Was bedeutet Kamasutra tatsächlich?
Über das Kamasutra wird viel geredet, aber nur Wenige wissen tatsächlich, worüber sie reden.
Die Kenntnisse des Kamasutras wurden von einer erfahrenen auf eine junge Frau übermittelt.
Das Kamasutra ist ein indischer, in Versen verfasster Text, der Regeln über die Sexualität bzw. die Lust enthält (Kama bedeutet sexueller oder sinnlicher Genuss, Sutra bedeutet Regeln oder Gesetze). Er wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. vom indischen Gelehrten Vatsyayana verfasst. Zahlreiche indische Denker studierten schon zuvor das Kama, ohne es jedoch von den anderen Lebensbereichen abzugrenzen (von Dharma, den sog. ethischen und religiösen Verpflichtungen, und Artha, was Macht, Wohlstand, Zweck bedeutet). Eine glückliche und harmonische Persönlichkeit wird nur dann erreicht, wenn keiner dieser Ziele vernachlässigt wurde. Trotz puritanischer "Umerziehung" durch die englischen Kolonisatoren stellt für die meisten Inden Kama Heiligtum, Schönheit und Lust dar.
Das Kamasutra soll noch immer von Jungfrauen gelesen werden, die sich auf die Ehe vorbereiten
Früher wurden die Kenntnisse des Kamasutras von einer erfahrenen auf eine junge Frau übermittelt. Neben dieser musste die Frau noch 64 andere Kenntnisse beherrschen, die unter anderem mehrere Kunstarten, das Zurechtmachen, das Bauwesen, die Schreinerei, das Fechten, Hahnkämpfe, das Wahrsagen und das Zaubern umfassten.
Das Kamasutra lesen Jungfrauen, die sich auf die Ehe vorbereiten.
Das Kamasutra lehrt, dass der Geist und der Körper einander nicht ausschließen
Indien gilt als ein sehr "spirituelles" Land und ist gleichzeitig für seine reichste Überlieferung erotischer Fachliteratur bekannt. Für den europäischen Menschen ist das ein Widerspruch, da er das Geistliche vom Körper trennt. Der indische Glauben kennt diese Trennung nicht, geschweige denn diese in Gegensatz zu stellen – der Geist und der Körper bilden ein ideales Ganzes. Kama kommt für die Gesundheit und das Wohlbefinden dieselbe Bedeutung zu wie der Nahrung.
Die Diskussionen über Kama reichen bis ins wedische Zeitalter zurück, ins zweite Jahrtausend vor Christus also. Die indischen Autoren zeichneten einen Atlas des weiblichen Körpers, der erogenen Zonen, sie beschrieben einige Typen des weiblichen Temperaments, sie bestimmten den monatlichen Zyklus des weiblichen Befindens und die Ebbe und die Flut des Sexualtriebes.
Eigentlich lehrt uns das Kamasutra, dass die Erotik ein lang dauerndes Ritual ist und nicht der letzte Akt dieses Rituals. Aber mehr dazu in der Fortsetzung, die Sie auf keinen Fall verpassen sollten.
































