Schwangere wollen nicht, dass ihr Babybauch angefasst wird!
Wie und wieso wird der Babybauch einer Schwangeren zum Objekt des Anfassens und somit schon fast zum öffentlichen Eigentum?
Der Babybauch gehört immer noch in den persönlichen Raum der Frau. (PhotoXpress)
Der Babybauch vermindert die Distanz
Wenn man eine Schwangere sieht, vergisst man auf den persönlichen Raum des Menschen, Körpernähe und unmittelbarer Kontakt erscheinen vollkommen normal. Damit meinen wir nicht das einfache Händeschütteln oder den Kuss auf die Wange, sondern den Griff ins Zentrum, die intimste Stelle der Schwangeren, den Babybauch. Je größer der Babybauch, desto größer die Freude beim Anfassen. Können Sie sich vorstellen, eine Freundin am Bauch zu tätscheln, weil sie so schöne Bauchmuskeln hat? Es scheint, dass sich der Babybauch außerhalb des persönlichen Raumes der Schwangeren befindet und irgendwie zum öffentlichen Eigentum geworden ist. Nur deswegen, weil er nach vorne ragt?
"Darf ich deinen Babybauch anfassen?"
Wir meinen nein, eher das Gegenteil wäre der Fall. Manche behaupten sogar, dass der Babybauch nicht einmal von der werdenden Mutter angefasst werden sollte. Die meisten Frauen haben nichts dagegen, wenn ihre Nächsten ihren Babybauch berühren. Doch man sollte immer fragen, bevor man die Hand auf den Babybauch einer Frau, die nicht die eigene Partnerin ist, legt.
Wieso fasst man den Babybauch so gerne an?
Eine interessante Erklärung, wieso der Babybauch so gern angefasst wird, ist die Betrachtung des Babybauchs als nationale Ware – in dieser Hinsicht ist es die Aufgabe der Schwangeren, für die Reproduktion der Nation zu sorgen. Wenn sie das tut, tut sie Gutes für alle, für die Gemeinschaft, weswegen man bestimmte Rechte gegenüber des konkreten Symbols ihrer Mühe hat. Dieser soziologischen Sicht tritt die biologische entgegen, die ungefähr so lauten würde: Jungtiere sind süß und sie wecken in einem das Bedürfnis, für sie sorgen zu wollen, während sich beim Menschen dieser Impuls etwas früher einstellt. Ein Babybauch ruft Assoziationen über die Zukunft hervor, in der aus ihm ein nach Pflege und Wärme schreiendes Junges das Licht der Welt ersehen wird.































