Die Welt exotischer Heiratssysteme! (Teil 2)

26.04.2011 | Alexander F.

Erfahren Sie heute mehr über Menschen, die Geister heiraten, und über Solche, die einen Bund der Ehe mit Gott eingehen.

 

 

exotische Heiratssysteme

Und welches exotische Heiratssystem fallt Ihnen spontan ein? (PhotoXpress)

 

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Was macht exotische Heiratssysteme überhaupt aus?

Wichtig ist, zwischen dem biologischen Vater (Genitor) und dem sozialen Vater (Pater) zu unterscheiden.

Typ 1 der exotischen Heiratssysteme: Geistheirat: Die Heirat mit einem Geist ist zulässig, wenn ein Mann stirbt, ohne gesetzliche Erben zu hinterlassen. In solchen Fällen sind die patrilinealen Verwandten verpflichtet, im Namen des Verstorbenen eine offizielle Eheschließung zu organisieren. Wird z. B. dem jüngeren Bruder der Status des Vertreters des Verstorbenen zugesprochen, werden seine Kinder als die Kinder des Verstorbenen anerkannt und dadurch als gesetzliche Erben eingesetzt. Der Verstorbene ist ihr Pater und sein jüngerer Bruder, der ihn vertritt, ihr Genitor.

Nach Außen hin unterscheidet sich solch eine Familie von anderen nicht. Im Sinne ihrer inneren Konstellation ist sie jedoch um ein Mitglied reicher – einen Geist. Eine Geistheirat ist kein Levirat, da die Frau, die den Geist heiratet, keine Witwe sein kann, und weiters geht es um eine Heirat, die bei einem Levirat nicht vorkommt. Die Geistheirat ist also ein Weg, um gesetzliche Erben einzusetzen. Eine Geistheirat endet nicht mit dem Tod. Sie bleibt auf ewig bestehen. Die Geistheirat wird vom Volk der Nuer praktiziert.

Typ 2 der exotischen Heiratssysteme: Heirat einer Frau, mit einer Frau: Eine Frau kann eine andere Frau auf solche Wiese heiraten, dass sie als Mann auftritt. Dies bedeutet, dass sie den Brautpreis bezahlt. Nach der Eheschließung kann diese Frau einen Partner für ihre Ehefrau finden (auch aus ihrer eigenen Sippe), um Kinder zu zeugen. Die Kinder werden als Kinder der Frau anerkannt, die den Brautpreis bezahlt hat. Der soziale Vater, der Pater, ist also eine Frau. Frauen, die als Mann auftreten und sich zum Vater der Kinder erklären lassen, sind in der Regel steril. Sterilität gilt auch als legitimer Grund für Eheschließungen dieser Art. Solch eine Frau wird auch an der Auszahlung des Brautpreises beteiligt, der an ihre Sippe seitens einer anderen Sippe bezahlt wird. Sie ist auch am Brautpreis, der für ihre eigenen Töchter bezahlt wird, beteiligt. Ist so eine Frau vermögend, kann sie mehrere Frauen heiraten. Sie ist auch Vormund der Kinder der anderen Frauen und alle nennen sie Vater.
In Westafrika galt Sterilität nicht als Voraussetzung für eine Heirat unter Frauen. Eine Frau hatte mehr Ehefrauen, die ihr Kinder gebaren, weil sie gleichzeitig als Arbeitskraft galten.

Typ 3 der exotischen Heiratssysteme: Eheschließungen mit Gott: Sie werden in Südasien, Südostasien und als Institution innerhalb des Kastensystems in Indien durchgeführt. Sie gelten wiederum als Weg um Erben zu bestimmen. Eine Sippe wählt eine der Töchter aus, bringt sie in den Tempel und lässt sie mit Gott trauen. Eine mit Gott verheiratete Frau wird Basavi genannt. Sie gilt als heilige Kurtisane, die mit Männern aus höheren Kasten geschlechtlich verkehrt, die zum Tempel gekommen sind. Einer mit Gott verheirateten Frau wird der Status des Mannes verliehen und dadurch ihrem Sohn der Anspruch auf ihren Nachlass anerkannt. Sollte sie nur Töchter haben, so werden auch sie zu Basavi und bekommen die gleichen Rechte wie ihre Mutter.

 

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