Was tun, wenn am Scheideneingang eine Bartholin-Zyste entsteht?

2.04.2010 | Izabela M

Die bartholinische Zyste ist eine an den kleinen Schamlippen entstehende Zyste. Was können Sie dagegen tun?

 

 

bartholinische Zyste

Bartholinische Zysten können sehr klein sein, sie können aber auch schmerzen und bis zur Murmelgröße anwachsen. (PhotoXpress)

 

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Eine bartholinische Zyste kann zur Größe einer Murmel anwachsen

Die Bartholin-Drüsen befinden sich an den äußeren weiblichen Geschlechtsteilen, genauer, im Bereich des Scheideneingangs, und zwar an den kleinen Schamlippen. An jeder Seite befindet sich eine sehr kleine Bartholin-Drüse, die bei normaler Größe nicht zu sehen und nicht zu ertasten ist. Die beiden Drüsen produzieren eine kleine Menge an Flüssigkeit, durch die die äußeren weiblichen Geschlechtsteile befeuchtet werden. Die Flüssigkeit wird durch zwei kleine Ausführungsgänge ausgestoßen, die sich neben dem Scheideneingang befinden und als Bartholin-Gänge bezeichnet werden. Probleme treten dann auf, wenn einer der Gänge verstopft wird und sich die Flüssigkeit in der Drüse anzusammeln beginnt. Dadurch entsteht eine ertastbare Schwellung, die als so genannte Bartholin- bzw. bartholinische Zyste bekannt ist. Zysten solcher Art variieren in ihrer Größe. Manche können sogar die Größe einer Murmel erreichen. Eine bartholinische Zyste wächst sehr langsam und kommt in der Regel nicht sogleich über Nacht zum Vorschein. Im Falle, dass die Zyste infiziert wird, kann klebrige Eiterabsonderung aus ihr ausfließen

Die Urheber sind Bakterien 

Eine bartholinische Zyste kann von ziemlich vielen Bakterienarten hervorgerufen werden. Zu denen zählen auch bakterielle Organismen, die geschlechtlich übertragbare Krankheiten hervorrufen, wie die Chlamydiose und Gonorrhö, aber auch bakterielle Organismen, die in der Regel im Verdauungstrakt vorkommen. Nach dem Geschlechtsverkehr kann die Zyste noch weiter anwachsen, da die Drüsen im Zuge von Geschlechtsverkehr mehr Flüssigkeit produzieren. Gerade deshalb ist es am besten, in solchen Fällen keinen Geschlechtsverkehr zu haben, solange die Zyste nicht vollständig abklingt.

Wie ist eine bartholinische Zyste zu erkennen?

Eine bartholinische Zyste entsteht in Form einer Schwellung auf einer der beiden Seiten des Scheideneingangs. Sie kommt im untersten Bereich der kleinen Schamlippen zum Vorschein. Wenn es sich um keine infizierte Zyste handelt, ist sie in der Regel rötlich und schmerzlos. Wenn es sich um eine größere Zyste handelt, sind solche Fälle in der Regel jedoch auch mit Schmerzen verbunden. Die Größe von bartholinischen Zysten variiert zwischen 6 mm und 2,5 cm. Stärkere Schmerzen lassen auf die Möglichkeit einer Infektion und auf die Ansammlung von Eiterabsonderung schließen. Auch vaginaler Ausfluss kann entstehen und die Betroffene könnte auch Unannehmlichkeiten beim Sitzen sowie beim Gehen verspüren. Weiters ist auch der Geschlechtsverkehr mit Schmerzen verbunden, weswegen es angebracht wäre, ihn zu meiden, um den Zustand nicht noch weiter zu verschlechtern. Die Betroffene kann die Zyste selbst ertasten oder sie wird vom Gynäkologen im Zuge einer Routineuntersuchung lokalisiert. Eine bartholinische Zyste kann auch zu Fieber führen, wobei dieses jedoch äußerst selten der Fall ist.

 

bartholinische Zyste, Bartholinitis

Die Bartholin-Drüsen befinden sich im unteren Bereich des Scheideneingangs, auf den kleinen Schamlippen. (Quelle: Nucleus Communications)

 

Wann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen?

Wenn sich der Zustand innerhalb von zwei oder drei Tagen nicht bessert und die Schwellung noch größer werden sollte, ist zu einem Arztbesuch zu raten. Wenn die Schwellung mit starken Schmerzen verbunden ist und sie den Alltag der Betroffenen erschwert sowie mit verdächtiger ausfließender Absonderung verbunden ist, muss die Zyste trockengelegt werden. Wenn neben dem Schmerz und der Absonderung noch Fieber und Erbrechen auftreten, ist ein Arztbesuch unumgänglich. Um es nicht soweit kommen zu lassen, ist dazu zu raten, schon beim Aufkeimen der Schmerzen so bald wie möglich einen Arzt aufzusuchen.

Wie beugt man der Entstehung von bartholinischen Zysten vor und wie kann man sich zuhause selbst helfen?

Eine bartholinische Zyste bzw. deren Entstehung kann man nicht mit hundertprozentiger Sicherheit verhindern. Man kann jedoch das Risiko ihrer Entstehung durch entsprechend geschützten Geschlechtsverkehr mindern, da eine bartholinische Zyste auch durch bakterielle Organismen entstehen kann, die geschlechtlich übertragbare Krankheiten hervorrufen. Ein gutes Hausmittel bei einer bartholinischen Zyste ist ein warmes, 10 bis 15-minütiges Bad, das bis zu viermal täglich genommen werden sollte. Das Wasser sollte eher lauwarm sein und nicht zu heiß. Im Falle von Eiterabsonderung ist dieser trockenzulegen, was in der Regel ein Arzt vornimmt.

Die Behandlung ist im Grunde ziemlich einfach

Wenn es sich um eine kleinere bartholinische Zyste handelt, muss diese an sich nicht ärztlich behandelt werden, da warme Bäder genügen und sie mit der Zeit von selbst abklingt. Wenn es sich jedoch um eine schmerzhafte und infizierte Zyste handelt, wird der Arzt beziehungsweise der Gynäkologe das Eiterbällchen unter Anwendung von lokaler Betäubung trockenlegen. Chirurgisch kann danach noch ein Eingriff durchgeführt werden, der als Marsupialisation bezeichnet wird und das Wiederaufkeimen der Zyste verhindern soll. Nach dem Eingriff wird die Öffnung soweit zusammengenäht, dass sie noch weit genug geöffnet bleibt, um Flüssigkeit ausscheiden zu können. Die kleine Öffnung verkleinert sich dann von selbst, bis sie nach etwa zwei Monaten nicht mehr zu sehen ist. Manchmal ist es vonnöten, auch Antibiotika einzunehmen. Nach dem Eingriff sollte man sechs Wochen lang auf Geschlechtsverkehr verzichten, damit die Wunde problemlos verheilen kann.

 

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