In Würde die Jungfräulichkeit verlieren - geht das?

19.06.2009 | J. P.

Früher mussten Frauen viele Hürden nehmen, um die Jungfräulichkeit zu verlieren. Heute wird die Jungfräulichkeit rücksichtslos vermarktet.

 

 

Die Jungfräulichkeit ist schon seit jeher in einen Schleier der Mysteriösität gehüllt (jlp)

Die Jungfräulichkeit ist schon seit jeher in einen Schleier der Mysteriösität gehüllt (jlp)

Die Jungfräulichkeit als Zeichen von Bösartigkeit

Im Zeitalter des babylonischen Imperiums wurde Jungfrauen nachgesagt, böse Wesen zu sein, die ihre Männer in der ersten gemeinsamen Liebesnacht töten. Deshalb entschloss man sich, sie auf eine ungefährliche Weise ihre Jungfräulichkeit verlieren zu lassen. Es entstand ein besonderes Entjungferungsritual, mit einem Holzstab in Phallusform gepeinigt wurden. Ein ähnliches Ritual war einige Jahrhunderte später in Peru üblich, nur dass dort das Ganze auf einem öffentlichen Platz stattfand und die Ehre der Zwangsentjungferung den Müttern der Mädchen galt. In der Zeit galten Jungfrauen nicht als rein und tugendhaft, sondern als Unheil bringend und äußerst gefährlich. Diese Überzeugung entsprang wahrscheinlich dem Glauben an die große Urmutter, die Frau aller Frauen, die von ihrer wilden und bösen Natur dazu getrieben wurde, alle Männer auf ihrem Weg zu töten. Laut dem altertümlichen Glauben trug jede Frau, bevor sie ihre Jungfräulichkeit verlieren konnte, ein Stück der Urmutter in sich und diese Gefahr konnte nur durch eine Entjungferung gebannt werden. Das Ritual durfte aber keinesfalls vom zukünftigen Angetrauten durchgeführt werden, da er währenddessen von der Jungfrau hätte getötet werden können. 

Die Jungfräulichkeit als Symbol der Unschuld

Im Mittelalter galt Geschlechtsverkehr als schmutzig und schändlich, solange man ihn nicht ausschließlich zur Fortpflanzung ausübte. Vor der Heirat und nicht aus Reproduktionszwecken miteinander zu schlafen, wurde zur Todsünde, wogegen Jungfräulichkeit als Symbol der Unschuld und der Reinheit gefeiert wurde. Wegen der negativen Einstellung der Kirche dem Geschlechtsverkehr gegenüber, wurden Jungfrauen gepriesen, wogegen Mädchen, die vorzeitig ihre Jungfräulichkeit verloren haben, als unrein geächtet. Im späteren Mittelalter wurde sogar ein Gerät erfunden, das die vielsagende Bezeichnung Keuschheitsgürtel bekam.

Die vorgetäuschte Jungfräulichkeit

Die Zeiten änderten sich, doch der Standpunkt zum Thema Jungfräulichkeit blieb bestehen. Im 19. Jahrhundert waren die Freudenhäuser in Großbritannien voller Jungfrauen, da der Sex mit ihnen als besonders und einzigartig galt. Auf der Suche nach jungfräulichen Mädchen bereisten die Eigentümer der Bordelle alle britischen Inseln, um die gefragte Ware zu finden. Deshalb wurde damals das Vortäuschen der Jungfräulichkeit zum Trend. Erfahrene Prostituierten bespritzen heimlich die Laken mit Tierblut, führten sich mit Blut getränkte Schwämme in die Vagina ein. Bei thailändischen Prostituierten ist eine ähnliche Praxis immer noch vorhanden, nur dass heutzutage Kügelchen mit Taubenblut verwendet werden. Die neuste Methode ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem das Jungfernhäutchen zugenäht wird.

 

 

Britney Spears, die bekannteste Jungfrau nach der Jungfrau Maria, führte ihre Fans lange Zeit an der Nase herum. (jlp)

Britney Spears, die bekannteste Jungfrau nach der Jungfrau Maria, führte ihre Fans lange Zeit an der Nase herum. (jlp)

Auch in der Popkultur dürfen Mädchen nicht ungezwungen ihre Jungfräulichkeit verlieren

Der Einfluss der Kirche hat bis heute zwar an Macht verloren, doch der Wert und die Bedeutung der Jungfräulichkeit und Tugendhaftigkeit werden häufig in Jugendzeitschriften, Hollywood-Filmen und anderen Ausdrucksbereichen der Popkultur hervorgehoben. Um zwei sehr bekannte Beispiele zu nennen: Brooke Shields, ein ehemaliges Modell und Schauspielerin, schrieb ein ganzes Buch über ihre Jungfräulichkeit, während Britney Spears noch nach ihrem zwanzigsten Lebensjahr beteuerte, sie sei eine Jungfrau und würde ihre Blüte für die Hochzeitsnacht aufbewahren. Ihre Beteuerungen wurden jedoch von der eigenen Mutter als Lüge entlarvt, denn sie gestand, dass ihre Tochter schon mit 14 den ersten Geschlechtsverkehr hatte.

Im Kapitalismus muss man auch die Jungfräulichkeit nicht mehr um sonst verlieren

Der Kapitalismus bring so einiges Skurriles zum Vorschein, derzeit auch Mädchen, die ihre Jungfräulichkeit gegen Geld verlieren wollen. Im Jahr 2005 bot ein Modell aus Peru ihre Jungfräulichkeit zum Verkauf an, hat es sich dann aber trotz Höchstgebot von 1,5 Millionen Dollar anders überlegt. Das Modell Raffella Fico, die beim italienischen Big Brother mitmachte, verkaufte ihre Unschuld für 1 Million Euro. Und auch eine 22 Jährige aus San Diego, mit dem Pseudonym Natalie Dylan, will erst dann ihre Jungfräulichkeit verlieren, wenn es sich auch finanziell für sie lohnt. Deshalb gab sie ihre Jungfräulichkeit zur Versteigerung frei. Das letzte Angebot bezieht sich auf etwas weniger als 3 Millionen Euro, doch Natalie ist auch mit dieser Summe noch nicht zufrieden.


 



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