Wie geht man mit männlicher Unfruchtbarkeit um?
Erfahren Sie, wie die männliche Unfruchtbarkeit behandelt wird und wie die Chancen auf erfolgreiche Überbrückung der Situation stehen.

Um die männliche Unfruchtbarkeit behandeln zu können, legen wir Ihnen nah, sich einem Experten auf diesem Gebiet anzuvertrauen. (PhotoXpress)
Das Behandeln der männlichen Unfruchtbarkeit hängt vom festgestellten Grund dafür ab. Manchmal bedarf es nicht viel, in anderen Fällen wiederum stellt sich der Erfolg erst nach einer anstrengenden Langzeitbehandlung ein. Nicht selten hilft medizinische Behandlung leider nicht oder die Medizin hat leider nicht die nötigen Mittel und Erkenntnisse, um effektiv helfen zu können.
Erlauben Sie uns einführend ein Beispiel zu wählen, bei dem es sich jedoch nicht um männliche Unfruchtbarkeit handelt, sondern das Problem beim Hymen der Frau liegt. Es kann vorkommen, dass die Frau im anatomischen Sinne überhaupt nicht defloriert wurde (das Jungfernhäutchen wurde nicht eingerissen), darum konnte die Samenflüssigkeit nicht in die Scheide fließen. In solchen Fällen genügt schon ein kleinerer chirurgischer Eingriff – eine Hymenektomie bzw. die Auftrennung des Hymens durch einen kleinen Einschnitt.
1. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Impotenz
Wenn die Gründe für die männliche Unfruchtbarkeit zwischenzeitliche Gründe nicht organischer Natur sind (z. B. Impotenz), heißt das, dass sie psychischen Ursprungs sind und durch psychologische Betreuung behandelt werden. Übermäßiger oder zu seltener Geschlechtsverkehr wird z. B. öfters durch die Beratung der Partner über die passenden Zeitabstände zwischen dem Sex im Bezug auf die Anzahl der Spermien in der Samenflüssigkeit und die fruchtbaren Tage der Frau geregelt.
2. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Übergewicht
Übergewichtigen Männern wird eine passende Diät verschrieben (Redutkionsdiät). Solchen, die viel Rauchen oder eine Menge Alkohol konsumieren, wird geraten, ihr Laster einzugrenzen. Männern, die unter Arbeitsstress stehen (vor allem psychisch) wird nahegelegt, sich mehr Freizeit zu gönnen.
3. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Ernährung
Unterernährten oder sich falsch ernährenden Männern wird eine geeignetere Nahrung verschrieben, in Verbindung mit vitamin- und mineralhaltigen Arzneimitteln.
4. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Diabetes
Diabetiker, deren Zustand neu diagnostiziert wird, müssen eine Diabetespraxis aufsuchen, um entsprechend untersucht und behandelt werden zu können. Alle neu ausgebrochene, mittelfristig ausgebrochene und chronische Entzündungen werden in der Regel mit adäquaten Antibiotika behandelt.

