Homosexualität in China noch immer tabu!

27.06.2010 | PeterD

Mit Homosexualität wird in China heutzutage vollkommen anders umgegangen als früher.

 

 

Homosexualität in China.

Homosexualität ist in China offiziell nicht anerkannt. (PhotoXpress)

 

Den letzten Schätzungen zufolge beträgt die Einwohnerzahl von China weit mehr als eine Milliarde Menschen, was ungefähr ein Fünftel der Weltbevölkerung ausmacht. Davon sind zwischen 39 und 52 Millionen Menschen homosexuell, ungefähr 90 % von ihnen sind mit einem heterosexuellen Partner verheiratet.

Homosexualität in China wird versteckt

Zhang Nana und Shenlan, ein lesbisches Paar aus China, hat diesen Monat der Tageszeitung China Daily ihre Geschichte erzählt. Vor Jahren haben sie sich entschlossen, dem Hochzeitswunsch ihrer Eltern nachzukommen. Sie haben ein schwules Paar gefunden und für die Ehe zwei Regeln aufgestellt: kein Körperkontakt und keine Kinder. Beide heirateten einen Homosexuellen, sie waren sich gegenseitig Brautjungfern, die Kosten für die Hochzeit haben sich die zwei Paare geteilt, sie lebten getrennt. Da jedoch Zhang Nana unzufrieden mit ihrem „Ehemann“ war – er besuchte nur sehr selten ihre Eltern – hat sie sich entschieden, ihre Eltern nicht mehr anzulügen und sich scheiden zu lassen. Ihre Eltern waren über die Entscheidung der Tochter und ihre sexuelle Orientierung natürlich gar nicht erfreut, das Verhältnis zu ihren Eltern ist immer noch angespannt.

Eine homosexuelle Hochzeit ist in China natürlicherweise verboten, während die traditionellen Ansichten und Vorstellungen einer Partnerschaft jegliche gleichgeschlechtlichen Neigungen ablehnen. Homosexualität wurde in China noch im Jahr 2001 als Geisteskrankheit betrachtet, heute ist die offizielle Stellung der chinesischen Regierung, dass über Homosexualität geschwiegen wird. Die allgegenwärtige chinesische Zensur verbietet zudem alle Filme, die Homosexualität zeigen. In Großstädten, wie das überall auf der Welt der Fall ist, ist das Vorkommen von toleranten Örtlichkeiten wie Klubs und Bars größer, doch Polizeirazzien kommen sehr häufig vor.

Homosexualität in China in der Vergangenheit

Während der Han-Dynastie, die als goldenes Zeitalter des antiken Chinas verstanden wird, sah die Situation anders aus. Den Schriften aus jener Zeit ist zu entnehmen, dass jeder Kaiser zumindest einen männlichen Geschlechtspartner hatte. Noch besonders herzig ist die Geschichte des Kaisers Ai und seines Liebhabers Dongxian. Der Kaiser hat vorsichtig seinen Ärmel abschneiden lassen, um Dongxian nicht zu wecken, der darauf eingeschlafen ist. Dadurch ging der Ausdruck „abgeschnittener Ärmel“ als Bezeichnung für die Homosexualität in die Geschichtsbücher ein.

Erst im 19. Jahrhundert und dem Einfluss westlicher Kulturen verbreitete sich Homophobie über das Land. China verändert sich. Doch die Vergangenheit ist heute weit und ein Ausdruck für einen Homosexuellen lautet „datong“, was u. a. auch „Utopie“ bedeutet.

 



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