Ist die Anzahl der Sexualpartner wirklich von Bedeutung?

13.09.2011 | T. P.

Sie waren sicher schon in Bedrängnis geraten, als Sie nach der Anzahl der Sexualpartner gefragt wurden. Diese Frage zu beantworten, das ist hier die Frage.

 

 

Anzahl der Sexualpartner

Die Anzahl der Sexualpartner ruft sowohl bei Männern als auch bei Frauen alte Geister hervor, die gar nicht gut für die Beziehung sind. (PhotoXpress)

 

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Je größer die Anzahl der Sexualpartner desto mehr Erfahrung

Jeder, der auf eine hohe Anzahl der Sexualpartner in der Vergangenheit blicken kann, brüstet sich gerne damit. Zumindest in einer geschlossenen Runde. Dies scheint ein Statussymbol einer eigenen Art zu sein. Er gibt über einen zu erkennen, dass man begehrt, heiß, interessant, attraktiv und erfahren ist. Jeder erwartet von einem Großes im Bett. Kein Wortspiel beabsichtigt. Natürlich nur, wenn man ein Mann ist. Sollte sich eine Frau damit brüsten (wiederum kein Wortspiel beabsichtigt), ist ihr Stand eher schlecht als recht. Nun gut, als Frau wird einem schon ein Status verliehen, aber kein erhoffter. Eine hohe Anzahl der Sexualpartner spricht jedoch nicht immer für einen guten Liebhaber, wie es zugleich auch nicht bedeutet, dass eine Frau, die mehrere Partner hatte, eine Schlampe ist. Wir sind alle mit dem Profil des „lokalen Stechers“ vertraut, der mit seinen 23 Jahren am Höhepunkt seiner Manneskraft ist, atemberaubend aussieht und in den alle 16- bis 18-jährigen Mädchen verschossen sind, die er flach legt, als gäbe es kein Morgen. Meine Überzeugung ist, dass man zu einem guten Liebhaber nur dann werden kann, wenn man sich einer Partnerin besonders widmet und bereit ist, den Sex zu ergründen. Durch häufigen Partnerwechsel tut Mann sich nicht notwendigerweise gut. Auf diese Weise lernt man nur durch Zufall, wenn überhaupt. Des Weiteren haben solche Männer nur zwecks des Aufplusterns ihres Egos Sex und scheren sich nicht gerade viel um das Vergnügen der Frau. Erfahrungen können nur dann gesammelt werden, wenn man in eine Tätigkeit viel Mühe steckt und sich darin vertieft. Sex ist ein feinfühliges Spiel zweier Körper, zweier Seelen. Nur Genießer beherrschen dieses Spiel tatsächlich. Sie lassen sich Zeit dafür und ergründen seine sinnlichen Tiefen. Es gibt auch Naturtalente, aber die sind eher selten.

Warum ist es manchmal in Bezug auf die Anzahl der Sexualpartner besser zu schweigen?

