Fatale Frauen
Wenn man über fatale Frauen spricht, hat man im Grunde sündhaft schöne, verhängnisvolle Frauen im Sinn.
Fatale Frauen wissen, ihre Reize mit „fataler“ Präzision einzusetzen. (PhotoXpress)
Mehr darüber, was Männer wollen, finden Sie in unserer Enzyklopädie der Sexualität!
Wenn wir schon über fatale Frauen sprechen, kommen wir um die legendärsten Filmstars nicht umher. Doch fatale Frauen gab es schon vor Urzeiten. Fatale Frauen versklaven den Mann, der sie begehrt, zuerst mit ihren Reizen und fangen dann so langsam an, ihn emotional und finanziell auszumelken.
Fatale Frauen – der Ursprung des Begriffs Femme fatale
Der Begriff der Femme fatale stammt aus dem Französischen und bedeutet frei übersetzt „tödliche Frau“. Im Großen und Ganzen handelt es sich bei einer Femme fatale jedoch um eine Frau, die das Schicksal der sie begehrenden Männer bestimmt. Der Begriff der Femme fatale wurde durch die große Popularität des US-amerikanischen „Film noir“ der 1940er und 1950er salonfähig gemacht. Fatale frauen spielten im „Film noir“ eine in einen Hauch des prickelnden Unbekannten gehüllte Schlüsselrolle. Sie traten entweder als Vertrauen erweckende, liebende Frauen auf oder als mysteriöse, zum Sterben schöne und zwielichtige Charaktere, die in der Handlung durch das Betreten eines Detektivbüros auf sich erstmals aufmerksam machten.
Echt fatale Frauen
Wenn wir etwas naiv vorgehen, dürfen wir uns die Freiheit nehmen, um gleich die Eva aus dem Paradies als Femme fatale zu bezeichnen. Sie war es doch, die Adam betörte und ihn zum Sündenfall verleitete. Wir kommen auch nicht an Helena von Troja vorbei und auch nicht an Cleopatra, an Delilah (die Samson erblinden lies) oder an Ischtar, die im Gilgamesch-Epos als Urhure und als der Inbegriff von Sex und Sünde die Lebensenergie von Männern wie am Fließband auslöschte. Im antiken Griechenland war es die wunderschöne Aphrodite, die Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde, die den Archetyp der Femme fatale darstellte.
Cleopatra, die Femme fatale des alten Ägyptens, war eine Meisterin ihrer Zunft.
Fatale Frauen der Leinwand
Im Jahr 1927 wurde der Film Sunrise von Franz Wilhelm Murnau zum ersten Mal in den USA aufgeführt. Der Film basierte auf Hermann Sudermanns Kurzgeschichte Die Reise nach Tilsit. In diesem Film kam die finstere Gesinnung einer Femme fatale zum ersten Mal auf einer Großleinwand zum Vorschein. Die Femme fatale war eine Frau aus der Stadt (Margaret Livingston), die ihren verheirateten Liebhaber (George O’Brien) den Kopf dermaßen verdrehte, dass er sich dazu bereit erklärte, seine Frau (Janet Gaynor) zu ermorden. Ihr Plan geht jedoch nicht auf. Anders war dies im Film Im Netz der Leidenschaften (1946), wo es die verführerische Femme fatale Cora (Lana Turner) doch schafft, mithilfe ihres Liebhabers (John Garfield) ihren Mann (Cecil Kellaway) um die Ecke zu bringen.
Fatale Frauen kamen aber auch schon in Stummfilmen vor. Nicht so sehr als Charaktere in der Handlung wie als fatale Frauen, die als erste ihren Sexappeal für sich spielen ließen. Zwischen 1908 und 1926 hieß das Lustobjekt ganz männlichen Amerikas Theda Bara. Die Vorreiterin von Pola Negri, Lana Turner, Gene Tierney, Mary Astor, Rita Hayworth und Barbara Stanwyck, deren Künstlername ein Anagramm aus den Worten „Arab Death“ (arabischer Tod) gewesen war, war die erste Cleopatra der Filmleinwand, die ihre Reize sehr wohl einzusetzen wusste, auch wenn nur ihre Schultern und ihre Oberarme entblößt waren. Doch ihr Filmkostüm war skandalös – es ließ so manches durchblicken.
Fatale Frauen der Gegenwart
Die Bondfilme führten dazu, dass Ursula Andress niemals vergessen werden wird. Aber überspringen wir noch etwa zwei Jahrzehnte und erinnern uns an die „blonde Versuchung“ aus dem Film Basic Instinct. Wenn fatale Frauen schon mit dem Hauch des Ablebens verbunden werden, war Catherine Trammel (gespielt von Sharon Stone) ein echter weiblicher Engel des Todes. Sie macht auch den Polizisten (Michael Douglas), der den Mordfall untersucht, in den sie verwickelt ist, gefügig, bis er sogar völlig von Sinnen seine Ex-Freundin (Jeanne Tripplehorn) erschießt.
Und wie sieht es in Sachen fatale Frauen in Deutschland aus? Die Femme fatale der ersten Stunde des deutschen Films war zweifellos Brigitte Helm. Marlene Dietrich fällt einem auch auf Anhieb ein. Hildegard Knef, zweifellos. Nadja Tiller, mit Sicherheit. Und heute? Diese Rolle machen unserer Meinung nach heutzutage sensationelle Künstlerinnen wie Nadja Uhl und Nina Hoss am besten zu Geld.
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