Welche Krankheiten können die Eierstöcke befallen?
Erfahren Sie alles über Krankheiten, die die Eierstöcke befallen und sogar zu Unfruchtbarkeit führen können.
Krankheiten an den Eierstöcken werden im Extremfall durch eine chirurgische Entfernung behandelt. (jlp)
Eierstockkrebs
Eierstockkrebs ist eine seltene Erkrankung, seltener als Gebärmutter- oder Gebärmutterhalskrebs. Eierstockkrebs ist sehr schwierig zu diagnostizieren, wenn dieser jedoch früh genug entdeckt wird, stehen die Heilungsmöglichkeiten gut. Der Eierstockkrebs kommt häufiger bei Frauen nach ihrer Menopause vor, außerdem sind Frauen, die nie entbunden haben, die zuvor an Brust-, Gebärmutter- oder Mastdarmkrebs erkrankten oder Übergewicht haben, anfälliger für Eierstockkrebs. Daraus könnte man demnach schließen, dass die Einnahme der Antibabypille und das Stillen das Risiko einer Eierstockkrebserkrankung senken. Der Eierstockkrebs kann sowohl einen Eierstock befallen wie auch beide. Zu den Symptomen, die sich relativ spät zeigen, werden Magenprobleme, Schmerzen im Bauchbereich, Blähungen, ungewöhnliche Scheidenblutungen oder Anschwellung des Bauches gezählt. Sollte Ihr Gynäkologe bei seiner Untersuchung eine Verdickung festgestellt haben, wird er höchstwahrscheinlich eine Bauchspiegelung oder eine Laparotomie durchführen. Im Frühstadium wird der Eierstockkrebs mit einer Oophorektomie, im späteren Stadium mit einer Hysterektomie behandelt.
Es scheint, dass die Antibabypille das Eierstockkrebsrisiko verringert. (jlp)
Eierstockzysten
Eierstockzysten kommen relativ häufig vor, die Ursache für ihr Auftreten sind Unregelmäßigkeiten bei der Freisetzung der Eizelle aus dem Follikel. Weil der Follikel nicht aufspringt, bildet sich eine Zyste. Die meisten Zysten sind gutartig, einige werden jedoch größer und härter und stören den Menstruationszyklus, verursachen Schmerzen und Unbehagen im Bauch. Die Schmerzen können auch beim Geschlechtsverkehr vorkommen. Der Gynäkologe entdeckt die Zysten, indem er den Bereich um die Eierstöcke und die Gebärmutter abtastet. Danach führt er noch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Bauchspiegelung durch. Eierstockzysten können von alleine verschwinden, einige müssen entfernt werden. In einigen Fällen, wenn eine Zyste sehr groß ist, muss der ganze Eierstock entfernt werden (Oophorektomie).
Kleine Eierstockzysten können von alleine verschwinden, größere müssen entfernt werden. (jlp)
Polyzystisches Ovarialsyndrom
Das polyzystische Ovarialsyndrom wird in dem meisten Fällen erst dann entdeckt, wenn die Frau nicht schwanger werden kann. Beim polyzystischen Ovarialsyndrom handelt es sich um eine Störung der Ausschüttung von Hypophysenhormonen, die die Entwicklung einer Eizelle im Eierstock auslösen, wodurch die äußere Schicht des Eierstocks dicker wird und sich daraus winzige Zysten entwickeln. Häufige Symptome eines polyzystischen Ovarialsyndroms sind eine unregelmäßige Regelblutung, starker Haarwuchs, Akne, fettige Haut und Übergewicht. Das polyzystische Ovarialsyndrom kann mit Medikamenten behandelt werden, die das Hormongleichgewicht wiederherstellen. Die Behandlungsmethode ist auch davon abhängig, ob die Frau schwanger werden will oder nicht.
Das polyzystische Ovarialsyndrom hat die Unfruchtbarkeit zur Folge. (jlp)
Oophorektomie oder Entfernung des Eierstocks
Bei der Oophorektomie handelt es sich um eine operative Entfernung eines oder beider Eierstöcke, in den meisten Fällen wegen einer Krebserkrankung, die Ursache dafür kann aber auch eine zu große Zyste sein oder die Entfernung ist Teil der Hysterektomie. Eine Entfernung der Eierstöcke kann eine frühe Menopause zur Folge haben, insbesondere bei Frauen, die sich noch ein Kind wünschen. Eine Oophorektomie kann, so auch eine Hysterektomie (von manchen auch Kastration der Frau genannt), bei der Frau viel Stress auslösen. Wenn die Möglichkeit besteht, entscheiden sich die Ärzte bei jungen Patientinnen lieber für eine Teil-Oophorektomie, sie versuchen also, die normale Funktionsfähigkeit der Eierstöcke weiterhin zu gewährleisten. Wenn im Körper zumindest ein kleiner Teil der Eierstöcke erhalten bleibt, dann wird die Frau Regelblutungen haben und so bleibt auch die Hoffnung auf eine Schwangerschaft erhalten. Wenn sich bei einer Frau wegen der Entfernung der Eierstöcke eine zu frühe Menopause einstellt, kann ihr vom Arzt eine Hormonersatztherapie vorgeschlagen werden, wodurch die Symptome der Menopause auf ein Minimum reduziert werden. Aber die Möglichkeit, schwanger zu werden, bleibt weiter ausgeschlossen.

































