Frotteurismus: Erregung durch Reiben
Nein, es handelt sich um keine übliche Erregungsart. Beim Frotteurismus handelt es sich um die Erregung an öffentlichen Plätzen. Erfahren Sie mehr!
Frauen sind oft Opfer von Frotteurismus, weil die Männer bei der Ausübung dieses bizarren Fetischs viel mutiger sind. (PhotoXpress)
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Für alle, die noch nie etwas über Frotteurismus gehört haben, lassen Sie mich den Begriff erklären. Es handelt sich um eine besondere Form von Selbstbefriedigung, die nicht in der privaten Atmosphäre der eigenen vier Wände stattfindet und versteckt vor den Augen dritter Zuschauer, sondern mitten im Gedränge, wie zum Beispiel auf überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln.
Frotteurismus: Reiben an Kleidung
Der Begriff Frotteurismus kommt vom französischen Wort „frotter“, was wörtlich übersetzt „sich reiben“ bedeutet. Das ist also ein Fetisch, bei dem sich eine Person sexuell befriedigt, indem sie sich an einer anderen Person oder an einem bestimmten Teil der Kleidung reibt. Gerade deswegen eignen sich für die Befriedigung dieses devianten sexuellen Bedürfnisses Autobusse, Züge, Geschäfte, Diskotheken und andere öffentliche Objekte, wo die Wahrscheinlichkeit eines Gedränges hoch ist. Viele Fachleute haben über diese Art von Fetisch lange geschwiegen, weil sie gar nicht wussten, dass es so etwas geben kann. Als es dann entdeckt wurde, hat man geglaubt, es handelt sich um Männer, die sich an der Kleidung und dem Körper der Frauen reiben. Sie haben also vermutet, dass Frotteurismus heterosexueller Natur ist. Dass Frotteurismus vorwiegend von Männern praktiziert wird und sich diese an dem nackten oder angezogenen Körper der Frau oder der Kleidung, die die Frau am Körper trägt, reiben. Da jenes Verhalten aber nicht nur bei Männern beobachtet werden konnte, wurde die Theorie ergänzt bzw. breiter gefächert, sodass es "das Orgasmuserleben durch Reiben an der Kleidung oder dem Körper einer anderen Person" bedeutet.
Frotteurismus: Der Körper eines Unbekannten als Mittel zur Selbstbefriedigung
Beim Frotteurismus handelt es sich nicht um den direkten genitalen Kontakt. Es handelt sich um eine versteckte und eine verhüllte Handlung, die fast im Vorübergehen passiert. Die Person, an der sich jemand reibt, merkt von der Selbstbefriedigung nichts, da das Ganze im Gedränge nicht deviant oder suspekt erscheint. Er sieht so aus, als ob die Akteure gezwungen wären, sich am Körper des anderen zu reiben, in Wahrheit empfinden sie versteckte Lust. Frauen sind oft die Opfer von Frotteurismus, weil die Männer bei der Ausübung dieses bizarren Fetischs viel mutiger sind. Es kommt auch oft vor, dass neben dem Reiben am Körper einer anderen Person auch deren Duft erregend wirkt. Eine weniger ausgeprägte Form von Frotteurismus ist das Reiben an Kleidung. Ein Teil der Kleidung ist für den Fetischisten erotisch geladen, sei es wegen einer Eigenschaft oder des Besitzers der Kleidung. Am liebsten haben die Frotteure Höschen und Frauenstrümpfe. Natürlich ist auch hier der Duftfaktor entscheidend, der auf die Person deutet, der es gehört.
Kann man durch Frotteurismus einen Orgasmus erleben?
Wenn es sich um einen direkten genitalen Kontakt handelt, also um das direkte Reiben am Körper einer anderen Person, die sich der Handlung bewusst ist, handelt es sich um keine versteckte Form von Frotteurismus. Das wird für gewöhnlich einfach Petting genannt, wessen sich Jugendliche oft als Ersatz für wirklichen Sex bedienen. Der Psychologe Yankowski hat in seinen Studien herausgefunden, dass mit direkter genitaler Form von Frotteurismus bzw. Petting ganze 80 % der Männer und 41 % der Frauen, die bei der Studie mitgemacht haben, einen Orgasmus erleben. Sehr selten kommt es zum Orgasmus beim verdeckten Frotteurismus an öffentlichen Orten, und zwar aus zwei Gründen. Als erstes ist die Situation von sehr kurzer Dauer und auf einen Moment beschränkt. Zweitens ist der Kontakt trotzdem zu indirekt, damit es zu einer so starken Befriedigung kommen könnte. Viel häufiger kommt es zum Höhepunkt bei der Verwendung von Kleidung als Mittel für die sexuelle Befriedigung. Auch deswegen, weil das Kleidungsstück, das der Frotteur mit nachhause nimmt und sich daran reibt, genügt.
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