Vor- und Nachteile der Antibabypille

20.02.2010 | Izabela M

Viele Frauen wird die Tatsache überraschen, dass die Einnahme der Antibabypille mehr Vorteile als Risiken mit sich bringt.

 

 

Wir fragen uns oft, welche Vorteile und Nachteile die Antibabypille hat. (jlp)

Wir fragen uns oft, welche Vorteile und Nachteile die Antibabypille hat. (jlp)

 

1. Vorteil der Antibabypille: Empfängnisverhütung

Wenn es trotz der Einnahme der Antibabypille zu einer Schwangerschaft kommt, ist das die Folge einer vergessenen Pille oder anderer Umstände, die die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigen. Sie ist zu 99 % sicher und einfach anzuwenden. Wenn Sie gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen wird, wie z. B. Antibiotika, Antirheumatika oder Antiepileptika, kann das ihre Wirkung beeinträchtigen, Zwischenblutungen verursachen oder sogar eine ungewollte Schwangerschaft zur Folge haben. Falls eine Therapie mit den oben genannten Medikamenten erforderlich ist, sollten Sie zusätzlich verhüten, z. B. mit Kondom.

2. Vorteil der Antibabypille: Geregelter Zyklus

Frauen mit einer unregelmäßigen Regelblutung gewinnen durch die Einnahme der Antibabypille einen zusätzlichen Nutzen. Sie hat nämlich viele positive Wirkungen auf die Regelblutung. Nicht nur, dass diese durch die Einnahme der Antibabypille regelmäßig wird, sondern sogar Regelschmerzen (Dysmenorrhö) können gelindert werden. Frauen, die während ihrer Menstruation normalerweise viel Blut verlieren, haben bei Einnahme der Antibabypille leichtere Blutungen, sie verlieren auch weniger Eisen.

 

Wenn Sie die Antibabypille und Antibiotika gleichzeitig einnehmen, benutzen Sie ein Kondom. (jlp)

Wenn Sie die Antibabypille und Antibiotika gleichzeitig einnehmen, benutzen Sie ein Kondom. (jlp)

 

3. Vorteil der Antibabypille: Schutz vor Krebs und Entzündungen

Ungefähr 160.000 Frauen werden jährlich weltweit mit der Diagnose Eierstockkrebs konfrontiert, die Diagnose Gebärmutterschleimhautkrebs wird nur 20.000 Frauen weniger gestellt. Der wichtigste Vorteil der Einnahme der Antibabypille ist gerade der Schutz vor Eierstock- und Gebärmutterschleimhautkrebs. Frauen, die die Antibabypille nehmen, erkranken nur etwa halb so oft an den oben genannten Krebsarten als Frauen, die keine Pille nehmen. Die oralen Kontrazeptiva senken auch das Risiko einer Entzündung der Geschlechtsorgane oder gynäkologischen Erkrankung wie z. B. Zysten.

4. Vorteil der Antibabypille: Weniger Myome

Myome sind Wucherungen an den Gebärmutterwänden. Sie bestehen aus Muskel- und Bindegewebe und liegen unmittelbar unter der Oberfläche, in der Wand oder unter der Gebärmutterschleimhaut. Sie können in Form eines Knotens, einer Geschwulst oder Wandverdickung auftreten. Meist entstehen sie zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr, jede dritte Frau soll davon betroffen sein. Sie sind zwar nicht gefährlich, können aber trotzdem zahlreiche Probleme verursachen. Die Einnahme der Antibabypille senkt das Risiko für die Entstehung von Myomen um fast 20 % alle fünf Jahre.

 

Die Antibabypille senkt das Risiko der Entstehung von Eierstockkrebs, Entzündungen und Myomen. (jlp)

Die Antibabypille senkt das Risiko der Entstehung von Eierstockkrebs, Entzündungen und Myomen. (jlp)

 

1. Nachteil der Antibabypille: Herz- und Gefäßkrankheiten

Ein Herzinfarkt ist die Folge der Entstehung eines Blutgerinnsels und einer Beschädigung des Herzmuskels. Bei Frauen, die die Antibabypille nehmen, ist die Gefahr eines Herzinfarktes drei- bis fünfmal größer. Bei jungen und gesunden Frauen tritt ein Herzleiden jedoch nur selten auf. Gefährdeter sind Raucherinnen, die die Antibabypille nehmen. Nach dem 35. Lebensjahr wird das Risiko zusätzlich erhöht. Frauen, die die Antibabypille nehmen, sind auch etwas anfälliger für einen Schlaganfall und bei ihnen ist das Risiko für erhöhten Blutdruck höher. Diese Blutdruckerhöhung hat aber klinisch keine Bedeutung, wenn Frauen moderne Präparate mit einem niedrigen Hormongehalt einnehmen. Faktoren wie Bluthochdruck in der Familie und Übergewicht haben einen größeren Einfluss auf den erhöhten Blutdruck als die Einnahme der Antibabypille.

2. Nachteil der Antibabypille: Brustkrebs

Obwohl bereits viele Studien über den Einfluss der Einnahme der Antibabypille auf den Brustkrebs durchgeführt wurden, haben nur wenige einen schwachen Zusammenhang zwischen dem Brustkrebs und einer langjährigen Einnahme der Antibabypille aufgezeigt. Mit keiner Studie konnte ein erhöhtes Krebsrisiko bei Frauen, die nach ihrem 45. Lebensjahr in fruchtbarem Alter die Pille einnahmen, als bei Frauen, die die Pille nicht eingenommen haben, belegt werden.

 

Es konnte noch kein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Brustkrebs und der Einnahme der Antibabypille nachgewiesen werden. (jlp)

Es konnte noch kein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Brustkrebs und der Einnahme der Antibabypille nachgewiesen werden. (jlp)

 

Die Antibabypille bietet keinen Schutz vor Geschlechtskrankheiten, nicht einmal vor HIV, Hepatitis oder den humanen Papillomviren, die den Gebärmutterhalskrebs verursachen.

 



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