Elayne Angel: Die ganze Wahrheit über Genitalpiercings
Elayne Angel, eine Frau, die schon über 30 Jahre Menschen aus aller Welt pierct, entführt Sie in die Welt der Genitalpiercings.
Genitalpiercings brauchen mehr Zeit und Beratung als ein einfaches Piercing. (PhotoXpress)
Viele Menschen haben eine negative Einstellung gegenüber ihren Geschlechtsteilen. In der westlichen Welt wurde durch eine Beschneidung, für die man nicht um Zustimmung fragte, vielen Männern das Aussehen der Genitalien verändert. Mit Genitalpiercings oder Intimschmuck kann man ein befreiendes und harmonisches Gefühl der Verbundenheit mit dem Körper erleben, welches auf keine andere Weise erlebt werden kann.
Genitalpiercings – das süße Geheimnis aus Metall
In der heutigen modernen Kultur entscheiden sich viele Menschen für Genitalpiercings wegen des sexuellen Genusses. Menschen sind der Meinung, dass es unmöglich sei, dass z. B. ihr Hausarzt oder Bänker an ihrem Körper ein süßes Geheimnis aus Metall tragen. Doch ich habe in meiner Karriere Menschen aus allen sozialen Schichten gepierct – von Wissenschaftlern, Priestern bis hin zu Omas und Opas!
Piercings und Schmuck am Körper erhöhen die körperliche Stimulation bei denjenigen, die das Piercing tragen und auch bei ihrem Partner. Paare entscheiden sich für ein Piercing, um die Sinnesreize zu intensivieren und somit den Funken in der Beziehung erneut sprühen zu lassen. Dabei hilft ihnen auch, dass sie sich selbst als sexuelle Wesen wahrnehmen.
Elayne Angel, erfahrene Pircerin und Autorin von The Piercing Bible - The Definitive Guide to Safe Body Piercing. (Foto: Elayne Angel)
Genitalpiercings steigern die sexuellen Genüsse
Genitalpiercings tragen zwar zur Verbesserung des Liebeslebens bei, doch sie sind kein Wundermittel gegen alle Probleme, einschließlich unerfahrener und nicht kompatibler Partner. Genitalpiercings können den Sex verbessern oder Schmerzen verursachen, abhängig von der Größe der Genitalien und der Kompatibilität mit dem Partner. Wenn der Kontakt mit dem Partner sehr eng ist, fühlen sich Genitalpiercings wie das Ampallang (es wird horizontal durch die Eichel gestochen) eher unangenehm an, weil sie den Umfang der Eichel vergrößern. Falls jedoch ausreichend Platz da ist, wird vielleicht gerade ein Genitalpiercing Sie noch kompatibler machen und Ihr Liebesleben verbessern.
Manche Menschen pressen ihre Knie schon allein beim Gedanken an ein Genitalpiercing zusammen. Doch sie wissen nicht, dass Genitalpiercings nicht allzu sehr schmerzen und dass sie wegen der bescherten Lustgefühle jede Sekunde des Schmerzes wert sind. Bei einem sachgemäß gestochenen Genitalpiercing dauert der Schmerz nur sehr kurz, nach abgeschlossener Behandlung ist nur ein kleines Unbehagen zu spüren. Wenn Sie sich nach der Behandlung anziehen, werden Sie dort unten lediglich etwas Neues spüren. Es ist gar nicht ungewöhnlich, wenn Sie sich nicht anders fühlen. Nach einem frisch gestochenem Genitalpiercing werden Sie bestimmt nicht gleich mit engen Jeans herumlaufen wollen, doch aller Wahrscheinlichkeit nach werden Sie sich nicht geschwächt fühlen. Viele meiner Kunden hat die Intensität des Schmerzes beim Stechen des Genitalpiercings mit dem Stechen des Ohrläppchens verglichen. Ausnahmen bilden natürlich Genitalpiercings wie das schon zuvor erwähnte Ampallang, Apadravya, Dydoe und das richtige (jedoch selten ausgeführte) Durchstechen der Klitoris. Zu den unterschiedlichen Arten der Genitalpiercings schreibe ich Näheres in meinen nächsten Artikeln.
Unterschiedliche Genitalpiercings bei Männern und Frauen. (Foto: Elayne Angel)
Genitalpiercings sind anders als gewöhnliche Piercings
Genitalpiercings sind anders, weil sie Ihr Sexualleben beeinflussen können. Ein schlecht gestochenes Genitalpiercing nämlich zum zeitweisen oder permanenten Empfindugsverlust führen. Wegen der unterschiedlichen Anatomie der Genitalien und der persönlichen Vorlieben in Bezug auf die sexuelle Stimulation muss der Piercer ein individuelles Gespräch mit jedem Kunden führen und die Risiken einschätzen.
Wenn Sie sich für ein Genitalpiercing entscheiden, sollten Sie einen Experten mit entsprechender Erfahrung und Ausbildung wählen, der Sie über die Risiken aufklärt. Ein echter Piercer muss professionell sein und ein beruhigendes und sicheres Gefühl auf Sie machen. Er muss mit viel Gefühl bei der Sache sein, während Sie ihm vollkommen offen Ihre Erwartungen hinsichtlich des Genitalpiercings beschreiben sollten. Viele Piercer verfügen einfach nicht über die nötige Erfahrung, um Sie in Bezug auf ein Genitalpiercing richtig zu beraten und einzuschätzen, ob das Genitalpiercing auch eine stimulierende oder nur eine ästhetische Funktion erfüllen wird. Ein guter Piercer wird ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen und Ihnen genügend Informationen bieten, damit Sie sich bewusst entscheiden können, was Sie wirklich wollen. Geben Sie sich nicht mit einem Piercer zufrieden, der keinen professionellen und sicheren Eindruck macht.
Der Piercer muss sich Ihre Genitalien sehr genau ansehen, damit er das Genitalpiercing richtig stechen kann. Manchmal muss das Gewebe deswegen auch etwas gedehnt, gezogen oder gekniffen werden, um alle wichtigen Venen und Gewebe zu betrachten. Damit das Genitalpiercing richtig sitzt, muss die Stichstelle markiert werden, manchmal muss die Haut dafür verschoben werden. Bei Männern muss das Gewebe oder die Vorhaut (falls vorhanden) manchmal straff gezogen werden (wie im erigierten Zustand).
Wenn Sie in Bezug auf Genitalpiercings keine Erfahrungen haben, könnten Sie die Handgriffe des Piercer falsch deuten, nämlich sexuell. Doch der Piercer muss das Gewebe wirklich gut betrachten, um das Genitalpiercing richtig zu positionieren. Doch folgen Sie immer Ihrer Intuition. Wenn Sie glauben, dass sich der Piercer unprofessionell verhält, können Sie Ihre Entscheidung jederzeit widerrufen.

































