Donatien Alphonse François de Sade – ein Marquis, der perverse Übergriffe „salonfähig“ machte

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11.11.2009 | J. P.

Donatien Alphonse François de Sade gilt noch heute als der berühmt-berüchtigste französische Schriftsteller aller Zeiten.

 

 

Das Werk des Donatien Alphonse François de Sade ist noch heute in aller Munde. (jlp)
Das Werk des Donatien Alphonse François de Sade ist noch heute in aller Munde. (jlp)

 

Donatien Alphonse François de Sade, der Welt auch als devianter Marquis de Sade bekannt, war ein französischer Aristokrat, Revolutionär und Schriftsteller, dessen Romane voll von detaillierten Beschreibungen des Ausübens von sexueller Gewalt an Menschen zum Zweck des Stillens der eigenen sexuellen Gelüste sind. Der deutsche Psychiater Richard von Krafft-Ebing benannte die von Donatien Alphonse François de Sade zu Papier gebrachte sexuelle Devianz als Sadismus. Den Sadismus definierte Richard von Krafft-Ebing als das Erleben von Lust oder Befriedigung durch die Demütigung und physische und mentale Unterdrückung von Menschen (und Tieren) durch das Zufügen von Schmerz. In der heutigen Zeit wird der Sadismus auch mit dem Erfreuen am Leid anderer verbunden.

 

Der Sadismus, der Lustgewinn beim Unterdrücken anderer Menschen durch das Zufügen von Schmerz, wurde nach Donatien Alphonse François de Sade, dem Marquis de Sade benannt. (jlp)
Der Sadismus, der Lustgewinn beim Unterdrücken anderer Menschen durch das Zufügen von Schmerz, wurde nach Donatien Alphonse François de Sade, dem Marquis de Sade benannt. (jlp)

Das von Skandalen geprägte Leben des Donatien Alphonse François de Sade

Donatien Alphonse François de Sade wurde am 2. Juni 1740 in Paris als Sohn einer der einflussreichsten provenzalischen Aristokratenfamilie geboren. Sein Leben bestimmten Sodomie, Inzest und zahlreiche äußerst brutale Übergriffe an Prostituierten. Donatien Alphonse François de Sade stand zwischen 1756 und 1763 im Dritten Schlesischen Krieg (Siebenjähriger Krieg) an der Waffe und konnte in diesem Zeitraum seiner Gewaltlust nicht nachkommen. Kurz nach dem Krieg ließ er sich noch als junger Offizier wieder treiben und nahm seinen „sadistischen“ Weg mit dem Traktieren eines jungen Mädchens auf, dass auf den Straßen von Paris um Almosen bat. Donatien Alphonse François de Sade bezeichnete diesen Übergriff ganz salopp als einen „Lausbubenstreich“, nachdem sich das Opfer befreien und flüchten konnte. Im Jahr 1772 war Donatien Alphonse François de Sade in einen Skandal in Marseille verwickelt, als er einige hiesige Prostituierte mit einer tödlichen Dosis Kanthadrin vergiftete. Als ihn das Gericht in Aix wegen Mordes zum Tode verurteilte, flüchtete er nach Italien. Der übermächtige Einfluss seiner Familie führte dazu, dass in Frankreich die einst gegen ihn verhängte Todesstrafe in eine kürzere Gefängnisstrafe umgemünzt wurde, die jedoch von den Behörden später eigenwillig um ganze 11 Jahre verlängert wurde. Donatien Alphonse François de Sade wurde im Jahr 1790 als ein psychisch schwer kranker Mann aus dem Gefängnis entlassen. Die folgenden 24 Jahre seines Lebens verlebte er bis zu seinem Tode 1814 in der Anstalt Charenton.

 

Die Werke des Donatien Alphonse François de Sade wurden im 20. Jahrhundert auch des Öfteren auf die Leinwand gebannt. (jlp)
Die Werke des Donatien Alphonse François de Sade wurden im 20. Jahrhundert auch des Öfteren auf die Leinwand gebannt. (jlp)

Donatien Alphonse François de Sade – der Meister der perversen Feder

Donatien Alphonse François de Sade galt als ein Monster, wie es im Buche steht. Die sadistischen Geschichten, die er zu Papier brachte, basierten auf wahren, vielleicht sogar noch grausigeren Begebenheiten, deren Urheber er gewesen war. Seine Werke sind voll von Vergewaltigungen, Folterexzessen, Nekrophilie, Inzest und den abartigsten sexuellen Praktiken. Er war der Befürworter der grenzenlosen Freiheit, alles zu tun, was Einem Lust bereite, ohne Rücksicht auf Moral, Religion oder Gesetze. Seine bekanntesten Werke, wie Die 120 Tage von Sodom, Die Philosophie im Boudoir, die Romanserie Justine, Inzest und das Erzählungsband Verbrechen der Liebe, schrieb er zu jener Zeit, als er in der Bastille inhaftiert gewesen war. Sein Hauptwerk, ein Band aus der Romanserie Justine, mit dem Titel Justine oder vom Missgeschick der Tugend, schaffte er im Jahr 1791 anonym zu veröffentlichen. Dieses bestimmte Werk gilt als das Urwerk der sadistischen Literatur.

 

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SLO | HRV | ENG | DEU | RUS

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