Mit Tränen zu besserem Sex

25.01.2010 | T. P.

Tränen sind manchmal die einzige Möglichkeit, sich dem Partner beim Sex völlig hinzugeben.

 

 

Tränen sind ein starkes Aphrodisiakum. (jlp)

Tränen sind ein starkes Aphrodisiakum. (jlp)

 

Freudentränen

Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, Sex und Gefühle sind eng miteinander verbunden. Wenn wir die Sache mit gesundem Bauernverstand angehen, scheint Frohsinn unser Sexualleben positiv zu beeinflussen. Fröhliche Menschen sind schön, sie strahlen positive Energie aus, wir freuen uns mit ihnen, eine freundschaftliche Umarmung kann sich schnell in eine leidenschaftliche wandeln. Tränen, die durch einen Gefühlsausbruch an den Tag kommen, wecken im Partner eine Art Schamgefühl und zeigen uns, dass wir von starken Gefühlen geleitet werden. Das Gefühl erreicht somit ein bestimmtes Niveau, das mit dem Sexualtrieb gemessen werden kann und die Überleitung ermöglicht. Der Frohsinn ist jedoch selbstgenügsam, braucht niemanden. Deswegen werden fröhliche Menschen nicht erregt und beim Anblick des fröhlichen Partners packt uns auch keine Wollust, sondern wir teilen die Freude mit ihm und werden selber fröhlich.

 

Ein gebrochenes Herz ist die Quelle aus der Tränen kommen. (jlp)

Ein gebrochenes Herz ist die Quelle aus der Tränen kommen. (jlp)

 

Tränen der Trauer

Trauer ist kein selbstgenügsames Gefühl. Tränen der Trauer sind der stärkste Ausdruck von Hilflosigkeit des menschlichen Seins. Unser Herz zerreißt, die Tränen fließen wortwörtlich und der Schmerz ist unermesslich. Der Trauerschmerz bleibt eine Insel der Unverfälschtheit, ein Ort der Wahrheit. Natürlich kann man Tränen fälschen, aber keine tiefe Trauer. Tiefe Trauer sucht nach Trost, nach einem anderen menschlichen Wesen. In einer Partnerbeziehung treten solche Gefühle normalerweise bei Trennungen hervor. Wenn die Partner ihre Gefühle jahrelang für sich behalten, sich in Oberflächlichkeiten verloren haben, sind es nur Tränen, die sie aus dem Trancezustand erwecken können. Tränen zeigen, dass die Gefühle echt und unverfälscht sind, dass der Partner immer noch verletzbar ist und die Beziehung immer noch auf tiefen Gefühlen beruht. Gerade diese Erkenntnis kann einen unaufhaltsamen Geschlechtstrieb in uns wecken. Die Unverfälschtheit, die wir so vermissen, zeigt sich in ihrer ganzen Größe und weckt in uns dieselben Gefühle. Wir wollen den Partner trösten, ihn in den Arm nehmen, obwohl wir selber ihm Leid angetan haben.

Der Duft der Tränen ist stark und betäubend. Der Partner ist völlig hilflos, zerbrechlich und wir wissen nicht zu helfen, wir fühlen einen starken Schmerz und alles was uns bleibt ist das Weinen. Das Weinen und die Küsse, Küsse, die die Tränen aufsaugen und dem Partner versuchen zu sagen, dass noch nicht alles vorbei ist. Dass es immer noch starke und tiefe Gefühle gibt, dass es uns Leid tut, dass wir ihn nicht mehr weinen sehen wollen, dass Lippen auf Lippen und Hände auf Hände treffen, dass sich Tränen vereinen sollen. Hilflosigkeit und Schmerzen hinterlassen eine Lücke, die vom Geschlechtstrieb oder der Liebe - wenn Sie wollen - geschlossen wird. In dem Moment würden wir unseren Partner am liebsten auffressen, um ihn so vor allem Bösen zu schützen, seinen Körper verzehren, um ihm unsere Kraft zu schenken. Solcher Sex ist unvergesslich und einmalig. Liebe zu entdecken, für die wir einen tiefen Brunnen haben graben müssen, so tief, dass wir einen Tränenfluss gefunden haben, ist die größte Entdeckung zwischen zwei Menschen und wirkt Wunder.

 

Die Tränen seiner Mitmenschen nicht zu respektieren, ist boshaft. (jlp)

Die Tränen seiner Mitmenschen nicht zu respektieren, ist boshaft. (jlp)

 

Wenn jemand nur aus Tränen seine Kraft gewinnt

Es ist nicht ganz harmlos. Einige werden nur von den Tränen der anderen angetrieben. Deren Hilflosigkeit macht sie stark. Diese Stärke weckt das Tier in ihnen und jagt ihnen das Blut durch die Adern. Erst wenn ihr Partner weint, fühlen sie sich lebendig. Sie haben etwas Unverfälschtes gefunden und gewinnen daraus ihre Kraft, wie der Mörder und sein hilfloses Opfer. Sie suchen Liebesbeweise, die sie nur in gebrochenen und zerstörten Herzen finden. Das ist für sie der einzig akzeptable Liebesbeweis und die Erregung zwischen ihren Beinen bekräftigt sie in ihrem Glauben. Solcher Sex bedeutet Gewalt und Böses, er stärkt das Böse im Menschen, er gibt dem einen gottesähnliche Gefühle und drückt den anderen hilflos und ausgenutzt zu Boden. Mit Menschen, die ihren Brunnen des Selbstwertgefühls mit Tränen anderer füllen, kann etwas nicht in Ordnung sein.

 



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