Wird Ihnen einmal die Frage über die Anzahl der Sexualpartner gestellt, müssen Sie eine ehrliche Antwort geben. Wird Ihnen die Frage nicht gestellt, dann ist es in bestimmten Fällen besser, sich von diesem Thema fernzuhalten. Ist ein Mädchen empfindsam, zart, zerbrechlich, glaubt an die ewige Liebe und die Verfallenheit einander bis ans Lebensende, dann wird es die Gewissheit, dass Sie schon 10 Fräulein seines Profils genagelt haben, nicht gerade erfreuen. Haben Sie eine sehr eifersüchtige Freundin, dann wird bei der ständig ein Alarm ausgelöst, sollten Sie immer noch Kontakte mit Ihren Verflossenen pflegen. Ist ein Mädchen noch Jungfrau, dann wird es sich neben Ihnen, das Sie auf eine so hohe Anzahl der Sexualpartner in der Vergangenheit blicken können, ziemlich unerfahren vorkommen und die Idee, dass es Ihre ehemaligen Gespielinnen nicht übertreffen könnte, wird es nicht zur Ruhe kommen lassen. Erachten Sie dies, was ich oben geschrieben habe als strittig? Aber klar doch. Niemand will darüber hören, dass wir Männer immer noch denken würden, dass ein Mädchen, das schon mit 10 Typen geschlafen hat, von einer übermäßigen Anzahl an Sexualpartnern „befleckt“ wurde. So wie ein Auto, das schon 10 Vorbesitzer hatte. Schon einer ist zu viel. Das Auto ist beengend und man fühlt sich unwohl beim Gedanken, dass es zuvor schon jemand anderer auf Touren gebracht hat. Warum es diesen Unterschied zwischen Mann und Frau überhaupt gibt, kann nur geraten werden. Vielleicht könnte es daran liegen, dass die Frau irgendwie darauf schließt, dass der Mann mit allen 10 vor ihr nur Sex gehabt hat, sie im Grunde überhaupt nicht liebte und sie für ihn das Gleiche bedeuteten, als ob er sich einen runterholte. Na und? Er hat halt schon 20 durchgepoppt. Zwanzig, die ihm nichts bedeuteten. Männer denken genau umgekehrt. Wenn sie schon mit sechs Männern geschlafen hat, hat sie sechs vor mir geliebt. Wie kann ich denn nun wissen, dass sie mich wirklich liebt. Wie konnte sie sich so Vielen mit Geist und Körper hingeben? Und all die Geister, die man mit dieser Frage ruft. Hatte sie mit den Anderen mehr Spaß als mit mir, waren sie bessere Liebhaber, was wenn sie mich mit einem ihrer Ehemaligen betrügt, was wenn sie sich mit ihren Busenfreundinnen über mich lustig macht und alle anderen lobt, was wenn …

In Bezug auf die Anzahl der Sexualpartner sind Stereotypen allzu real und niederschmetternd – Furcht gibt ihnen Futter

Alles oben Beschriebene ist ein Haufen von Stereotypen, die unseren Gedankengang ansprechen. Männer haben Angst und agieren stereotyp. Sie haben Angst davor, wie sie sind und wie sie von Frauen bewertet werden, weil sie sich im Grunde vor Frauen fürchten. Sie haben zu wenig Selbstvertrauen, darum trifft sie die Meinung anderer direkt ins Mark. Wegen Mangels und Selbstvertrauen suchen sie die Selbstbestätigung im Streben nach dem Besitzen der anderen Person. Ist die Person nicht ausschließlich ihr Eigentum und erkennen sie ihre eigene Persönlichkeit bloß durch den Spiegel ihres Eigentums, dann freunden sich solche Männer nur schwer mit dem Gedanken an, dass ihr Mädchen schon mehrere Männer hatte. Ihre Ängste tendieren sie nach Außen zu projizieren und schreiben der Frau schlechte Eigenschaften zu. Im gleichen Sinne tendieren unerfahrene Frauen, die sich davor fürchten, welche Leistung sie im Bett abliefern würden, ihre Angst auf ihn und seine Erfahrungen zu projizieren. Sie glauben lieber an den Stereotyp vom Mann, als würden sie die Tatsache annehmen wollen, dass Liebe vergänglich und Sex nur Sex ist. Und überhaupt haben es Frauen schwer, sich mit der Tatsache anzufreunden, dass wir uns verlieben und einander versprechen, dass Liebe nicht ewig hält und dass Frauen für den Mann manchmal bloß ein Objekt sind. Darum müssen wir uns der Furcht in der Partnerschaft entledigen. Wir müssen unserem Partner vertrauen können, da nur dieses gegenseitige Vertrauen einer gewissen Konstanz fruchtbaren Boden gibt. Wir müssen uns alles sagen können, ohne Angst davor zu haben. Wir müssen uns dem Partner öffnen, ihm so viel anzuvertrauen wie nur möglich. Nur so wird uns unser Partner wirklich kennen lernen und uns als ein menschliches Wesen mit all unseren Fehlern lieb gewinnen können. Und dabei spielt die Anzahl der Sexualpartner keine Rolle mehr.

 

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