Ungewollte Samenübertragung - auch das gibt's!

21.09.2009 | J. P.

Die künstliche Befruchtung ist lediglich eine Art der indirekten Besamung, denn auch eine ungewollte Samenübertragung ist möglich.

 

 

Die ungewollte Samenübertragung ist zwar äußerst selten, kann theoretisch aber durchaus vorkommen. (jlp)

Die ungewollte Samenübertragung ist zwar äußerst selten, kann theoretisch aber durchaus vorkommen. (jlp)

Wie kann es zur ungewollten Samenübertragung kommen

Wir alle kennen die ungewollte Schwangerschaft und wissen, wie man sie verhindern kann. Mit der ungewollten Samenübertragung verhält es sich diesbezüglich gleich, denn auch diese kann man mithilfe eines Kondoms ganz einfach umgehen. Stellen wir uns einen Mann und eine Frau vor, die miteinander ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Wenn sie vor Kurzem ein sexuelles Verhältnis mit einem anderen Mann gehabt hat und sich in ihrer Vagina Spermarückstände von ihm gebildet haben, kann es passieren, dass sich diese nun unter dem Rand der Peniseichel des neuen Liebhabers sammeln. Wenn dieser ebenso kurz darauf mit einer anderen Frau schläft, ist der Weg zur Samenübertragung schon geebnet. Es ist nämlich möglich, dass er die neue Bettbekanntschaft mit dem fremden Sperma befruchtet. Die ungewollte Samenübertragung ist in der Tierwelt, vor allem bei den Insekten, gut dokumentiert. Wie das Phänomen der ungewollten Samenübertragung bei uns Menschen funktioniert, haben jedoch vor allem Robin Baker und Mark Bellis erforscht. Dabei entwickelten sie die Theorie, dass die Größe und die Form des männlichen Gliedes nicht von ungefähr kommen, sondern einem bestimmten Fortpflanzungszweck dienen sollen. Nämlich den Samen des Rivalen aus der Vagina der auserwählten Reproduktionspartnerin zu entfernen.

Welche Faktoren beeinflussen die unbeabsichtigte Samenübertragung

Das Risiko der Samenübertragung verringert sich, wenn der Penis beschnitten ist. Durch die Vorhaut wird die Gefahr erhöht, dass sich unter dem Rand der Peniseichel Sperma ansammelt. Außerdem wird der Samen vor Austrocknung, Lichteinwirkung und Temperaturänderungen geschützt und bis zu einer Woche länger funktionstüchtig gehalten. Die Möglichkeit, durch die unabsichtliche Samenübertragung die Partnerin mit dem Sperma eines Anderen zu befruchten, war als Argument anscheinend nicht triftig genug, um sich im Evolutionsprozess der männlichen Penisvorhaut zu entledigen, da sie letztendlich den Zweck, die Peniseichel zu schützen, erfüllt. Es ist jedoch möglich, dass sich deshalb andere körperliche Mechanismen entwickelt haben, die die ungewollte Samenübertragung vereiteln sollen. Laut einigen Theoretikern wird diese Funktion vom Smegma erfüllt, einer Ausscheidung aus der Peniseichel, die sich unter der Vorhaut ansammelt und spermizidartige Eigenschaften hat. Weil es außerdem dickflüssig und klebrig ist, kann es die Spermien des Rivalen auffangen und so die ungewollte Samenübertagung verhindern.

Die Gefahr einer solchen indirekten Samenübertragung ist natürlich sehr gering, oder fast schon verschwindend klein. Wenn Sie also nicht überdurchschnittlich häufig wechselnde Sexualpartner haben, müssen Sie sich keinesfalls Sorgen machen, dass Sie möglicherweise Opfer einer ungewollten Samenübertragung werden könnten.

 



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