Vasektomie: Tabu für Männer
Während die Frauen auf unterschiedliche Verhütungsmethoden zurückgreifen, bleibt die Vasektomie für Männer noch weiter ein Tabu.
Vasektomie bleibt für Männer weiterhin ein Tabuthema. (PhotoXpress)
Viele Männer wissen gar nicht, was eine Vasektomie ist
Über die Vasektomie sollten Kinder in der Schule bei der Sexualerziehung unterrichtet werden. Viele Männer wissen nämlich immer noch nicht, wie eine Vasektomie eigentlich gemacht wird. Sie fürchten, dass es sich um eine totale Hodenentfernung handelt, dass sie bis an ihr Lebensende keine Erektion und keinen Sex mehr machen werden, dass ihre Hoden verkleinert und sie um ihre Männlichkeit gebracht werden. Das alles stimmt natürlich nicht. Mit dem chirurgischen Eingriff beugt der Mann bleibend gegen die ungewollte Schwangerschaft vor. Für die Vasektomie als Verhütungsmethode sollte man sich entscheiden, wenn man genau weiß, dass man sich keine Kinder mehr wünscht. Dem Gesetz nach kann die Vasektomie nach dem 35. Lebensjahr oder früher durchgeführt werden, wenn Ihnen und Ihrer Partnerin keine andere Verhütungsmethode zusagt oder Ihnen gesundheitliche Probleme bereitet. Der Eingriff ist unkompliziert und dauert nur wenige Minuten, Nebenwirkungen treten fast nie auf. Der Chirurg unterbindet lediglich die Samenleiter, womit erreicht wird, dass die Spermien die Hoden nicht verlassen. Beim Orgasmus kommt es dann immer noch zum Erguss, wie vor dem Eingriff, das Sperma enthält lediglich keine Spermien, die bekanntlich die Schlüsselrolle bei der Befruchtung spielen.
Männer willigen nur schwer in eine Vasektomie ein
Jede gynäkologische Situation stellt für den Mann ein größeres Problem dar als für die Frau. Wir Frauen lernen schon mit dem ersten Geschlechtsverkehr oder noch früher mit den gynäkologischen Untersuchungen zu leben und gewöhnen uns mit der Zeit auch an sie und die verschiedenen Eingriffe in unseren Körper. Aber wenn es zu ärztlichen Eingriffen an den Genitalien der Männer kommt, machen diese reflexiv einen Schritt zurück. Einige wollen von so etwas gar nichts hören. Auf jeden Fall ist es gut zu wissen, dass jede Frau die Verhütungsmittel, die nur für die Frau sind, nicht gut verträgt. Die hormonelle Verhütung, d. h. die Pille, kann zu zahlreichen körperlichen Komplikationen führen, wie Sehschwäche, Migräne, Brustkrebs, usw., eine Sterilisation oder eine Spirale sind im Vergleich mit der Vasektomie viel komplizierter. Es kann zu schweren Scheidenentzündungen, Problemen beim Sex, Blutungen und auch zu unangenehmen Gefühlen beim Mann während des Geschlechtsverkehrs kommen. Es gibt nämlich Fälle, bei denen der Mann beim Geschlechtsverkehr am Ende des Penis das Implantat spürt. In solchen Fällen ist es ratsam, mit einem Arzt über die richtige Verhütungsmethode zu sprechen. Die einfachste ist immer noch die Benutzung eines Kondoms.
Bei der Vasektomie handelt es sich um die Unterbindung der Sameleiter (Vas deferens), damit das Ejakulat keine Spermien mehr enthält.
Ist Vasektomie reversibel?
In 95 % der Fälle ist Vasektomie reversibel, wogegen sich die Frau nach einer Sterilisation nicht mehr umentscheiden und Kinder bekommen kann. Natürlich sollten sich die Partner in beiden Fällen hundertprozentig sicher sein, dass sie sich keine Kinder mehr wünschen. Insofern ein großer Wunsch nach Korrektur der Vasektomie besteht, entscheiden sich die Ärzte für eine sog. Vasovasostomie, mit der die Samenleiter wieder zusammengeführt werden beziehungsweise der Urzustand wiederhergestellt. Das bedeutet aber noch nicht, dass der Mann gleich wieder zeugungsfähig ist. In vielen Fällen bleibt der Mann nach einer Vasovasostomie unfruchtbar. Gründe dafür gibt es viele, unter anderem auch eine Blockade in den Samenleitern selbst und das Vorhandensein von Antikörpern, die die Aktivität des Spermas behindern. Mehr als die Hälfte der Männer, die eine Vasektomie hat machen lassen, entwickelt diese Antikörper, die die Fluidität des Spermas beeinträchtigen. In diese Gruppe werden 50 % bis 75 % der Patienten gezählt. Eine Vasektomie rückgängig zu machen ist ein komplizierter und kostspieliger Eingriff.
Und die Nebenwirkungen von Vasektomie?
Ein paar Tage nach der Vasektomie können, wie nach jeder anderen Operation, leichte Empfindlichkeit und eine Schwellung auftreten, deswegen ist es besser, sich im Genesungsprozess auszuruhen. Dieser Prozess dauert weniger als eine Woche. Viele Männer lassen die Vasektomie am Freitag machen und am Montag gehen sie wieder ihrer Arbeit nach. Nebenwirkungen sind bei dieser Verhütungsmethode sehr selten. Schon nach einigen Tagen kann der Mann wieder Geschlechtsverkehr haben, erst nach dem zwanzigsten Erguss kann er dann aber zuverlässig sein, dass sein Sperma keine Spermien mehr enthält. Solange ist es also ratsam ein Kondom zu benutzen. Das British Medical Journal berichtete 1992, dass Komplikationen in acht bis zehn Tagen nach dem Eingriff auftreten können. Es kann zu lokalen Infektionen kommen, deren Inkubationszeit bis zu einem Jahr beträgt. Taucht eine Infektion auf, wird sie mit medizinischer Hilfe innerhalb einer Woche entfernt. Die psychologische Nebenwirkung, die einem Mann nach einer Vasektomie heimsuchen kann, ist der Verlust der Libido, aber nur dann, wenn er das Gefühl bekommt, dass er seine Männlichkeit verloren hat.
































