Wenn es brennt, kann es Gonorrhö sein
Gonorrhö ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten, umgangssprachlich wird sie auch „Tripper“ genannt. Alles, was Sie über Gonorrhö wissen sollten!
In Deutschland erkranken jährlich 25 bis 35 Tausend Menschen an Gonorrhö. (PhotoXpress)
Mehr über Gonorrhö finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!
Wie kann man sich mit Gonorrhö infizieren?
Gonorrhö äußert sich einige Tage nach der Infektion als eine lokale Schleimhautentzündung. Sie wird von Bakterien verursacht (Neisseria gonorhoeae), die sich im feuchtwarmen Klima ansiedeln. Die Scheide, der Gebärmutterhals, die Harnröhre, der Darm, das Auge und der Hals sind also der ideale Nährboden für diese Bakterien, während sie auf trockenen Oberflächen schnell absterben. Die Gonorrhö wird durch ungeschützten Vaginalverkehr übertragen, daher sind meistens die Geschlechtsorgane betroffen. Es können jedoch auch andere Organe befallen sein, das ist aber eher eine Ausnahme.
Symptome der Gonorrhö
Die Symptome der Gonorrhö treten zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung auf, nach ungefähr zwei Wochen geht die akute Entzündung in eine chronische über. Bei Männern führt die Gonorrhö zu einer Harnröhrenentzündung, deswegen leiden sie unter schmerzhaftem Wasserlassen, wobei aus der Harnröhre ein eitriger Ausfluss abgesondert werden kann. Bei den meisten Frauen treten keine Symptome auf. In manchen Fällen kann es zum eitrigen Ausfluss aus der Scheide, Brennen beim Wasserlassen, stärkeren Menstruationskrämpfen oder Unterleibsschmerzen kommen. Viele Frauen halten diese Symptome fälschlicherweise für eine Erkältung oder eine Scheidenentzündung.
Auswirkungen der Gonorrhö auf die Gesundheit
Wenn die Gonorrhö nicht behandelt wird, kann sich das negativ auf die Gebärmutter und die Eileiter auswirken. Das kann Unfruchtbarkeit oder eine Bauchhöhlenschwangerschaft hervorrufen. Die Gonorrhö kann während der Geburt von der erkrankten Mutter auf das Kind übertragen werden. Bei Neugeborenen äußert sich die Gonorrhö meistens als eine Augeninfektion. Wenn die Erreger über die Blutbahn in den Körper gelangen, hat das möglicherweise negative Auswirkungen auf die Gelenke, das Herz, die Haut und die Augen.
Wie wird Gonorrhö behandelt?
Um eine Diagnose zu stellen, mach der Arzt bei der Frau einen Abstrich vom Gebärmutterhals und bei Männern von der Harnröhre. Dieser Abstrich wird dann im Labor untersucht. Bei Gonorrhö verschreibt der Arzt Antibiotika (Penizillin), die oral oder intravenös verabreicht werden. Wenn man keinen Arzt aufsucht, kann die Gonorrhö chronisch werden und ernste Folgen nach sich ziehen. Auch der Partner muss behandelt werden, da das die einzige Möglichkeit ist, um einer erneuten Infektion mit Gonorrhö vorzubeugen.
Wie kann man sich vor Gonorrhö schützen?
Der sicherste Schutz vor Gonorrhö ist natürlich die sexuelle Enthaltsamkeit. Wenn das nicht geht, sind Kondome eine gute Alternative. Es muss Ihnen klar sein, dass je häufiger Sie den Sexualpartner wechseln, desto größer ist die Gefahr, mit Gonorrhö infiziert zu werden.
Statistik über Gonorrhö
Jeder sexuell aktive Mensch kann sich mit Gonorrhö infizieren. Die Krankheit tritt jedoch vorwiegend bei Menschen zwischen 15 und 30 Jahren auf. In Deutschland erkranken jährlich schätzungsweise 25 bis 35 Tausend Menschen an Gonorrhö. Bei einer Frau liegt die Wahrscheinlichkeit, beim Vaginalverkehr mit einem infizierten Mann an Gonorrhö zu erkranken, bei 60 bis 90 %. Wenn ein Mann Vaginalverkehr mit einer infizierten Frau hat, liegt die Wahrscheinlichkeit jedoch nur bei 30 bis 50 %. Trotzdem werden in 80 % der Fälle Männer mit Gonorrhö infiziert.
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