Auch die Vasektomie hat die Unfruchtbarkeit des Mannes zur Folge, dieser entscheidet sich jedoch aus freien Stücken für sie. (PhotoXpress)
5. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Testosteron
Die Behandlung der männlichen Unfruchtbarkeit mit männlichen Hormonen (Testosteron) trägt nur in den seltensten Fällen Früchte. Am Anfang der Behandlung und einige Monate danach, wenn die behandelten Männer aufhören, die verschriebenen Medikamente einzunehmen, ist die Anzahl ihrer Spermien geringer. Manchmal kann passieren, dass ihre Samenflüssigkeit überhaupt keine Spermien enthält. Nach 3 bis 6 Monaten steigt in einigen Fällen jedoch die Qualität der Samenflüssigkeit, sei es aufgrund der Anzahl der Spermien oder aufgrund ihrer Beweglichkeit. Wenn die Qualität der Samenflüssigkeit entsprechend steigt, kann die Behandlung letztendlich doch zu einer Schwangerschaft führen.
6. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Östrogen
Etwas bessere Resultate werden mit der Anwendung eines bestimmten Medikamentes erreicht, dass auf der chemischen Beschaffenheit des weiblichen Hormons Östrogen basiert. Dieses Medikament (Chlomid, Dyneric) ist nicht in Apotheken erhältlich, da es nur selten angewendet wird. Es ist nur in spezifischen Fällen zu verschreiben und unter strenger ärztlicher Aufsicht einzunehmen, da es äußerst unangenehme Nebenwirkungen entwickeln kann.
7. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Hoden
In einigen, nicht so seltenen Fällen, können die Hoden im Leistenkanal stecken bleiben, oder bei Männern kommt es zur Hydrozele, zur Varikozele oder zur Verstopfung der Samenleiter. Die Hoden sollen eigentlich kurz vor der Geburt aus dem Leistenkanal in den Hodensack rutschen. Passiert dieses nicht, bleiben einer oder beide in der Bauchhöhle oder rutschen nur halbwegs nach unten und bleiben im erweiterten Leistenkanal stecken (zurückgehaltene Hoden bzw. Hodenretention). Wenn die Hoden auf halbem Weg zurückgehalten werden, können sie nach einiger Zeit, vor allem, wenn der Mann dabei liegt, in den Leistenkanal zurück rutschen. Die Temperaturabweichungen (2 bis 3 °C) zwischen dem Hodensack (kälter) und der Bauchhöhle (wärmer) genügen, um die Spermiogenese zu unterbrechen. Ein männliches Kind, das an einem solchen Vorfall leidet, muss spätestens bis zu seinem fünften Lebensjahr operiert werden. Wird die Störung in der Vorpubertät festgestellt, kann sie manchmal durch eine hormonelle Behandlung behoben werden, meistens ist jedoch eine Operation nötig. Der Urologe platziert die Hoden an die richtige Stelle, er entnimmt sie also aus der Bauchhöhle oder aus dem Leistenkanal und setzt sie in den Hodensack ein. Die Operation kann vom chirurgischen Gesichtspunkt sehr erfolgreich ausgehen, jedoch steigert sich die Qualität der Samenflüssigkeit nicht immer bis zum erwünschten Wert. Manchmal ist eine Operation nur zum Teil erfolgreich (die Hoden verbleiben in der Nähe des Eingangs zum Leistenkanal), das Spermiogramm zeigt jedoch erfreuliche Ergebnisse auf.
8. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Varikozele
Eine Verknotung der venösen Blutgefäße, vor allem am linken Hoden (Varikozele), kann mit einem einfachen Eingriff gelöst werden. In einigen Fällen binden die Urologen die Zuflussvene ab, in anderen die Abfluss- und Zuflussvene (die Arterie und die Vena spermatica) und entfernen somit die Verknotung. Der Eingriff ist nicht gefährlich und der Mann kann schon nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen. Die Samenflüssigkeit wird 1, 3, 6 und 12 Monate nach dem Eingriff getestet. 12 Monate sind der maximale Zeitraum, innerhalb dessen man einen Erfolg erwarten kann. Die Qualität der Samenflüssigkeit verbessert sich bezüglich der Anzahl von Spermien und ihrer Beweglichkeit in 60 % der Fälle. Es ist noch hervorzuheben, dass in Verbindung mit alledem, wenn es zur Frage der Schwangerschaft kommt, auch die Fertilität der Frauen eine Rolle spielt. Die Erfolgsrate der Operation ist umso höher, je früher der Mann ärztliche Hilfe aufsucht. Das Ausmaß der Varikozele und der Erfolg der Operation stehen nicht notwendigerweise in einem adäquaten Bezug zueinander, was bedeutet, dass die operative Entfernung einer großen Varikozele mit Misserfolg verbunden sein kann, wobei die Entfernung einer kleineren Varikozele die Zeugungsfähigkeit des Mannes um einiges steigern kann.
9. Grund für die männliche Unfruchtbarkeit: Azoospermie
Von ihr ist zu sprechen, wenn in der Samenflüssigkeit keine Spermien gefunden werden können und die Biopsie der Hoden bestätigt, dass sie Spermien produzieren. Dies bedeutet, dass die Samenleiter an irgendeiner Stelle verschlossen sein müssen. Auch diesem Fall kann ein Urologe helfen. Durch einen plastischen Eingriff, der von der Stelle der Verstopfung abhängt, kann er einen oder beide Samenleiter durchflussfähig machen (Orchovasostomia – die Verbindung des Hoden mit dem Samenleiter, oder Epidydimovasostomia – die Verbindung des Epidydimus mit dem Samenleiter). Die Erfolgsrate solcher Operationen ist nicht berauschend, trotzdem gab es erfolgreiche Fälle von Schwangerschaften zu verzeichnen.
Schließen wir mit der Feststellung ab, dass die Behandlung der männlichen Unfruchtbarkeit ein langwieriger Prozess ist, für den es keine Erfolgsgarantie gibt. Von allen, die in diesen Prozess einbezogen sind, verlangt er ein großes Maß an Geduld ab: vom Mann, von der Frau und vom Arzt.























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