpfung von HPV. Es werden Erkrankungen, die als Folge einer HPV-Infizierung auftreten, behandelt, und es gibt auch die Möglichkeit sich gegen HPV zu impfen. Nach grober Schätzung wird jährlich rund um die Welt bei etwa 500.000 Frauen Krebs diagnostiziert, wovon etwa 300.000 sterben. Eine Forschung des Amerikanischen Zentrums für Infektionskrankheiten CDC, in die 38 Bundesstaaten miteinbezogen wurden, ergab, dass ganze 7.400 Krebsfälle im Mund, Rachen und am Kehlkopf mit HPV verbunden waren, davon 5.700 Fälle bei Männern und 1.700 Fälle bei Frauen. Etwa 3.000 Analkrebsfälle könnten mit HPV-Infizierungen in Verbindung gebracht werden, davon 1.900 Fälle bei Frauen und 1.100 Fälle bei Männern.

 

Jährlich sterben rund um die Welt etwa 300.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. (jlp)
Jährlich sterben rund um die Welt etwa 300.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. (jlp)

 

Wie kann man sich vor HPV schützen?

Wir können nicht die ganze Zeit in Plastikfolie gehüllt umhergehen. Die gegenwärtig effizienteste Form von Vorbeugung ist, sich gegen HPV zu impfen. Am meisten ist der tetravalente Impfstoff verbreitet (gegen vier HPV-Genotypen: 6, 11, 16 und 18). Mit diesem Impfstoff wird schwereren Vorkrebsformungen und Gebärmutterhalskrebs vorgebeugt, aber auch Vorkrebsveränderungen am äußeren Genitalbereich und Genitalwarzen. Die meisten Menschen infizieren sich zwischen dem 15. und 24. Lebensjahr, darum wäre es am besten, alle bis zum spätestens 9. Lebensjahr zu impfen. Der Impfstoff wird dreimal verabreicht (erste Impfung, 2 Monate später, 6 Monate später). Die Impfungen sind bei Patienten auszusetzen, die an akutem Schüttelfrost leiden. Schwangere und Menschen, die gegen den Impfstoff empfindlich sind, werden nicht geimpft. Ein HPV-Test ist vor der Impfung nicht erforderlich. Bis dato wurde der Impfstoff an mehr als 20.000 Frauen rund um die Welt, die zwischen 16 und 26 Jahre alt waren, getestet, und es stellte sich heraus, dass der Impfstoff sehr effizient bei der Vorbeugung von Infektionen mit den vier angesprochenen HPV-Genotypen bei nicht infizierten Frauen ist. Er bietet Schutz vor solchen HPV-Genotypen, die für etwa 70 % aller Gebärmutterhalskrebserkrankungen und für bis zu 90 % aller Genitalwarzenausbrüche verantwortlich sind. Der Impfstoff beseitigt die schon vorhandenen HPV-Infektionen und mit denen verbundene Beschwerden leider nicht. Studien, die an mehr als 21.000 Personen beider Geschlechter durchgeführt wurden, zeigten auf, dass Nebenwirkungen am wenigsten bei Adoleszenten und bei jüngeren Frauen auftraten. Die am meisten vorkommenden Nebenwirkungen sind: kurzweilige lokale Schmerzen (84 %), Schwellungen (25 %), Rötungen (25 %) und Juckreiz (3 %). Oft kommt es auch zu einer vorübergehenden Erhöhung der Körpertemperatur (bei bis zu 10 % aller Geimpften). Andere und ernstere Nebenwirkungen sind sehr selten. Der Schutz vor Infektion hält mindestens 5 Jahre an, es laufen jedoch noch zusätzliche Forschungen, die den Zeitraum der Geschütztheit genauer bestimmen werden.

In Deutschland übernehmen seit Ende Juni 2007 alle gesetzlichen Krankenkassen die Impfung bei Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Für Männer werden die Impfkosten von den Krankenkassen nicht übernommen.

 

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SLO | HRV | ENG | DEU | RUS

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