Vaginismus – wenn der Sex eine Frau in Angst versetzt

20.05.2010 | Antonio B

Ein unfreiwilliger Scheidenkrampf ist eine sehr unangenehme Sache, die der Frau ein normales Sexualleben unmöglich macht. Wir stellen den Vaginismus vor.

 

 

Vaginismus oder Scheidenkrampf.

Vaginismus, ein Krampf im unteren Scheidenbereich kann verschiedene Ursachen haben, die meist psychischer Natur sind. (PhotoXpress)

 

Vaginismus wegen Angst vor Geschlechtsverkehr

Vaginismus oder anders gesagt der Muskelkrampf im Bereich des Scheideneingangs wird beim Versuch, Geschlechtsverkehr zu haben, ausgelöst und verhindert das Eindringen des männlichen Gliedes in die Scheide. Dabei wird die Scheide buchstäblich verschlossen, sie drückt sich zusammen und der Scheidenkrampf lässt keineswegs nach. Vaginismus ist meist nervlich bedingt und tritt wegen verschiedenen Arten von Ängsten, die mit dem Sex zu tun haben, auf. Dabei kann es sich um die Angst vor dem Geschlechtsverkehr an sich handeln, die die Folge einer unangenehmer Erfahrung aus der Jugendzeit sein kann, wie z. B. der sexuellen Belästigung in der Familie, einer Vergewaltigung oder eines sehr gewalttätigen und egoistischen Partners.

Vaginismus wegen Angst vor Verlust der Unschuld

Ein Scheidenkrampf tritt auch oft bei Jungfrauen auf, die vor dem Verlust ihrer Unschuld stehen. Die große Angst vor dem ersten Eindringen des Penis in ihre Vagina haben und davon überzeugt sind, dass sie dabei vor Schmerzen sterben werden. Das Problem könnte auch im zu jungen Alter liegen, also im Fakt, dass ein Mädchen seine Unschuld verlieren will, bevor sie dazu bereit ist. Dass es nur aus dem Grund machen möchte, weil die Zeit drängt und es fast alle Mitschülerinnen bereits getan haben.

Vaginismus wegen Angst vor Schwangerschaft und Schuldgefühlen

Viele Mädchen haben Angst, schwanger zu werden. Auch das kann Vaginismus, also einen Krampf des unteren Drittels der Vaginalmuskulatur, verursachen. Auch wenn der Partner ein Kondom benutzt, verändert sich damit nichts, da es sich um eine paranoische Angst handelt, die das Sexualleben beeinträchtigt. Bei solchen Frauen macht es auch keinen Unterschied, wenn sie die Pille nehmen, da ihre Probleme vor allem psychischer Natur sind und sie sich nicht bewusst sind, dass ihre Angst völlig überflüssig ist. Dasselbe gilt auch für Frauen, die von Schuldgefühlen geplagt werden. Vielleicht, weil sie ihren Partner betrügen oder weil sie das Gefühl haben, mit dem Sex eine Sünde zu begehen. Bei solchen Frauen kann Vaginismus auch beim nächsten Sex auftreten, da er eine Folge vom letzten Sex ist, den die Frau als belastend empfindet.

Mit Masturbation gegen Vaginismus

In den meisten Fällen muss die betroffene Frau unbedingt einen Arzt oder Experten aufsuchen, der sie über die Bedeutung der Vagina für den Geschlechtsakt aufklärt und sie davon überzeugt, dass ihre Ängste völlig unnötig sind. Vaginismus hat also eine sehr große Ähnlichkeit mit der Impotenz, vor allem wenn er psychischer Natur ist. Auch bei der Impotenz ist ein Gespräch nötig und vor allem das Verständnis des Partners. Eine Frau, die von Scheidenkrämpfen geplagt wird, kann sich auch selbst helfen. Es ist wahrscheinlich am besten, dabei zu masturbieren. Wenn ein Krampf kommt, nehmen Sie z. B. einen Finger oder den Vibrator zu Hilfe und schauen sich dabei in einem Spiegel an. Nehmen Sie so Platz, dass Sie im Spiegel genau sehen können, was in Ihrer Vagina vor sich geht. Sie können ein Gleitmittel verwenden und Ihre Vagina gut befeuchten. So können Sie vielleicht trotz des Krampfes mit dem Kleinfinger eindringen. Eine Frau mit solchen Schwierigkeiten soll für einige Zeit auf Penetration verzichten und sich zuerst mit der eigenen Anatomie bekannt machen, da sie so das Problem vielleicht ohne ärztliche Hilfe bewältigen kann.

Vaginismus verlangt einem viel Geduld ab

Um Vaginismus zu beseitigen, braucht man viel Geduld. Das heißt, die Frau muss sich Zeit für die Masturbation nehmen. Wie gesagt, am besten eignet sich dafür der kleine Finger oder auch ein sehr dünner Gegenstand, mit dem man sehr langsam in die Vagina eindringt. Wenn es nicht geht, dann geht es eben nicht. Die Frau darf nicht aufgeben und soll es immer wieder versuchen und dabei die Vagina ständig mit einem Gleitmittel oder Speichel befeuchten. Wenn sie dabei zum Orgasmus kommt, soll sie sich nicht darum kümmern und so lange weitermachen, bis der Krampf wenigstens etwas nachlässt und den Scheideneingang öffnet. Das nächste Mal soll sie es mit einem größeren Gegenstand oder einem breiteren Finger versuchen. Auf diese Weise wird sie sich langsam an die Penetration gewöhnen und kann mit ihrem Partner wieder pure Lust erleben.

 



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