Wie wirken langfristige Verhütungsmethoden?

25.03.2010 | J. P.

Hier finden Frauen, die schon Kinder haben und keine mehr wollen, Informationen über langfristige Verhütungsmethoden.

 

 

Kondome und die Antibabypille gehören zu den kurzfristigen Verhütungsmethoden. (jlp)

Kondome und die Antibabypille gehören zu den kurzfristigen Verhütungsmethoden. (jlp)

 

Verschiedene Lebensabschnitte verlangen verschiedene Verhütungsmethoden, was durch die große Auswahl an Mitteln zur Empfängnisverhütung auch gewährleistet ist. Mädchen und jüngere Frauen greifen lieber zu kurzfristigen Verhütungsmethoden, am häufigsten zur Antibabypille oder zu Kondomen. Frauen, die jedoch schon eine Familie haben, entscheiden sich oft für langfristige Verhütungsmethoden, wenn sie eine längere Pause vor der nächsten Geburt planen beziehungsweise mit der Familienplanung abgeschlossen haben.

Langfristige Verhütungsmethode Nr. 1: Sterilisation

Wenn man sicher ist, dass man keine Kinder mehr will, ist die Sterilisation eine gute Alternative, da sie das Sexualleben nicht beeinflusst und man keine Verhütungsmittel mehr benötigt. Auf der anderen Seite ist der Eingriff nur bedingt wieder rückgängig zu machen. Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Eileiter ist nämlich ein sehr komplizierter und riskanter chirurgischer Eingriff, der nicht immer erfolgreich ist. Deshalb raten Experten, sich vor dem Entschluss für eine Sterilisation über andere langfristige Verhütungsmethoden zu informieren. Diese sind genauso effektiv, jedoch nicht permanent, und die Frau kann nach dem Abbruch der Mitteleinnahme in Kürze wieder schwanger werden.

Langfristige Verhütungsmethode Nr. 2: Kupferspirale

Die Kupferspirale ist eine bekannte Verhütungsmethode, die schon länger große Verwendung findet. Sie besteht aus Plastik und Kupfer und enthält keine Hormone, sondern wirkt, indem sie die Beweglichkeit der Spermien auf ihrem Weg zu den Eileitern einschränkt. So wird eine Verbindung zwischen den Spermien und der Eizelle verhindert. Der Schutz hält je nach Typ der Spirale drei bis zehn Jahre an und erreicht bei sachgemäßer Einsetzung eine Zuverlässigkeit von 99,5 %. Die Spirale kann schon 4 bis 6 Wochen nach der Entbindung eingesetzt werden und kann ohne Bedenken auch während der Stillzeit in der Gebärmutter bleiben. Außerdem kann sie jederzeit entfernt werden, wobei sich die Empfängnisfähigkeit gleich danach wiederherstellt. Bei einigen Frauen kann die Spirale eine stärkere längere oder schmerzhafte Menstruation verursachen, manchmal kann es sogar zu einer Entzündung der Gebärmutter kommen. Deshalb empfehlen Gynäkologen diese Verhütungsmethode nicht für Frauen, die noch nicht entbunden haben oder blutarm sind.

 

Neben der Sterilisation kommen als langfristige Verhütungsmethoden die Kupferspirale oder die Dreimonatsspritze infrage. (jlp)

Neben der Sterilisation kommen als langfristige Verhütungsmethoden die Kupferspirale oder die Dreimonatsspritze infrage. (jlp)

 

Langfristige Verhütungsmethode Nr. 3: Intrauterine Verhütung mit Hormonen

Eine ähnliche Form und Verwendungsweise haben intrauterine Verhütungsmittel (Spiralen) mit Hormonen, die statt des Kupfers das Hormon Progestagen enthalten. Das Hormon wird in einem Zylinder aufbewahrt und von diesem täglich in einer geringen Menge an die Gebärmutterhöhle abgegeben. Innerhalb dieser verdickt es den Schleim im Gebärmutterhals und verhindert den Übergang der Spermien in die Gebärmutter. Außerdem behindert es die normale Bewegung der Spermien, die trotzdem in die Gebärmutter gelangen, und wirkt lokal auf die Gebärmutter, wo es das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut vermindert. Dadurch wird häufig die Menstruation kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft, bei manchen Frauen bleibt sie sogar ganz aus. Gleichzeitig schützt die Spirale vor Infektionen am Becken und beugt der Entstehung von Gebärmutterschleimhautkrebs vor. Diese Verhütungsmethode wirkt vor allem lokal, deshalb wird das Hormongleichgewicht im Körper der Frau nicht gestört. Die Spirale kann schon 6 Wochen nach der Entbindung eingesetzt werden und ist auch für stillende Mütter geeignet, da das Hormon keinen Einfluss auf die Milchproduktion hat. Sie ist zu 99,9 % zuverlässig, hat eine Wirkungsdauer von 5 Jahren und kann jederzeit entfernt werden, mit der Möglichkeit danach gleich schwanger zu werden. Üblicherweise ist sie jedoch nicht die richtige Wahl für Frauen, die noch nicht entbunden haben.

Langfristige Verhütungsmethode Nr. 4: Dreimonatsspritze

Eine der neusten mittelfristig wirkenden hormonellen Verhütungsmethoden ist die Dreimonatsspritze mit Progestagen, die der Frau jeden dritten Monat verabreicht wird. In diesem Zeitraum wird das Hormon langsam in den Körper abgegeben und verhindert dadurch die Ovulation. Gleichzeitig bewirkt es die Verdickung des Schleimes im Gebärmutterhals, was den Übergang der Spermien verhindert. Bei sachgemäßer Verwendung ist die Behandlung zu 99,9 % zuverlässig, sie hat jedoch auch Nachteile: Es kann zu Störungen des Menstruationszyklus und zu einem erhöhten Körpergewicht kommen. Die Spritze ist geeignet für Frauen, die kein Östrogen vertragen und für stillende Mütter ab der 6. Woche nach der Entbindung. Nach dem Verabreichen der letzten Spritze kann es auch bis zu einem Jahr dauern, bevor sich die Menstruation und die Empfängnisfähigkeit wieder herstellen.

Aber seien Sie vorsichtig, keine der beschriebenen langfristigen Verhütungsmethoden schützt vor Geschlechtskrankheiten. Hier ist der beste Schutz immer noch das gute alte Kondom.

 



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