PMS – eine Waffe gegen Frauen?
Ist PMS bloß eine gesellschaftliche Konstruktion, die den Frauen mehr schadet als nützt?
Wegen des PMS sind Frauen einige Tage im Monat schlecht drauf. (PhotoXpress)
Schon Mitglied bei Intimate Medicine? Registriere dich kostenlos oder folge uns auf Facebook!
Die Frau und ihre Menstruation sind ein großes Phänomen. Wenn noch PMS (prämenstruelles Syndrom) dazukommt, ist das Chaos perfekt. Leider entstand aus all diesem Chaos die Überzeugung, die Frau sei ein verwirrtes Wesen und folglich das schwächere Geschlecht. Wenn die Frau „ihre Tage“ oder PMS hat, braucht sie Verständnis, weil sie schwach, zerstreut und reizbar ist, da ihre Hormone verrückt spielen. Dennoch ist PMS ein gut verkaufter „Artikel“. Das PMS beziehungsweise die weibliche Unzurechnungsfähigkeit werden von Magazinen, Werbeanzeigen, pharmazeutischen Gesellschaften und alle anderen, die von der weiblichen Unsicherheit leben, vermarktet.
PMS ist eine Ausrede
Die Menstruation und PMS sind oft nur Ausreden dafür, den Frauen keine verantwortungsvolle Stellung anvertrauen zu müssen. Gott weiß, was sie reiten würde, wenn sie ihre Tage hat. Die Protagonisten dieser weiblichen Launen bezeichnen sich selbst oft als ihre Beschützer, diejenigen, die sie verstehen. Das ist auch das Geheimnis ihres Erfolgs. Trotz ihrer Launen und der zeitweiligen Unzurechnungsfähigkeit, die eine Frau jeden Monat durchstehen muss, waren Frauen diejenigen, die im zweiten Weltkrieg die Militärindustrie "aufrechterhalten haben". Wenn Sie mich fragen, müsste das eine regelrechte sexuelle Revolution auslösen. Hat es aber nicht. Frauen sind nach dem Krieg nachhause zurückgekehrt, als ob nichts gewesen wäre. Eigentlich nicht, als ob nichts passiert wäre, sondern erst ab da entstanden die größten Mythen über die zeitweilige Unzurechnungsfähigkeit der Frauen während des PMS und der Menstruation, da die Männer auf einmal wieder da und nicht dazu bereit waren, den Kochlöffel in die Hand zu nehmen.
Frauen sind während des PMS bekloppt
Das Konzept des PMS ist negativ, da es die Überzeugung stärkt, Frauen seien bekloppter als Männer. Frauen können vor der Menstruation von Unannehmlichkeiten geplagt werden, sind deshalb jedoch keineswegs unausgeglichen. Die Bezeichnung unausgeglichen ist eine sehr schlimme Beschuldigung. Wenn eine Frau unausgeglichen ist, ist sie das ungeachtet der Phase des Menstruationszyklus. Es gibt auch genau so viele emotional labile Männer wie Frauen. Der einzige Unterschied besteht in der Erziehung. Den Frauen wurde beigebracht, einige Symptome zu deuten. Deshalb schenken sie ihnen mehr Aufmerksamkeit und sind sich dieser Symptome bewusster. Den echten Männern sind die eigenen Hormonschwankungen egal, stattdessen beschäftigen sie sich desto lieber mit bekloppten Frauen.
"PMS" bei Männern
Wegen der allgemeinen Überzeugung, dass die Menstruation und das PMS ausschließlich weibliche Attribute sind und es bei Männern keinen Prozess gibt, der mit dem weiblichen Menstruationszyklus vergleichbar wäre, ist es umso leichter, Frauen zu diskreditieren. Das stimmt natürlich nicht. Männer haben zwar keine Menstruation und somit auch kein PMS, trotzdem haben auch sie monatliche Stimmungsschwankungen. Darüber werden bloß nicht so viele Worte verloren, wie über Frauen.
Männer durchlaufen fünf verschiedene Testosteronzyklen
Auch Männer haben Hormone, deren Produktion ebenso schwankt wie bei Frauen. Die Hormonschwankungen durchlaufen bei Männern fünf Stufen: Schwankungen, die drei- bis viermal pro Stunde auftreten, die täglichen Hormonschwankungen (das meiste Testosteron wird am Morgen produziert, der Testosteronspiegel beginnt ungefähr um Mittag zu sinken), die monatlichen Hormonschwankungen, zu denen es ungefähr alle vier bis sechs Wochen kommt, die jährlichen Hormonschwankungen, wobei der Testosteronspiegel im Oktober den höchsten Wert erreicht, und noch der letzte Halt auf dem Weg dieser Hochs und Tiefs des Testosterons – die Andropause. Sowohl Männer als auch Frauen sind unterschiedlich empfänglich für solche Hormonveränderungen.
Ich glaube, dass Frauen manchmal wirklich das schwächere Geschlecht sind. Jedoch nicht weil sie tatsächlich schwächer wären, sondern weil es möglich ist, ihnen einige Überzeugungen anzudrehen.
Du willst deine Sexualität verbessern? Besuche unsere Enzyklopädie der Sexualität!
































