Vor- und Nachteile einer Hormonersatztherapie
Wann wird eine Hormonersatztherapie eingesetzt und was sind ihre Folgen? Über die Hormonersatztherapie und die Menopause.
Wenn die Hormonersatztherapie über mehrere Jahre angewendet wird, um Klimakteriumsbeschwerden zu bewältigen, ist sie harmlos. (PhotoXpress)
Mit der Hormonersatztherapie wird der Hormonhaushalt ausgeglichen, wenn der Körper einige ziemlich drastische Veränderungen durchmacht. Obwohl von einer Hormonersatztherapie die Rede ist, muss man wissen, dass das Klimakterium keine Krankheit ist, sondern ein natürlicher körperlicher Prozess. Wenn eine Frau die Menstruation bekommt, ist das keine Krankheit. Dasselbe gilt auch für das Klimakterium.
Vorteile einer Hormonersatztherapie
Die Hormonersatztherapie beruht auf der Östrogenzufuhr. Viele Frauen brauchen keine Hormonzufuhr, weil ihr Körper in anderen Organen und im Fettgewebe noch weiterhin genug Östrogen produziert. Für andere gilt jedoch die Ansicht, dass die Hormonersatztherapie viele Vorteile hat. Wir merken meistens erst dann, was wir hatten, wenn wir es verlieren. Ähnlich ist es mit den Hormonen. Erst wenn der Hormonspiegel sinkt, sehen wir, wie wichtig sie sind. Die Hormone spielen eine wichtige Rolle beim Knochenbau und sorgen dafür, dass die Knochen intakt sind. Falls eine Person zu viel Knochenmasse verliert, werden ihre Knochen porös und brüchig (Osteoporose). Eine rechtzeitige Langzeittherapie kann in Verbindung mit einer kalziumreichen Ernährung Schäden am Skelettsystem verhindern. Der Hormonersatz ist auch für die Scheide von Vorteil. Ein Hormonmangel wirkt sich schlecht auf die Elastizität und die Feuchtigkeit der Scheide aus, diese spielen jedoch für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr eine entscheidende Rolle. Sie hilft auch bei Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, Stress und Hitzewallungen.
Wann sollte man lieber auf eine Hormonersatztherapie verzichten?
Bei der Hormonersatztherapie müssen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Bei Herzkreislauf- und Leberkrankheiten, thromboembolischen Erkrankungen, hormonbedingten Tumoren (z. B. Brüste) und Systemkrankheiten (z. B. rheumatische Erkrankungen) sollte keine Hormonersatztherapie angewendet werden. Bei Frauen, die eine Gebärmutter haben, fördern die Östrogene die Entstehung von Gebärmutterkrebs, deswegen werden ihnen nie nur Östrogene verabreicht, sondern immer Östrogene in Kombination mit Progesteron. Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, erhalten jedoch nur Östrogene. Bei der Frage, ob die Hormonersatztherapie gegen eine Koronarerkrankung eingesetzt werden kann, gehen die Meinungen jedoch auseinander. Einige Menschen sind schon jetzt der Meinung, dass das die wichtigste Vorbeugungsmaßnahme gegen eine Koronarerkrankung bei Frauen sei. Andere halten sich zurück und glauben, dass erst stichfestere Beweise für ihre Wirksamkeit und auch für ihre Unschädlichkeit erbracht werden müssen. Es gibt immer mehr Hinweise, dass die Hormonersatztherapie vor der Alzheimerkrankheit schützt, die die häufigste Ursache einer altersbedingten Demenz ist. Studien haben auch gezeigt, dass Östrogene das Risiko von Dickdarmkrebs senken.
Mögliche Nachteile der Hormonersatztherapie
Die Hormonersatztherapie erhöht das Risiko von Venenthrombosen und Lungenembolien sowie das Risiko von Endometriumkrebs. Falls der Hormonersatz länger als 10 Jahre eingesetzt wird und bei Patienten über 60 Jahren, erhöht diese langwierige Therapie wahrscheinlich auch das Brustkrebsrisiko. Wenn die Hormonersatztherapie über mehrere Jahre angewendet wird, um Klimakteriumsbeschwerden zu bewältigen, ist sie harmlos. Wenn die Entscheidung über eine langwierige Therapie getroffen wird, muss man immer die restlichen Risiken für Brustkrebs abwägen. Dabei ist sehr wichtig, ob die Mutter oder eine andere weibliche Verwandte mütterlicherseits daran erkrankt ist und ob es eine Spätgeburt gab. Heute gilt die Auffassung, dass die Vorteile der Hormonersatztherapie gegenüber den möglichen Gefahren für die meisten Frauen dennoch überwiegen, deswegen wird sie grundsätzlich immer öfter empfohlen, wenn es keine Kontraindikationen gibt.
Arten der Hormonersatztherapie
Eine Frau kann die Östrogene in Tablettenform oral, mit Pflastern durch die Haut oder mit Injektionen in den Muskel einnehmen. Eine Hormonersatztherapie ist auch als lokale Anwendung möglich, wobei kleine Dosierungen von Östrogen in die Scheide eingeführt werden. Der Östrogenspiegel im Blut wird dadurch nur wenig erhöht, es werden jedoch atrophische Veränderungen der Scheide verhindert, die im Klimakterium auftreten.
Alternativen zur Hormonersatztherapie
Eine Hormonersatztherapie ist nicht immer nötig. Regelmäßige körperliche Aktivität hat einen hohen Schutzeffekt, vor allem in und nach der Menopause. Körperlich aktive Frauen sind nämlich um 70 % weniger gefährdet als Frauen, die nicht aktiv sind. Die regelmäßige körperliche Aktivität zögert viele körperliche Veränderungen hinaus, die normalerweise nach der Menopause eintreten und die Gefahr einer Koronarerkrankung erhöhen. Sie verhindert die Gewichtzunahme und Diabetes bei Frauen, die dazu neigen, und erhöht den Wert des guten HDL-Cholesterins. Es ist die Rede von einer alternativen nicht hormonellen Möglichkeit, um die Folgen der Menopause zu beheben. Zu diesen Möglichkeiten gehören einige Medikamente, die das Zentralnervensystem beeinflussen, wie z. B. das Medikament Clonidin, das eigentlich zur Senkung des Bluthochdrucks verwendet wird. Frauen können auch einige Beruhigungsmittel einnehmen, die jedoch auch Nebenwirkungen haben, und verschiedene Vitamine, vor allem Vitamin E.






























