Acht Mythen und Wahrheiten über Analsex (Teil 2)

21.08.2012 | J. P.

Wir fahren mit der Abschaffung unbegründeter Vorurteile und falscher Vorstellungen über Analsex fort.

 

 

Mythen und Wahrheiten über Analsex

Es stimmt keinesfalls, dass Frauen Analsex nicht genießen könnten. (PhotoXpress)

 

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5. Mythos: Analsex ist immer mit Schmerzen verbunden.

Wahrheit: Wenn Analsex auf Wunsch, Entspannung, Kommunikation, gegenseitigem Vertrauen und genug Gleitmittel gründet, so verläuft er nicht nur völlig ohne Schmerzen, sondern auch überaus wundervoll und orgastisch erregend. Das Öffnen des Analeingangs wird durch zwei Schließmuskeln kontrolliert, und zwar durch den inneren sowie durch den äußeren Sphinkter. Der innere Sphinkter ist mit vegetativen Nervensträngen belegt, wogegen die Kontrolle des äußeren Sphinkters unserem eigenen Willen obliegt. Das Reizen der Klitoris und die schrittweise Vorbereitung auf die Penetration mit dem Penis helfen bei der Entspannung. Helfen Sie sich noch zusätzlich mit den eigenen Fingern, mit einem Analstöpsel oder mit einem kleinen Vibrator. Der Schmerz ist eine Nachricht Ihres Körpers an Sie, dass Sie etwas falsch angehen, darum wird es am besten sein, wenn Sie den Vorgang abbrechen. Wenn Sie den Schmerz ignorieren, nehmen Sie Verletzungen in Kauf, und solch eine Erfahrung wird es Ihnen in Zukunft schwer machen, sich beim Analsex entspannen zu können und ihn zu genießen.

6. Mythos: Heterosexuelle Männer, die Analsex mögen, sind in Wahrheit homosexuell.

Wahrheit: Dieser Mythos quillt aus der immerwährenden, jedoch völlig unbegründeten Gleichsetzung von Analsex mit Homosexuellen. Ein Großteil der Männer, die sich selber als heterosexuell erachten und nach Analsex mit einer Frau gelüsten, ob in aktiver oder in passiver Rolle, verbirgt keine unterschwelligen homosexuellen Tendenzen. Der Wunsch nach einer bestimmten sexuellen Praktik hängt nicht von der geschlechtlichen Gesinnung des Einzelnen ab. Wenn wir schon festgestellt haben, dass die gängigste sexuelle Praktik bei gleichgeschlechtlich Gesinnten die Fellatio ist, und nicht Analsex, warum brandmarken wir dann all jene heterosexuellen Männer nicht als Homosexuelle, die sich am Oralsex erfreuen?

7. Mythos: Frauen haben keine Freude am Analsex und geben sich dem nur darum hin, um ihren Partner Freude zu bereiten.

 

Wahrheit: Dieser Mythos ist ganz besonders hinterhältig. Er wird von Geschichten über das langjährige Bitten des Partners gestützt, dessen Wunsch die Partnerin dann endlich erhört, an der Praktik selber jedoch kein Gefallen findet. Vielleicht liegt der Grund dafür darin, dass die Frau keinen Wunsch nach Analsex hatte und sie der Annahme war, sich darauf bloß auf Befehl eingelassen zu haben, wodurch sie sich nicht entspannen konnte und dabei auch der Mann beim ersten Mal ziemlich Vieles falsch anpackte. Wir hören auch keine Geschichten über Frauen, die nach Analsex gelüsteten, da sich so etwas ganz einfach nicht gehört. Mit den Worten einer Kolumnistin: „Der Arschfick wird als die ultimative männliche Fantasie wahrgenommen. Unsere Kultur scheint es ganz einfach nicht verstehen zu können, dass ihn eine Frau mal überaus gerne in ihrem Arsch spüren möchte.“

8. Mythos: Durch Analsex steckt man sich am ehesten mit AIDS an.

Wahrheit: Da das Anal- und Rektalgewebe sehr empfindlich ist und schnell reißen kann, gelangen die Viren durch das verletze Gewebe leichter ins Blut. Es stimmt also, dass ungeschützter Analsex mit einer angesteckten Person ein sehr hohes Risiko für beide Partner bedeutet, sich mit geschlechtlich übertragbaren Krankheiten anstecken zu können, einschließlich HIV. Das Risiko einer Ansteckungsgefahr ist um einiges höher als beim Vaginalverkehr. Gleiches gilt auch für Anilingus und für das Eindringen mit den Fingern. Trotzdem darf Analsex nicht mit AIDS gleichgesetzt werden. Wenn Analsex auf Grundlage von gesundem Menschenverstand, mit einem Kondom und mit Gleitmittel sowie mit einer Person, die nicht mit HIV infiziert ist, stattfindet, ist er genau so sicher wie alle anderen Arten von Sex.

Ich hoffe mit meinem Denken mindestens einen Leser, oder noch besser, mindestens eine Leserin davon überzeugt zu haben, dass Analsex kein gespenstisches Treiben ist, wie es übermäßig viele immer noch erachten. Wenn Sie spüren sollten, dass ihrem Sexualleben etwas Abwechslung ganz guttun würde, können Sie getrost jegliche Vorurteile und missgeleiteten Vorstellungen darüber beiseite lassen und auch über diese, im Zuge dieses Artikel so oft angesprochene sexuelle Praktik nachdenken. Es ist nichts falsch daran, es mal auszuprobieren. Es ist jedoch selbstverständlich, dass dazu zwei Gleichgesinnte gehören und dass auch Ihr Partner oder Ihre Partnerin damit einverstanden sein sollte. Werfen Sie die Flinte nicht ins Korn, wenn es Ihnen beim ersten Mal nicht so gelingen sollte, wie Sie es sich vorstellen. Übung macht den Meister.

 

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