Der fehlende weibliche Orgasmus
Immer mehr Frauen sind mit ihrem Sexualleben unzufrieden. Liegt das an dem häufig fehlenden weiblichen Orgasmus?
Frauen sollten die Sexualität neu entdecken. So wird auch der weibliche Orgasmus kein Wunschtraum mehr bleiben. (jlp)
Der weibliche Orgasmus ist ziemlich selten
In Großbritannien wurde eine Studie durchgeführt, an der 14.000 Briten teilnahmen und über ihr Sexualleben befragt wurden. Die Studie hat gezeigt, dass ganze 21 Prozent der Befragten gar kein Sexualleben haben, 32 Prozent haben dreimal pro Monat Geschlechtsverkehr und 44 Prozent nur einmal pro Monat. Unserer Umfrage zufolge haben unsere Leser ein viel erfüllteres Sexualleben, da ganze 50 Prozent der Leserinnen zwei- bis dreimal pro Woche Geschlechtsverkehr haben. Eine Studie, die an der Stanford-Universität durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass Frauen ganze 80 Prozent weniger Orgasmen erleben als Männer. Der weibliche Orgasmus ist also wirklich eine Seltenheit. Wenn im Alltagsleben gilt, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind, gilt das keinesfalls für das Sexualleben, in dem zweifellos Männer im Vorteil sind. Wieso ist also der weibliche Orgasmus so selten?
Der weibliche Orgasmus hat sich mit der Zeit nicht verändert. (jlp)
Der weibliche Orgasmus funktioniert anders als der männliche
Männer fassen die Sexualität anders auf als Frauen. Man könnte sogar sagen, dass Männer besessen vom Orgasmus sind. Da Frauen schon sehr lange für die Gleichberechtigung kämpfen, wollen Sie die gleichen Rechte haben wie Männer. Dasselbe gilt auch für den weiblichen Orgasmus. Da Männer besessen vom Orgasmus sind, müssen sich auch alle Frauen auf den Orgasmus konzentrieren. Nehmen Sie zum Beispiel irgendein Frauenmagazin in die Hand und Sie finden bestimmt unzählige Artikel mit Titeln wie: „Wie komme ich zum Orgasmus?“, in denen immer gleiche Tipps und Hilfsmittel beschrieben sind, die angeblich garantiert für einen Orgasmus sorgen. Für einen weiblichen Orgasmus brauchen Sie demzufolge unbedingt einen Dildo, einen Vibrator, bestimmte Techniken und Stellungen, einen perfekten Körper, Leidenschaft und das richtige Parfüm. Da in der Vergangenheit nur wenige Frauen einen Dildo oder Vibrator benutzt haben, sie jedoch (mindestens) genauso viele Orgasmen hatten wie moderne Frauen, sollte man sich fragen, ob diese Tipps wirklich die richtige Lösung sind, wenn sie nicht den gewünschten Erfolg bringen. Das Problem liegt nämlich darin, dass Frauen männliche Muster kopieren wollen. Was für einen Mann der Orgasmus ist, ist für die Frau der Geschlechtsakt an sich. Frauen sollten sich also nicht nur auf den Orgasmus konzentrieren, da der weibliche Orgasmus dadurch ein Wunschtraum bleibt, obwohl sie eigentlich in der Lage sind, viel mehr Orgasmen zu erleben als Männer.
Obwohl es heißt „Sex sells“, steht der weibliche Orgasmus nicht zum Verkauf. (jlp)
Der weibliche Orgasmus steht nicht zum Verkauf
In der modernen Gesellschaft kann man alles kaufen. Für den Sex braucht man keine Liebe mehr. Der Sex ist ein beliebter Zeitvertreib, der mit einem Orgasmus enden muss, und die Liebe ist nur ein romantisches Ideal, das durch eine Vereinbarung, einen Vertrag, Geld oder Hobbys ersetzt werden kann. Die Sexualität ist also ein Bedürfnis, für deren Befriedigung keine Liebe mehr nötig ist. Die Psychologin Dr. Petra Boynton betont in diesem Zusammenhang auch den materiellen Aspekt. Ihrer Meinung nach ist Sex zur Pflicht geworden. Da jeder guten Sex haben will und die Devise "Sex sells" lautet, gibt es unzählige Produkte auf dem Markt, die einem guten Sex versprechen.
Das ist jedoch nur die Spitze des Eisberges. Die Schönheitsideale sind so unerbittlich, dass sogar wunderschöne Frauen komplexe haben und sich in ihrem Körper unwohl fühlen. Menschen machen sich so viele Sorgen um ihr Aussehen, dass sie nicht mehr dazu in der Lage sind, die Sexualität zu genießen. Darüber hinaus ist die Sexualität sogar zum Wettkampf geworden, in dem es nur darum geht, so oft wie möglich Sex zu haben und dabei so viele Orgasmen wie nur möglich zu erleben. Es ist an der Zeit, dass Frauen ihre Sexualität neu entdecken, da durch den verzweifelten Wunsch nach dem weiblichen Orgasmus die ganze Lust an der Sexualität verloren ging.
































